PayPal: Klagewelle nach Kurssturz und CEO-Aus

PayPal muss sich wegen mutmaßlicher Anlegertäuschung verantworten. Die Klage folgte auf enttäuschende Quartalszahlen, den überraschenden Abgang des CEOs und einen massiven Aktienkursverfall.

Der Zahlungsriese PayPal muss sich vor einem US-Gericht wegen mutmaßlicher Anleger­täuschung verantworten. Ausgelöst wurde die Sammelklage durch einen massiven Kursverfall und den überraschenden Abgang von Konzernchef Alex Chriss.

Vorwurf: Schönfärberei vor dem Absturz

Die Klage wirft dem Unternehmen und seinen Führungskräften vor, zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 bewusst ein zu optimistisches Bild der Geschäfte gezeichnet zu haben. Konkret sollen die Verantwortlichen die Schwächen im Kerngeschäft „Branded Checkout“ verschleiert und den zunehmenden Wettbewerbsdruck verharmlost haben. So seien Anleger über die tatsächliche Lage in die Irre geführt worden.

Der Auslöser: Ernüchternde Zahlen und Führungswechsel

Die Anschuldigungen erhielten am 3. Februar 2026 schlagartig Nahrung. An diesem Tag veröffentlichte PayPal die enttäuschenden Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Das Unternehmen räumte selbst ein, dass die Umsetzung seiner Strategie – besonders im Checkout-Bereich – mangelhaft gewesen sei.

Parallel verkündete der Aufsichtsrat den überraschenden Abgang von CEO Alex Chriss. Der Grund: Das Tempo der Veränderungen habe nicht den Erwartungen entsprochen. Zudem zog PayPal seine bereits ausgegebenen Finanzziele für 2027 zurück. Die Reaktion der Börse war brutal: Der Aktienkurs sackte um über 20 Prozent ab und büßte an einem Tag mehr als 10 Dollar pro Wertpapier ein.

Was betroffene Anleger jetzt tun können

Mehrere Anwaltskanzleien haben bereits Klagen beim Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt Kalifornien eingereicht. Anleger, die in dem genannten Zeitraum PayPal-Aktien erworfen haben und Verluste erlitten, können sich der Sammelklage anschließen. Sie haben bis zum 20. April 2026 Zeit, beim Gericht die Ernennung zum „Lead Plaintiff“ zu beantragen. Diese Person führt die Klage dann stellvertretend für alle Geschädigten. Eine Beteiligung ist auch ohne diese Rolle möglich.

Für PayPal kommt die Klage in einer ohnehin schwierigen Phase. Das Unternehmen muss nicht nur im harten Wettbewerb mit Apple Pay, Stripe und traditionellen Banken bestehen, sondern auch das verlorene Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Der Ausgang des Verfahrens wird daher genau beobachtet – nicht nur von Aktionären, sondern von der gesamten Fintech-Branche.

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Langer Rechtsweg und Signalwirkung

Nach der Frist im April wird das Gericht einen Hauptkläger benennen. Anschließend beginnt der oft langwierige Prozessverlauf. Für PayPal kommt die Klage in einer ohnehin schwierigen Phase. Das Unternehmen muss nicht nur im harten Wettbewerb mit Apple Pay, Stripe und traditionellen Banken bestehen, sondern auch das verlorene Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Der Ausgang des Verfahrens wird daher genau beobachtet – nicht nur von Aktionären, sondern von der gesamten Fintech-Branche.