PC-DIY-Markt: Asus und Gigabyte rechnen 2026 mit mehr als 25 Prozent Minus

Speicherknappheit und höhere Preise bremsen den PC-Eigenbau; eine Markterholung wird frühestens für die zweite Hälfte 2027 erwartet.

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Der Markt für selbst zusammengebaute PCs steht vor einem massiven Rückschlag. Mainboard-Hersteller wie Asus und Gigabyte rechnen für 2026 mit einem Absatzrückgang von mehr als 25 Prozent, wie ein Bericht vom 2. Oktober 2026 zeigt.

Als Hauptgründe gelten die Verlagerung von DRAM-Produktionskapazitäten hin zu High-Bandwidth-Memory (HBM) und Rechenzentren im Zuge des KI-Booms sowie steigende Preise und Knappheit bei Arbeitsspeicher und SSDs. Eine Erholung des PC-DIY-Marktes wird demselben Bericht zufolge frühestens in der zweiten Hälfte 2027 erwartet.

Kaufzurückhaltung bei PC-Spielern

Die Verunsicherung schlägt sich bereits im Kaufverhalten nieder. Laut einer Umfrage von Tom’s Hardware unter mehr als 1.500 PC-Spielern planen 60 Prozent in den kommenden zwei Jahren keinen neuen PC-Bau. Von den übrigen Befragten erwägen 25 Prozent einen Eigenbau innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Speicherhersteller sehen anhaltende Knappheit

Hintergrund der Entwicklung ist eine strukturelle Verschiebung bei den großen Speicherherstellern. Micron-CEO Sanjay Mehrotra erklärte am 30. September 2026, die Speichernachfrage werde das Angebot in den Jahren 2027 und 2028 übersteigen; ein Zeitpunkt, zu dem sich Angebot und Nachfrage wieder ausgleichen könnten, sei nicht absehbar.

Laut Mehrotra seien bereits 75 Prozent der für 2027 geplanten Speicherproduktion vergeben, ein Großteil des HBM-Volumens für 2027 sei bereits ausverkauft und werde zu deutlich höheren Preisen als 2026 verkauft. Micron plant zwar neue Reinräume für 2028, der Produktionshochlauf soll jedoch nur schrittweise erfolgen.

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Auch Samsung bestätigt den Trend: Laut EVP Kim Taewoo könnte HBM im Jahr 2027 fast 30 Prozent der gesamten DRAM-Waferkapazität beanspruchen, gegenüber rund 20 Prozent im Jahr 2026. Die Verlagerung von Kapazitäten zugunsten von HBM dürfte die Verfügbarkeit und Preise von klassischem DDR5-, LPDDR- und Server-Speicher belasten.

Preisentwicklung bei DRAM und NAND

Der Marktforscher TrendForce geht davon aus, dass der DRAM-Markt im vierten Quartal 2026 unterversorgt bleibt: Konventionelle DRAM-Vertragspreise sollen gegenüber dem dritten Quartal um 10 bis 15 Prozent steigen, NAND-Flash-Vertragspreise um 15 bis 20 Prozent.

Zuvor hatten die Preise bereits kräftig angezogen – im ersten Quartal 2026 um 93 bis 98 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im laufenden Quartal um 13 bis 18 Prozent.

TrendForce erwartet zudem, dass PC-OEMs weiterhin aggressiv Speicher beschaffen, da das DRAM-Angebot 2027 knapp bleiben dürfte, sollte weitere Kapazität zu Serverprodukten verlagert werden. Gleichzeitig reduzieren PC-Marken bei Mainstream-Modellen teils die verbaute SSD-Kapazität.

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Auswirkungen auf Hardware-Preise

Die Entwicklung zeigt sich bereits konkret im Handel. Gigabyte listete etwa ein B760M-AORUS-Ari-WiFi6E-DDR4-Mainboard für den japanischen Markt zu umgerechnet rund 172 US-Dollar, das Käufern den Umstieg ohne teuren neuen Speicherkauf ermöglicht – ein 32-GB-DDR5-Kit kostet derzeit meist zwischen 550 und 650 US-Dollar.

Auch der Mini-PC-Hersteller Framework spürt die Lage: Die erste Charge seines Desktop-Mini-PCs mit AMD Ryzen AI Max+ Pro 495 war binnen Stunden ausverkauft, eine zweite, begrenzte Charge soll im November ausgeliefert werden. Das Unternehmen rechnet damit, dass künftige Chargen wegen steigender Speicherkosten teurer werden könnten.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Die Investmentbank Wedbush Securities hält es für möglich, dass die Speicherknappheit über die erste Welle neuer Fabriken hinaus anhält, deren Eröffnung für Ende 2027 und 2028 erwartet wird. Als dominanten Nachfragetreiber sieht Wedbush die KI-Rechenzentrumsnachfrage. Für PC-Nutzer und Selbstbauer bedeutet das vorerst: Wer auf fallende Speicherpreise wartet, dürfte sich laut Marktbeobachtungen noch bis mindestens Ende 2027 gedulden müssen.