Die Aktie des Bezahldienstes PayPal hat am Montag mit einem Plus von über zehn Prozent kräftig zugelegt. Grund sind der offizielle Amtsantritt eines neuen Konzernchefs und anhaltende Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch den Fintech-Rivalen Stripe.
Neuer CEO soll das Ruder herumreißen
Die Rally begann mit dem ersten Arbeitstag von Enrique Lores als neuer Präsident und CEO am 1. März. Der Vorstand hatte den Wechsel bereits Anfang Februar bekannt gegeben. Lores, der zuvor HP Inc. führte, gilt als erfahrener Sanierer. Bei dem Technologiekonzern trieb er erfolgreich den Umbau zu Dienstleistungen und KI-gestützten Angeboten voran.
Investoren hoffen nun, dass der Manager mit seiner operativen Disziplin auch den angeschlagenen Zahlungsdienstleister wieder auf Kurs bringt. Die Erwartungen sind hoch: Lores soll den Betrieb straffen, die Innovation in Kernprodukten wie dem Bezahlvorgang beschleunigen und den Wert des riesigen Nutzerstamms von 440 Millionen Kunden heben.
Stripe-Übernahmespekulationen befeuern die Euphorie
Während der Führungswechsel für grundlegenden Optimismus sorgte, heizten erneut aufkommende Übernahmegerüchte die Stimmung weiter an. Bereits Ende Februar war durchgesickert, dass das private Fintech-Unternehmen Stripe ein Angebot für PayPal oder Teile davon prüfen könnte. Beide Firmen äußerten sich nicht offiziell.
Die Spekulationen gewannen mit Lores‘ Amtsantritt neuen Schwung. Analysten sehen in der stark gefallenen Bewertung PayPals – die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei rund 43 Milliarden Euro – einen attraktiven Aufhänger für einen strategischen Käufer wie Stripe oder Private-Equity-Firmen. Ein Deal würde einen „Super-Prozessor“ im globalen Zahlungsverkehr schaffen, müsste aber harte regulatorische Prüfungen überstehen.
Rally als Zeichen der Hoffnung in schwierigem Umfeld
Das zweistellige Kursplus spiegelt die Sehnsucht der Märkte nach einem Wendepunkt für PayPal wider. Das Unternehmen kämpft mit verlangsamten Wachstum, scharfer Konkurrenz und einem Aktienkurs, der mehr als 80 Prozent unter seinem Höchststand von 2021 liegt.
Die jüngsten Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025 enttäuschten. Das Wachstum im Kerngeschäft mit dem Bezahlbutton brach auf nur noch ein Prozent ein. Als Reaktion senkte PayPal die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr und zog seine frühere Zielvorgabe für 2027 zurück.
Entscheidende Phase für den Zahlungsriesen
Die kommenden Monate werden zeigen, ob PayPal unter neuer Führung stabilisiert werden kann. Alle Blicke richten sich nun auf die ersten strategischen Schritte von Enrique Lores. Sein Fokus wird voraussichtlich auf schnellerer Umsetzung und notwendigen Investitionen liegen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wichtige Termine sind der Auftritt auf der Agent-Connect-Konferenz am 3. März und die Veröffentlichung der Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 Ende April. Ob die Übernahmegerüchte um Stripe Substanz haben oder nicht – sie werden die Aktie vorerst weiter bewegen. Am Ende zählt, ob PayPal das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und wieder nachhaltig wachsen kann.





