PC Insights: Microsofts neue KI-Funktion verbraucht selbst Gigabyte RAM

Microsofts neue KI-Funktion PC Insights analysiert Systemzustand, verbraucht aber selbst viel Arbeitsspeicher.

Windows 11 bekommt eine neue KI-Funktion, die den Systemzustand analysiert – aber selbst reichlich Ressourcen verbraucht.

Microsoft rollt ab Juli 2026 in den USA eine neue Funktion namens „PC Insights“ für seinen KI-Assistenten Copilot aus. Das Tool ermöglicht Nutzern, per Sprachbefehl oder Texteingabe Abfragen zur Systemgesundheit und Ressourcennutzung ihres Rechners zu stellen. Ob und wann die Funktion nach Deutschland kommt, ist noch offen.

Was die KI alles sieht

PC Insights ist ein opt-in-Dienst mit reinem Lesezugriff. Copilot kann Daten zur Auslastung von CPU, RAM und Grafikkarte abrufen, ebenso Speicherplatz, USB-Gerätestatus, Akkuzustand und BIOS-Informationen. Auch der Windows-Update-Status, Aktivitäten des Virenschutzes, Netzwerkverbindungen und Systemstartzeiten sind für die KI einsehbar.

Allerdings: Eine echte Fehlerdiagnose oder automatische Reparatur bietet die Funktion nicht. Will ein Nutzer etwa „Grand Theft Auto V“ installieren, erkennt Copilot zwar, dass die verfügbaren 87 Gigabyte für die benötigten 100 GB nicht reichen – freiräumen kann der Assistent den Speicher aber nicht.

Der Haken am Helfer

Die Einführung der Diagnosefunktion lenkt den Blick auf ein Paradoxon: Copilot selbst ist ein ressourcenhungriger Gast. Der Assistent läuft als Web-App mit einer privaten Instanz von Microsoft Edge und kann im Leerlauf bis zu einem Gigabyte RAM belegen. Zum Vergleich: Altbewährte Tools wie der Ressourcenmonitor oder die Windows-Leistungsdiagnose liefern ähnliche Echtzeitdaten – ganz ohne den Overhead einer KI-Oberfläche.

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Datenschutz: Zwischen Versprechen und Realität

Microsoft betont, dass die KI über PC Insights keine persönlichen Dateien zum Training verwendet. Die Funktion fragt standardmäßig bei jeder Datenabfrage um Erlaubnis. Doch Analysten weisen auf ein grundsätzliches Problem hin: Windows 11 sammelt ohnehin stets „erforderliche Diagnosedaten“ – darunter Hardwaredetails, IP-Adressen und Absturzprotokolle, verknüpft mit einer eindeutigen Geräte-ID.

Während Enterprise-Versionen mit „Sicherheitsstufe 0“ eine weitere Einschränkung der Datenübertragung erlauben, fehlt diese Option in den Home- und Pro-Editionen. Zudem lässt sich PC Insights bislang nicht über Intune oder Gruppenrichtlinien verwalten – ein Manko für Unternehmen mit verwalteten IT-Umgebungen.

KI-Offensive auf breiter Front

Die PC-Insights-Funktion ist nur ein Puzzleteil in Microsofts KI-Strategie. Anfang Juli startete OpenAI die GPT-5.6-Modellfamilie mit den Varianten Sol, Terra und Luna – sie werden in Microsoft 365 Copilot integriert. Das Sol-Modell erzielte in medizinischen Tests 60,5 Punkte und übertraf damit den Durchschnitt menschlicher Ärzte (43,7 Punkte).

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Bereits Ende Juni hatte Microsoft das optionale Update KB5095093 veröffentlicht. Es behebt einen Systemfehler, bei dem die Protokolldatei des Capability Access Managers auf bis zu 500 Gigabyte anwachsen konnte. Zudem wurden Abstürze von Startmenü und Taskleiste auf bereitgestellten Geräten behoben.

Für Nutzer, die Ressourcen sparen wollen: Copilot und andere KI-Hintergrundfunktionen lassen sich über die Personalisierungs- und Taskleisteneinstellungen von Windows 11 deaktivieren. Das könnte angesichts des eigenen Appetits des Assistenten für viele die sinnvollere Option sein.