PayPal passt Regeln an, während Betrug im Online-Handel eskaliert

Angesichts drastisch steigender digitaler Kriminalität reagiert PayPal mit neuen Nutzungsbedingungen, während EU und Handel ihre Cybersicherheitsmaßnahmen verstärken.

KI-gestützte Angriffe und Fake-Shops nehmen in Deutschland rasant zu – Zahlungsdienstleister und Politik reagieren auf die neue Bedrohungslage.

Der deutsche Online-Handel startet mit einer alarmierenden Welle digitaler Kriminalität ins Jahr 2026. Sicherheitsexperten verzeichnen einen dramatischen Anstieg ausgeklügelter Betrugsmethoden, von gefälschten Shops bis zu KI-generierten Phishing-Attacken. In dieser angespannten Lage rücken die Schutzmechanismen etablierter Zahlungsanbieter wie PayPal in den Fokus. Der Konzern hat just diese Woche seine Nutzungsbedingungen angepasst – eine Reaktion auf den digitalen Wandel und die wachsenden Risiken für Verbraucher.

KI-Angriffe und Fake-Shops: Die neue Bedrohungslandschaft

Die Cyberkriminalität hat ihre Taktik geändert. Statt auf technische Hacks setzen Täter vermehrt auf die Manipulation der Nutzer selbst. Ein aktueller Bericht des Sicherheitsunternehmens Gen zeigt für Deutschland im vierten Quartal 2025 einen Anstieg sogenannter „Scam Yourself“-Angriffe um 28 Prozent. Dabei werden Kunden durch einen Klick oder QR-Code dazu verleitet, den Betrug selbst auszulösen.

Besonders besorgniserregend ist die Explosion gefälschter Online-Shops. Ihre Zahl stieg im gleichen Zeitraum um über 120 Prozent. Diese Plattformen sind oft täuschend echt gestaltet und werden aggressiv über manipulierte Werbung in Sozialen Medien verbreitet. Verbraucherschützer warnen eindringlich vor vermeintlichen Schnäppchen auf Kanälen wie TikTok oder Instagram. Für 2026 prognostizieren Experten eine weitere Flut automatisierter, KI-gestützter Phishing-Angriffe, die Mails und Webseiten noch überzeugender machen.

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PayPal reagiert: Das bedeuten die neuen Regeln

Mitten in dieser Krise traten am 22. Januar 2026 neue PayPal-Nutzungsbedingungen in Kraft. Der Kern des Käuferschutzes – die Absicherung bei nicht erhaltener Ware – bleibt bestehen. Die Änderungen zielen vor allem auf das Umfeld. So gelten für Händler nun strengere Regeln bei der Bewerbung von „Buy Now, Pay Later“-Angeboten („Später bezahlen“), um irreführende Werbung zu verhindern.

Zudem führt PayPal technische Neuerungen wie „Fastlane“ ein, einen beschleunigten Bezahlvorgang. Die aktualisierten AGB schaffen auch den Rahmen für die Integration von Drittanbieter-Wallets. Diese Anpassungen zeigen: Zahlungsdienstleister müssen ihre Systeme ständig einem Markt anpassen, in dem Vertrauen die wichtigste Währung ist.

Handel und EU rüsten auf: Ein systemischer Ansatz ist nötig

Die Verantwortung für sichere Einkäufe tragen nicht nur PayPal & Co. Der gesamte Handel und die Politik gehen in die Offensive. Bei einem Sicherheitsgipfel in Österreich bekräftigten Handelsvertreter und das Bundeskriminalamt am 22. Januar ihre Kooperation, um die Cybersicherheit für Händler zu stärken.

Auf EU-Ebene hat die Kommission diese Woche ein neues Cybersicherheitspaket vorgelegt. Es zielt darauf ab, digitale Lieferketten abzusichern und Standards in 18 kritischen Sektoren – inklusive E-Commerce – deutlich anzuheben. Ziel ist eine widerstandsfähigere EU gegen Cyberangriffe.

Was kommt auf Verbraucher und Händler zu?

Das Jahr 2026 wird zum Wendepunkt für den Verbraucherschutz online. Die geplante Umsetzung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie wird auch „Buy Now, Pay Later“-Angebote strenger regulieren, um Überschuldung vorzubeugen. Ab dem 19. Juni 2026 tritt zudem eine erhebliche Erleichterung in Kraft: Online-Händler sind gesetzlich verpflichtet, einen leicht zugänglichen „Widerrufs-Button“ anzubieten.

Die Botschaft ist klar: Während Betrüger ihre Methoden verfeinern, rüsten Anbieter und Gesetzgeber nach. Für Verbraucher bleibt eine geteilte Verantwortung. Sie können sich auf Schutzsysteme wie den PayPal-Käuferschutz verlassen, doch Wachsamkeit ist Pflicht. Der Check von Händlerbewertungen, Skepsis bei unrealistischen Angeboten und sichere Passwörter bilden die erste Verteidigungslinie.

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