PayPal-Betrug: Kriminelle erbeuten tausende Euro per Telefon

Aktuelle Betrugswelle zielt auf PayPal-Nutzer ab. Experten erläutern Schutzmaßnahmen und warnen vor KI-gestützten Phishing-Attacken.

In den vergangenen Tagen mehren sich Warnungen vor einer neuen Welle betrügerischer Telefonanrufe, bei denen sich Kriminelle als Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung des Zahlungsdienstleisters PayPal ausgeben. Ziel der Angreifer ist es, durch die gezielte Erzeugung von Angst und Zeitdruck hohe Geldbeträge von den Opfern zu erbeuten.

Berichten zufolge agieren die Täter am Telefon äußerst professionell, um ihre Opfer zur Überweisung von Summen in Höhe von mehreren tausend Euro zu bewegen. Ein Fachanwalt für IT-Recht aus Leverkusen weist darauf hin, dass PayPal Erstattungsforderungen in solchen Fällen häufig ablehnt, da die Transaktionen oft durch die Nutzer selbst unter dem Eindruck der Täuschung autorisiert wurden. Für Betroffene könne dies einen Totalverlust der gezahlten Beträge bedeuten.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensempfehlungen

Experten raten dringend dazu, bei verdächtigen Anrufen sofort das Gespräch zu beenden. Eine Kriminalhauptkommissarin in Plettenberg ordnet diese Anrufe als eine der aktuell vorherrschenden Betrugsmaschen ein. Sie empfiehlt insbesondere älteren Mitbürgern, im Zweifelsfall unhöflich zu sein und einfach aufzulegen. Als Verhaltensregel dienen dabei die sogenannten vier „A“: Ausatmen, Auflegen, die betroffene Institution selbst unter einer offiziellen Nummer zurückrufen und bei unbekannten Nummern konsequent den Anrufbeantworter nutzen. Die Polizei betonte in diesem Zusammenhang, dass Beamte niemals am Telefon nach persönlichen Daten, Passwörtern oder dem privaten Vermögen fragen würden.

Falls es bereits zu einem Kontakt gekommen ist, sollten Nutzer umgehend ihre Zugangsdaten ändern und möglicherweise installierte Fernzugriffsprogramme von ihren Endgeräten löschen. Zudem sei es unerlässlich, sowohl die Hausbank als auch PayPal über den Vorfall zu informieren, eine Strafanzeige zu erstatten und sämtliche Beweise, wie Anruflisten oder Transaktionsbelege, zu sichern. Juristen raten zudem zu einer zeitnahen rechtlichen Prüfung des Falls.

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Technologische Aufrüstung bei Betrugsmaschen

Die Bedrohungslage hat sich laut Branchenanalysten durch den Einsatz moderner Technologien verschärft. Schätzungen zufolge sind mittlerweile 86 Prozent der Phishing-Attacken KI-gestützt. Deutschland belegt im internationalen Vergleich derzeit den dritten Platz bei gemeldeten Vorfällen von Tech-Support-Betrug. Neben den Telefonanrufen nehmen auch manipulative E-Mails zu, die als angeblich echte PayPal-Benachrichtigungen getarnt sind. Hierbei werden teilweise Kleinstbeträge überwiesen, um im Betreff der Transaktion Panik zu schüren – beispielsweise durch Hinweise auf angeblich ausstehende Belastungen in Höhe von 987,90 US-Dollar oder 909 Euro.

Phishing bleibt laut Erhebungen der Marktforscher eines der führenden Einfallstore für Cyberkriminalität in der Europäischen Union. Im Jahr 2025 war diese Methode die am häufigsten genutzte Strategie für digitale Angriffe. In Deutschland sei bereits mehr als jeder zehnte Bürger von Phishing betroffen gewesen.

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Neue Trends: Quishing und Device-Code-Phishing

Neben den klassischen Methoden verbreiten sich zunehmend neue Formen des Betrugs. Das sogenannte „Quishing“, also Phishing mittels manipulierter QR-Codes, breitet sich derzeit insbesondere in Urlaubsregionen wie Mallorca aus. Zudem wurden innerhalb von vier Wochen rund 7 Millionen Angriffe mittels Device-Code-Phishing registriert, die sich fast ausschließlich gegen Nutzer von Microsoft-Diensten richteten. Dabei stieg der Einsatz von Reverse-Proxy-Verfahren um 139 Prozent.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Verbrauchern angesichts der komplexen Bedrohungslage zur konsequenten Nutzung der Zwei-Faktor-Authentisierung sowie zum Einsatz von Passwort-Managern, um die Sicherheit digitaler Konten nachhaltig zu erhöhen.