SSDs, RAM und Grafikkarten werden ab nächster Woche deutlich teurer. Ein perfekter Sturm aus explodierender KI-Nachfrage, angespannten Lieferketten und steigenden Rohstoffkosten führt zu einer dramatischen Verteuerung essenzieller PC-Komponenten. Für alle, die ihren Computer bauen oder aufrüsten wollen, wird das erste Quartal 2026 sehr teuer.
Der Systemintegrator PowerGPU warnte seine Kunden bereits am 4. Februar: Die Preise für SSDs und andere Bauteile steigen. Die aktuellen Lagerbestände seien die letzten zu niedrigeren Preisen. Ab der Woche des 9. Februar müssen Verbraucher mit höheren Kosten rechnen.
Diese Warnung ist kein Einzelfall, sondern spiegelt einen branchenweiten Trend wider. Der Kern des Problems ist die explodierende Nachfrage nach Speicherchips, angetrieben durch den Ausbau von KI-Rechenzentren. Privatkunden konkurrieren nun direkt mit Tech-Giganten und Cloud-Anbietern um die knappen Halbleiter.
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KI-Hunger treibt Speicherpreise in astronomische Höhen
Die treibende Kraft hinter den Kosten ist der unersättliche Appetit der Künstlichen Intelligenz auf DRAM- und NAND-Speicher. Die Marktanalysefirma TrendForce hat ihre Prognose für das erste Quartal 2026 drastisch nach oben korrigiert.
Statt der ursprünglich erwarteten 55-60 % rechnet das Unternehmen nun mit einem quartalsweisen Anstieg der DRAM-Preise um 90-95 %. Auch bei NAND-Flash, der Technologie in SSDs, steigen die Prognosen: Statt 33-38 % werden nun 55-60 % erwartet. Die Preise für Enterprise-SSDs könnten sogar um 53-58 % klettern.
Die KI-Nachfrage lenkt die Produktionskapazitäten weg von Verbraucherprodukten hin zu hochprofitablen High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) für KI-Server. Verschärft wird die Lage durch überraschend hohe PC-Absätze im vierten Quartal 2025, die die Lager bei Herstellern wie Dell und HP geleert haben.
Kupfer und Zinn: Rohstoffkrise trifft alle Komponenten
Der Preisdruck geht weit über Halbleiter hinaus. Steigende Kosten für Grundrohstoffe wie Kupfer und Zinn belasten nahezu alle PC-Komponenten.
Der Preis für eine Tonne Kupfer, essenziell für Hauptplatinen, Verkabelung und Kühlung, ist im Jahresvergleich von etwa 9.000 auf über 13.000 US-Dollar gestiegen – ein Plus von fast 44 %. Zinn, Hauptbestandteil von Lötzinn, verzeichnet ebenfalls deutliche Preissprünge.
Kühlspezialisten kündigen bereits Preisanpassungen an. Roman Hartung, CEO von Thermal Grizzly, beklagt die schwierige Beschaffung von bezahlbarem Kupfer. Er rechnet mit etwa 10 % höheren Preisen für Produkte wie GPU-Wasserblöcke. Der Konkurrent Alphacool will seine Preise bis Ende Februar um 5-10 % anheben.
Selbst Leistungselektronik ist betroffen. Berichten zufolge hat der deutsche Chip-Hersteller Infineon Kunden über Preiserhöhungen ab dem 1. April 2026 informiert. Grund ist der notwendige Ausbau der Produktion, um die KI-Nachfrage zu bedienen. Diese Bauteile regeln die Spannung in praktisch allen Geräten.
Branchenweite Folgen: Teurere PCs für Jahre
Das Zusammentreffen dieser Faktoren deutet auf eine längere Phase hoher Hardware-Preise hin. Analysten prophezeien eine mehrjährige Speicherknappheit. Einige sprechen von einem „Superzyklus“, der erst 2028 enden könnte, wenn neue Fabriken anlaufen.
Die Auswirkungen sind bereits spürbar. In Großbritannien stieg der durchschnittliche Großhandelspreis für Desktop-PCs in den ersten fünf Wochen 2026 um fast 8 %. Große PC-Hersteller signalisieren allgemeine Preiserhöhungen von 15-20 % bei Komplettsystemen. Bei Laptops werden sogar 15 bis 30 % erwartet.
Der Grafikmarkt bleibt nicht verschont. AMDs Partner sahen im Januar 2026 bereits Preiserhöhungen von 5-10 % für GPU- und Speicherpakete. Ein weiterer Anstieg wird noch für diesen Monat erwartet. Die hohen DRAM-Kosten veranlassen Hersteller angeblich dazu, Grafikkarten mit weniger VRAM zu bevorzugen, um die Verkaufspreise im Rahmen zu halten.
Ausblick: Was bedeutet das für Verbraucher?
Verbraucher müssen sich auf höhere Preise bei allen PC-Komponenten und Fertigsystemen einstellen. Die Warnungen von Integratoren wie PowerGPU zeigen: Der Einzelhandel wird die gestiegenen Einkaufskosten weitergeben.
Die angespannte Versorgungslage bei Speichern wird voraussichtlich das gesamte erste Halbjahr 2026 anhalten. Während die Kupferpreise sich später im Jahr stabilisieren könnten, bleibt das grundlegende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Halbleitermarkt das Hauptproblem.
PC-Bastlern und Upgradern wird geraten, notwendige Komponenten so früh wie möglich zu kaufen. Der aktuelle Lagerbestand im Handel ist wahrscheinlich der günstigste für absehbare Zeit. Die Ära bezahlbarer, hochkapazitiver SSDs und reichlich RAM ist vorerst vorbei, während sich die Industrie auf die Anforderungen einer KI-getriebenen Welt einstellt.
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