Passwort-Manager: 39% aller Cyberangriffe nutzen gestohlene Daten

Passpack bringt neue Anwendungen für iOS und Chrome heraus, während gestohlene Zugangsdaten laut Bericht bei 39 Prozent der Angriffe dominieren.

Der Passwort-Management-Spezialist Passpack hat sein Produktportfolio für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erweitert. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden eine native iOS-App sowie eine Erweiterung für den Google Chrome-Browser veröffentlicht.

Beide Anwendungen sind unmittelbar mit dem verschlüsselten Datentresor des Anbieters verbunden und sollen die Verwaltung von Zugangsdaten in professionellen Arbeitsumgebungen vereinfachen und absichern.

Die Chrome-Erweiterung übernimmt dabei zentrale Aufgaben im täglichen Arbeitsablauf: Sie füllt Login-Felder automatisch aus und erfasst neu eingegebene Zugangsdaten für die Speicherung im Tresor.

Ein integrierter Sicherheitsmechanismus kennzeichnet zudem potenziell unsichere Login-Seiten, um die Anwender vor böswilligen Websites zu schützen. Die iOS-Anwendung bietet neben einer Autofill-Funktion Möglichkeiten zum sicheren Teilen von Passwörtern innerhalb von Teams sowie integrierte Warnungen vor Phishing-Versuchen.

Steigende Risiken durch kompromittierte Zugangsdaten

Die Notwendigkeit für robuste Passwort-Lösungen wird durch aktuelle Sicherheitsstatistiken untermauert. Laut dem Verizon 2026 Data Breach Investigations Report (DBIR) sind gestohlene Zugangsdaten bei 39 % aller untersuchten Sicherheitsverletzungen der zentrale Angriffsvektor.

Dass die Bedrohungslage für Unternehmen akut bleibt, verdeutlichen zudem Meldungen von Dark Web Intelligence. Erst am 26. August 2026 wurde die Kompromittierung einer Nutzerdatenbank gemeldet, wobei Informationen über das konkrete Opfer oder das Ausmaß des Vorfalls zunächst ausblieben.

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Sicherheitsexperten warnen in diesem Zusammenhang vor den Gefahren von Sekundärangriffen, die insbesondere durch die Mehrfachverwendung von Passwörtern (Credential Reuse) und gezieltes Phishing ermöglicht werden. Fachleute raten Organisationen daher zu einem kontinuierlichen Monitoring, dem Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sowie dem konsequenten Widerruf von Session-Token im Verdachtsfall.

Branchenfokus auf Dark-Web-Monitoring

Die Überwachung von Datenlecks gewinnt auch über reine Management-Tools hinaus an Bedeutung. Für den 28. August 2026 ist ein Webinar des Anbieters QUAXAR angekündigt, das sich gezielt an IT-Manager und CISOs richtet. Im Mittelpunkt steht dabei die Visualisierung von Zugangsdaten, die im Dark Web zum Verkauf angeboten oder veröffentlicht wurden. Den Teilnehmern wird ein kostenloser Check für ihre Unternehmen angeboten.

Inhaltlich nimmt das Webinar Bezug auf technologische Entwicklungen wie die im April 2026 vorgestellte „Mythos“-KI von Anthropic sowie regulatorische Anforderungen.

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So hatten die japanische Finanzaufsicht FSA und die Bank of Japan bereits im Mai 2026 Finanzinstitute dazu aufgefordert, ihre Sicherheitsinfrastruktur innerhalb kurzer Fristen massiv zu verstärken. Auch die Rolle der Interpol-Übernahme in diesem Bereich ist Teil der fachlichen Einordnung.

Ausblick und Nutzerwahrnehmung

Die technologische Komplexität von App-Logins führt bei Anwendern zunehmend zu Frustrationen. Berichte in Publikationen wie „The Atlantic“ beschreiben eine wachsende „Passwort-Hölle“, in der Nutzer aufgrund versagender Passwortmanager oder komplizierter Login-Prozesse den Zugriff auf Dienste verlieren.

Passpack plant vor diesem Hintergrund, die Verfügbarkeit seiner neuen Lösungen zeitnah auszuweiten. Nach dem Launch für iOS und Chrome wurde bereits eine Version für Android-Endgeräte angekündigt. Im Anschluss sollen Erweiterungen für die Browser Firefox und Microsoft Edge das Angebot vervollständigen.