Die weltweiten Auslieferungen von Personal Computern sind im dritten Quartal 2026 drastisch eingebrochen. Nach aktuellen Erhebungen des Marktforschungsinstituts Gartner sanken die weltweiten Channel-Auslieferungen von Windows-, macOS- und Chrome-OS-Desktops sowie Laptops im Jahresvergleich um 22,4 Prozent auf 55,4 Millionen Einheiten. Damit fiel das Marktvolumen nach einem Rückgang von 4,9 Prozent im Vorquartal wieder auf ein Niveau zurück, das zuletzt Anfang 2023 verzeichnet worden war.
Auch das Analysehaus IDC ermittelte für das dritte Quartal 2026 einen Einbruch um 20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 62,7 Millionen Einheiten, nachdem im dritten Quartal des Vorjahres noch 78,5 Millionen Geräte ausgeliefert worden waren.
Gegenüber dem Vorquartal entspricht dies einem Rückgang um 9,1 Prozent und dem zweiten Quartalsminus in Folge. Die Differenz zwischen den Berechnungen von Gartner und IDC liegt bei 7,3 Millionen Einheiten.
Das Marktforschungsinstitut Omdia beziffert die weltweiten PC-Auslieferungen, bestehend aus Desktops, Notebooks und Workstations, für das dritte Quartal auf 58,1 Millionen Einheiten, was einem Minus von 21,2 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Dabei gaben Desktop-Auslieferungen laut Omdia um 23,5 Prozent auf 11,7 Millionen Einheiten nach, während Notebooks um 20,6 Prozent auf 46,4 Millionen Einheiten fielen.
Explodierende Speicherkosten verteuern Hardware
Als wesentlichen Treiber des Marktrückgangs nennt Gartner stark gestiegene Speicher- und Storage-Kosten, die von den Herstellern an die Endkunden weitergegeben wurden. Demnach lagen die DRAM-Kosten im zweiten Quartal 2026 fünfmal so hoch wie im Vorjahreszeitraum.
Omdia berichtet, dass der Kostenanteil für DRAM und SSDs an einem PC von typischerweise etwa 15 Prozent auf fast 40 Prozent gestiegen sei, während sich die Preise mehr als vervierfacht hätten.
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IDC führt die Marktschwäche zudem auf Vorzieheffekte zurück: Im ersten Halbjahr 2026 hätten Vorab-Bevorratungen vor anstehenden Preiserhöhungen stattgefunden, nachdem das erste Quartal 2026 gestützt durch die Windows-10-Migration noch ein Plus von 3,2 Prozent auf 65,6 Millionen Einheiten erreicht hatte.
Zudem konkurriere der Ausbau künstlicher Intelligenz um Speicherchips wie HBM. Dies führe zu Preisanstiegen zwischen 10 und 23 Prozent. Einstiegs-PCs verteuerten sich laut IDC von 400 bis 500 US-Dollar auf fast 700 US-Dollar, während manche Laptops um 100 bis 400 US-Dollar teurer wurden.
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IDC erwartet, dass die PC-Preise infolge der Komponentenkosten, geopolitischer Faktoren und des schwachen Makroumfelds bis Ende 2027 auf hohem Niveau verharren. Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert Omdia ein Minus von 24 Prozent im Jahresvergleich sowie einen Rückgang von 7 Prozent für das Gesamtjahr 2027.
Hersteller verlagern Schwerpunkt auf KI-Geräte
Bei den Herstellern behauptete Lenovo laut Gartner die Marktführerschaft mit 14,993 Millionen Einheiten und einem Marktanteil von 27,1 Prozent, verzeichnete jedoch ein Minus von 22,4 Prozent. IDC beziffert Lenovos Volumen auf 14,9 Millionen Geräte (23,8 Prozent Marktanteil, minus 22,6 Prozent).
Den stärksten Rückgang unter den führenden Anbietern verbuchte HP: Laut Gartner fielen die Auslieferungen um 30,9 Prozent auf 10,366 Millionen Einheiten, wodurch der Marktanteil von 21 Prozent auf 18,7 Prozent schrumpfte. IDC meldet für HP ebenfalls 10,3 Millionen Einheiten und ein Minus von 30,9 Prozent.
Dell verzeichnete laut Gartner 7,583 Millionen Einheiten (minus 25,4 Prozent, 13,7 Prozent Anteil), während IDC das Volumen mit 7,6 Millionen Einheiten beziffert. Zusammen verloren Lenovo, HP und Dell laut IDC 4,2 Prozentpunkte Marktanteil.
Apple verzeichnete laut Gartner mit 5,835 Millionen Einheiten und einem Rückgang um 7,1 Prozent das geringste Minus unter den Top 6 und steigerte seinen Marktanteil dank des MacBook-Portfolios um 1,7 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent.
ASUS lieferte laut Gartner 4,677 Millionen Geräte aus (minus 13,0 Prozent), Acer 3,866 Millionen Einheiten (minus 11,2 Prozent). Beide Hersteller konnten trotz sinkender Stückzahlen Marktanteile hinzugewinnen.
Gartner-Analyst Banerjee erklärte, dass Preise, die Neupriorisierung knapper Bauteile und teurere Gerätekonfigurationen das Marktgeschehen prägten, während Budgets in Workstations und AI-PCs statt in breite Flottenerneuerungen flössen. HP-Finanzvorständin Karen Parkhill hatte bereits im August angekündigt, das Unternehmen priorisiere höherpreisige Geräte.
Im Fiskalquartal bis zum 31. Juli machten AI-PCs 46 Prozent der HP-Auslieferungen aus. Laut Microsoft-CEO Nadella entfallen branchenweit 40 Prozent der PC-Auslieferungen auf AI-PCs, wobei neue Systeme wie das Surface Laptop Ultra oder das HP ZBook Ultra G3a Preise von über 2.500 US-Dollar erreichen.

