Schuld sind explodierende Preise für Speicherchips.
Die PC-Branche erlebt einen herben Rückschlag. Im zweiten Quartal 2026 gingen die Auslieferungen global um bis zu 4,9 Prozent zurück – das Ende einer neun Quartale währenden Wachstumsphase. Hauptverantwortlich ist eine „Chipflation“ bei RAM- und Speicherkomponenten, deren Kosten innerhalb eines Jahres um bis zu 70 Prozent gestiegen sind.
Marktführer unter Druck
Laut Marktforschungsdaten von Omdia vom 20. Juli 2026 fielen die weltweiten PC-Lieferungen im zweiten Quartal auf 65,7 Millionen Einheiten – ein Minus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hart traf es Notebooks: Hier sanken die Auslieferungen um 4,2 Prozent auf 51,7 Millionen Stück. Desktops verloren mit 1,3 Prozent etwas weniger.
Die IDC-Zahlen vom 10. Juli zeichnen ein noch düstereres Bild: ein Rückgang von 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Geräte. Lenovo bleibt mit einem Marktanteil von 25,3 Prozent (Omdia) die Nummer eins, gefolgt von HP (19,8 Prozent) und Dell (14,1 Prozent).
Apple trotzt dem Trend
Ein Lichtblick: Apple konnte seine Auslieferungen dank des neuen MacBook Neo um 15,9 Prozent steigern (Omdia) und erreichte einen globalen Marktanteil von 11,1 Prozent. Der Erfolg des kalifornischen Konzerns zeigt, dass innovative Produkte selbst in schwierigen Zeiten Käufer finden.
Die Speicherkrise eskaliert
Die Ursache der Misere liegt in den Rohmaterialkosten. Analysten berichten von Preissteigerungen bei RAM und Speicherkomponenten zwischen 20 und 40 Prozent im Jahresvergleich. In Extremfällen, so Omdia, haben sich die Kosten seit Anfang 2025 sogar um 40 bis 70 Prozent erhöht.
Der Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat warnte am 18. Juli, dass sich die Speicherkrise weiter verschärfe. Die Folgen sind bereits sichtbar: Valves neue Steam Machine startete bei einem Basispreis von rund 1.049 Euro – ein Preis, der maßgeblich durch die hohen Fertigungskosten bestimmt wird.
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Der Chairman des südkoreanischen SK-Konzerns bezeichnete die RAM-Preise als „abnormal hoch“ und erwägt den Bau eines neuen Halbleiterwerks in den USA. Die Analysten von Jefferies rechnen im dritten Quartal 2026 mit weiteren Preissteigerungen von 40 bis 50 Prozent – und einer anhaltend hohen Preisphase bis mindestens 2027.
Produktionsengpässe bis 2027
Die Lage wird durch Kapazitätsengpässe bei den Herstellern zusätzlich verschärft. Der chinesische Speicherproduzent CXMT hat seine DRAM-Kapazitäten bereits bis Ende 2027 an Großkunden wie Dell, HP, Lenovo und Apple vergeben. Bis Jahresende will CXMT eine Produktion von 350.000 DRAM-Wafern pro Monat erreichen.
Während Hersteller wie TSMC und Micron im zweiten Quartal starke Ergebnisse vorlegten – Micron erzielte eine operative Marge von 80,4 Prozent –, droht dem Halbleiter-Superzyklus Gefahr durch Verzögerungen beim Bau von Rechenzentren und schwächelnde Nachfrage in den Bereichen Smartphones und PCs.
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Smartphone-Markt als Spiegelbild
Die Krise beschränkt sich nicht auf PCs. Auch der globale Smartphone-Markt verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Rückgang von 11 Prozent. Die Parallelen sind offensichtlich: Beide Branchen leiden unter denselben Lieferkettenproblemen und explodierenden Komponentenkosten.
Für Verbraucher bedeutet dies: Wer einen neuen PC oder ein neues Smartphone braucht, sollte nicht zu lange warten. Die Preise werden vorerst nicht fallen – im Gegenteil.

