PC-Krise: 30 Prozent der HP-Computer bleiben bei Windows 10

Fast ein Drittel aller HP-Rechner läuft noch mit Windows 10. Die hohen Hardware-Anforderungen und steigende PC-Preise verhindern den Wechsel.

Trotz drängender Sicherheitsrisiken verweigert ein Großteil der Nutzer den Umstieg auf Windows 11. Der Grund: Die Hardware-Hürden sind für viele schlicht zu hoch.

HP hat interne Daten veröffentlicht, die ein branchenweites Problem offenlegen: Rund 30 Prozent aller installierten HP-Computer arbeiten noch mit Windows 10. Das ist kein Einzelfall, sondern spiegelt einen generellen Trend wider. Microsoft reagierte bereits und verlängerte die Sicherheitsupdates für das alte System bis Oktober 2027.

Sicherheitsrisiko: Fast 2000 Schwachstellen pro Gerät

Die Zahlen sind alarmierend. Eine aktuelle Studie des IT-Dienstleisters Lansweeper zeigt: Windows-10-Rechner haben im Schnitt 1903 aktive Sicherheitslücken. Zum Vergleich: Windows-11-Geräte kommen auf gerade einmal 652. Das bedeutet ein fast dreifach höheres Risiko für Nutzer, die nicht umgestiegen sind. Besonders brisant: Zwei Drittel dieser Schwachstellen gelten als hochkritisch oder kritisch.

Warum steigen dann nicht alle um? Die Antwort liegt in den technischen Anforderungen. Rund 40 Prozent aller Windows-10-Computer erfüllen die Hardware-Voraussetzungen für Windows 11 schlicht nicht. Das betrifft vor allem ältere Prozessoren und das fehlende TPM-2.0-Modul.

Wo die alten Systeme noch laufen

Laut Statcounter-Daten vom Juni 2026 laufen in den USA noch 19,28 Prozent aller Windows-PCs mit dem Vorgängersystem. Besonders hartnäckig zeigen sich kleine und mittlere Unternehmen: Hier liegt die Verweildauer bei 21,4 Prozent. Noch höher ist der Wert im Gesundheitswesen und der Pharmaindustrie mit 23 Prozent – Branchen, in denen spezialisierte Software oft nicht kompatibel ist.

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EU-Sonderweg: Kostenlose Updates bis 2026

Microsoft hat auf den Druck von Verbraucherschützern reagiert – zumindest in Europa. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gelten Sonderregeln für das Extended Security Updates (ESU)-Programm. Seit Oktober 2025 entfällt dort die Pflicht zur Windows-Backup-Nutzung. Nutzer erhalten kostenlose Sicherheitsupdates bis zum 13. Oktober 2026 – vorausgesetzt, sie melden sich mindestens alle 60 Tage mit einem Microsoft-Konto an.

Global läuft das ESU-Programm sogar bis Oktober 2027. Microsoft-CEO Satya Nadella verkündete zwar im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, dass Windows 11 die Milliarden-Nutzer-Marke schneller geknackt habe als sein Vorgänger. Doch die Zahl der Nachzügler bleibt offenbar groß genug, um diese Verlängerungen zu rechtfertigen.

Hardware-Krise: PC-Markt schrumpft

Der Druck zum Umstieg kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der globale PC-Markt steckt in einer Krise. Laut Counterpoint sanken die Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um vier Prozent im Jahresvergleich auf 65 Millionen Geräte. Das ist der erste Rückgang seit Anfang 2025.

Der Grund: explodierende Komponentenpreise. Die Preise für DRAM-Chips schossen im ersten Quartal um 110 Prozent nach oben, im zweiten folgten weitere 35 Prozent. Bei NAND-Speicher fielen die Steigerungen mit 126 und 44 Prozent noch extremer aus. Die Hersteller geben diese Kosten an die Kunden weiter – mit abschreckender Wirkung.

Während die großen Anbieter Federn lassen mussten – HP minus 8 Prozent, Dell minus 6 Prozent, Marktführer Lenovo minus 2 Prozent – legte Apple dank eines neuen Hardware-Launches um 13 Prozent zu. Einziger Lichtblick: Die Nachfrage aus Unternehmen zeigt sich stabil, da viele Firmen aus Sicherheitsgründen zu gezwungenen Upgrade-Zyklen übergehen.

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Windows 11: Das nächste Update kommt leise

Während Microsoft den Windows-10-Ausstieg managt, arbeitet der Konzern bereits an der Zukunft. Das Update Windows 11 26H2 soll als sogenanntes Enablement Package ausgeliefert werden – also als kleines Update, das keine neuen Funktionen mitbringt, sondern lediglich den Support-Zeitraum verlängert. Voraussetzung: Das Gerät läuft bereits auf Version 24H2 oder 25H2.

Der Support für Version 24H2 endet planmäßig am 13. Oktober 2026. Microsoft hat zudem ein Zeichen gegen lästige Bloatware gesetzt: Am 22. Juli 2026 bestätigte Microsoft-EVP Pavan Davuluri, dass LG nach massiven Nutzerbeschwerden zugestimmt hat, die umstrittenen Werbe-Pop-ups in seiner Monitor-Software zu deaktivieren. Ein kleiner Sieg für die Nutzer – und ein Signal, dass Microsoft das Thema ernster nimmt.