Während die Branche insgesamt schwächelt, feiert Apple mit seinem Einsteiger-Modell MacBook Neo ein überraschendes Wachstum.
Insgesamt wurden 65,7 Millionen Computer ausgeliefert – ein deutlicher Rückgang. Apple hingegen legte zu: 7,3 Millionen verkaufte Einheiten bedeuten die stärkste Expansion unter den großen Herstellern. Lenovo und HP halten zwar weiter die Spitzenplätze, kämpfen aber mit schrumpfenden Stückzahlen.
Lieferengpässe trüben den Erfolg
Seit seiner Markteinführung am 4. März 2026 ist der MacBook Neo ein Verkaufsschlager – doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Das Einstiegsmodell mit A18-Pro-Chip und einem Preis von umgerechnet rund 550 Euro war bereits im April vergriffen. Bestellungen zogen sich bis in den Mai.
Die Folgen sind dramatisch: Analysten haben ihre Prognosen für das MacBook Neo um 40 Prozent nach unten korrigiert. Statt der ursprünglich erhofften zehn Millionen Einheiten rechnet die Branche nun mit sechs bis sieben Millionen für das Gesamtjahr 2026. Grund ist eine Chip-Knappheit: KI-Unternehmen sichern sich den Großteil der 3-Nanometer-Produktionskapazitäten von TSMC, Apples wichtigstem Fertigungspartner.
Der Notebook-Markt insgesamt schrumpfte um 4,2 Prozent auf 51,7 Millionen Einheiten. Desktop-Computer verloren mit 13,9 Millionen Stück nur 1,3 Prozent. Lenovo führt mit 25 Prozent Marktanteil, gefolgt von HP (13 Millionen) und Dell (9,3 Millionen).
Intel schlägt zurück – das „Firefly Project“
Der Erfolg des MacBook Neo bleibt in der Konkurrenz nicht unbemerkt. Intel startet mit dem Firefly Project eine gezielte Gegenoffensive. Die neuen Chips basieren auf der Wildcat-Lake-Architektur und werden im 18A-Verfahren gefertigt. Sie sind speziell für günstige Notebooks konzipiert und enthalten eine KI-Einheit mit 40 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (TOPS).
Intel arbeitet mit Partnern wie Asus, Honor, HP und Lenovo zusammen. Mehr als 70 verschiedene Modelle sollen auf den Markt kommen. Ein erstes Beispiel: das Honor X14 2026 mit Intel Core 5 320, 16 Gigabyte RAM und 13,5 Stunden Akkulaufzeit – zum Preis von umgerechnet rund 570 Euro.
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Windows-Notebooks unter Kostendruck
Der Kampf um das Budget-Segment wird durch steigende Preise für Arbeitsspeicher und SSDs erschwert. Chinesische Marktforscher beobachten, dass Notebooks unter 5000 Yuan (etwa 640 Euro) zunehmend seltener werden. Der Grund: KI-Anwendungen treiben die Nachfrage nach Speicherchips in die Höhe, was die Preise um hunderte Yuan pro Gerät steigen lässt.
Dennoch gibt es starke Alternativen:
- Lenovo ThinkPad X1 Carbon Gen 14 Aura Edition: Ein knapp ein Kilogramm leichtes Premium-Gerät mit Intel Core Ultra 7 355 und 2,8K-OLED-Display, ab etwa 1.500 Euro
- Asus ExpertBook Ultra: Nur 990 Gramm schwer, Intel Core Ultra 7 356H und bis zu 24 Stunden Videowiedergabe
- Microsoft Surface for Business: Neue Modelle mit Snapdragon-X2-Prozessor und 80-TOPS-KI-Einheit, ebenfalls ab rund 1.500 Euro
Für Schnäppchenjäger gibt es aktuelle Angebote: Das HP OmniBook 3 mit 17,3-Zoll-Display für rund 410 Euro oder das Dell XPS 13 für etwa 550 Euro mit Bildungsrabatten.
MacBook Neo erobert die Klassenzimmer
Besonders spannend: Der MacBook Neo beginnt, die Windows-Dominanz im Bildungssektor zu brechen. In Kenia wird das Gerät zu einem Bildungspreis von umgerechnet etwa 670 Euro angeboten. Lokale Berichte zeigen, dass Privatschulen zunehmend auf Apple setzen – wegen niedrigerer Gesamtkosten durch effiziente Akkus, geringere Malware-Anfälligkeit und hohe Wiederverkaufswerte.
Technisch überzeugt der MacBook Neo als solides Einsteigergerät: 8 Gigabyte RAM, SSD-Schreibgeschwindigkeiten von rund 1380 MB/s und Leseraten von 1555 MB/s. Der A18-Pro-Chip erreicht im Geekbench-Metal-Test 30.899 Punkte. Das Basismodell mit 256 GB Speicher verzichtet auf Touch ID – die 512-GB-Variante für rund 640 Euro bietet den Fingerabdrucksensor.
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Ausblick: Ein heißer Herbst steht bevor
In der zweiten Jahreshälfte 2026 zeichnet sich ein intensiver Wettbewerb ab: Apples hauseigene Chips gegen die neue Intel- und Snapdragon-Welle. Die entscheidende Frage bleibt, ob die Hersteller die anhaltenden Halbleiter-Engpässe in den Griff bekommen. Gelingt das nicht, könnten sich die Lieferzeiten für viele Modelle weiter verlängern – und der Kampf um die begehrten Chips noch härter werden.

