Der Zahlungsdienstleister PayPal muss sich einer Welle von Sammelklagen von Aktionären stellen. Sie werfen dem Konzern irreführende Aussagen zu Wachstumszielen vor.
Mehrere internationale Anwaltskanzleien haben in den letzten Tagen Klagen eingereicht. Sie vertreten Anleger, die PayPal-Aktien zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 gekauft haben. Der Vorwurf: Das Unternehmen und seine Führungskräfte hätten falsche und irreführende Angaben zu den Geschäftsaussichten gemacht. Diese sollen den Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben haben.
Kernvorwurf: Zu optimistische Ziele und mangelnde Umsetzung
Im Zentrum der Vorwürfe steht die angebliche Schönfärberei der Wachstumsprognosen. Die Kläger behaupten, PayPal habe die Risiken durch Konkurrenz und wirtschaftliche Rahmenbedingungen heruntergespielt. Gleichzeitig habe das Management unrealistisch hohe Ziele für das Jahr 2027 kommuniziert.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Kerngeschäft Branded Checkout. Die öffentlichen Aussagen des Unternehmens hätten eine erfolgreiche Umsetzung neuer Initiativen suggeriert. Intern sei man sich jedoch über erhebliche Mängel im Vertrieb im Klaren gewesen, so die Klageschriften. Das Management sei „zu optimistisch“ gewesen, wie schnell das Personal neue Kunden gewinnen könne. Der Plan zur Erreichung der 2027-Ziele sei unrealistisch gewesen.
Der Auslöser: Enttäuschende Zahlen und neuer CEO
Die Wende kam am 3. Februar 2026. An diesem Tag veröffentlichte PayPal die Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2025. Die Ergebnisse fielen enttäuschend aus, besonders im wichtigen Branded Checkout-Segment.
Zog das Unternehmen zudem seine langfristigen Prognosen für 2027 zurück. Als Gründe nannte es makroökonomische Widrigkeiten, Wettbewerbsdruck und „operative Probleme“ in allen Regionen.
In einer weiteren Überraschung gab PayPal den Wechsel an der Konzernspitze bekannt. James Alexander Chriss trat als CEO zurück. In einer späteren Mitteilung zur Ernennung eines Nachfolgers räumte der Aufsichtsrat ein, das „Tempo der Veränderung und Umsetzung“ habe nicht den Erwartungen entsprochen. Diese Negativmeldungen ließen den Aktienkurs einbrechen.
Folgen für Anleger und Frist für Klagen
Die finanziellen Folgen für Aktionäre waren drastisch. Der Aktienkurs brach am 3. Februar um über 20 Prozent ein. Er fiel von 52,33 auf 41,70 US-Dollar pro Aktie. Damit wurde binnen eines Tages erheblicher Börsenwert vernichtet.
Die Sammelklagen zielen darauf ab, diesen Schaden für alle betroffenen Anleger des genannten Zeitraums ersetzt zu bekommen. Nach dem US-amerikanischen Private Securities Litigation Reform Act können sich Investoren bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger bewerben. Diese führen dann das Verfahren im Namen aller Geschädigten. Prominente Kanzleien wie Rosen Law Firm werben bereits aktiv um betroffene Anleger.
Branchenkontext: Druck im digitalen Zahlungsverkehr
Die Klagen treffen PayPal in einer schwierigen Phase für die gesamte Branche. Der digitale Zahlungsverkehr leidet unter hartem Wettbewerb durch Tech-Giganten, Banken und Fintech-Startups. Makroökonomische Faktoren wie verändertes Konsumverhalten belasten alle Player.
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Die Kläger argumentieren jedoch, dass PayPals Probleme hausgemacht seien. Die Vorwürfe konzentrieren sich auf interne Umsetzungsfehler und eine Kluft zwischen öffentlicher Darstellung und betrieblicher Realität. Während es branchenweite Herausgaben gegeben habe, habe das Unternehmen spezifische, wesentliche Risiken für das eigene Geschäft verschwiegen.
Ausblick: Langer Rechtsweg und Vertrauensfrage
Der nächste Schritt im Verfahren ist die Bestellung eines Hauptklägers bis zum April. Anschließend folgen oft Jahre lange Phasen der Beweisaufnahme und möglicherweise ein Vergleich. Für PayPal bedeuten die Klagen eine weitere Belastung.
Die neue Führung muss das Unternehmen stabilisieren und eine neue Strategie umsetzen. Der Markt wird genau beobachten, ob die operative Umsetzung besser gelingt und die Kommunikation transparenter wird. Der Ausgang der Klagen und die Fähigkeit, die internen Probleme zu lösen, werden entscheidend sein, um das verlorene Anlegervertrauen zurückzugewinnen.





