Der globale Markt für Personal Computer verzeichnete im dritten Quartal 2026 einen massiven Absatzrückgang. Wie Marktforschungsberichte von Omdia und IDC vom 9. Oktober 2026 zeigen, brachen die weltweiten Auslieferungen von Laptops, Desktops und Workstations im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als zwanzig Prozent ein.
Verantwortlich für den Einbruch sind unter anderem eine durch den KI-Boom ausgelöste Speicherknappheit sowie vorgezogene Beschaffungen in den ersten Monaten des Jahres.
Deutlicher Rückgang bei Desktops und Notebooks
Die beiden Marktforschungsinstitute beziffern das Ausmaß des Markteinbruchs anhand unterschiedlicher Zählemethoden. Laut Omdia sanken die weltweiten PC-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem dritten Quartal 2025 um 21,2 % auf 58,1 Millionen Einheiten. Dies markiert den stärksten Rückgang seit dem ersten Quartal 2023. Das Segment der Desktops schrumpfte dabei um 23,5 % auf 11,7 Millionen Geräte, während Notebooks und Laptops um 20,6 % auf 46,4 Millionen Einheiten nachgaben.
IDC erfasste für das dritte Quartal 2026 ein Minus von 20,1 % im Jahresvergleich auf 62,7 Millionen Einheiten, nachdem im Vorjahresquartal noch 78,5 Millionen Einheiten erreicht worden waren. Dies entspricht einem Rückgang um 15,8 Millionen Einheiten.
Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 fiel das Volumen laut IDC um 9,1 %. Damit verzeichnete das Institut nach einem Minus von 3,8 % im Vorquartal den zweiten Rückgang in Folge.
Führende Hersteller verzeichnen Einbußen
Unter den großen Herstellern führten nach Berechnungen von IDC Lenovo mit 14,9 Millionen ausgelieferten Geräten (minus 22,6 %) und einem Marktanteil von 23,8 % das Feld an.
Omdia bezifferte Lenovos Auslieferungen ebenfalls auf 14,9 Millionen Einheiten (minus 22,9 %) bei einem Marktanteil von rund 26 %. Dahinter folgte HP mit 10,3 Millionen Einheiten, was laut IDC einem Minus von 30,9 % und laut Omdia von 31 % entspricht.
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Der IDC-Marktanteil von HP ging von 19,1 % auf 16,5 % zurück (unter Berücksichtigung eines Quartalsanteils von 16,3 %). Dell lieferte 7,6 Millionen Einheiten aus (IDC: minus 25,0 %, Marktanteil 12,1 %; Omdia: minus 25 %). Zusammen büßten Lenovo, HP und Dell laut IDC 4,2 Prozentpunkte Marktanteil ein.
Apple erreichte laut IDC 5,9 Millionen Einheiten (minus 11,3 %, Marktanteil 9,3 %), während Omdia für Apple 6,8 Millionen Geräte (minus 11,3 %) auswies.
Asus folgte mit 5,5 Millionen Einheiten bei IDC (minus 8,6 %, Marktanteil 8,7 %) beziehungsweise 5,4 Millionen bei Omdia (minus 6,6 %, Marktanteil 9,3 %). Die übrigen Anbieter kamen laut IDC auf 18,4 Millionen Einheiten (minus 14,0 %).
Speicherpreise belasten Komponentenbudgets
Als Hauptursache der Entwicklung gelten Vorzieheinkäufe im ersten Halbjahr, mit denen Kunden erwarteten Preissteigerungen zuvorkommen wollten. Dies führte zu hohen Lagerbeständen und einer entsprechend schwachen Nachfrage im dritten Quartal. Gleichzeitig belasten Engpässe bei Speichermodulen infolge der hohen Nachfrage aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz die Lieferketten.
Laut Omdia stieg der Anteil von DRAM und SSDs an den gesamten PC-Komponentenkosten von rund 15 % auf fast 40 %, wobei sich die Komponentenpreise mehr als vervierfachten. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Omdia mit weltweiten DRAM-Umsätzen von über 372 Milliarden US-Dollar, nach 151 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.
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Koreanische Marktdaten vom 30. September 2026 bezifferten den Preis für einen 8-Gbit-DDR4-DRAM-Chip auf 26 US-Dollar, verglichen mit 6,30 US-Dollar im September 2025. Ein 128-Gbit-MLC-NAND kostete 30,60 US-Dollar nach 3,80 US-Dollar im Vorjahr.
Wie TrendForce am 30. September 2026 prognostizierte, steigen die Vertragspreise für konventionellen DRAM im Quartal um 10 bis 15 %, für NAND um 15 bis 20 % und für Enterprise-SSDs um 23 bis 28 %.
Der Speicherhersteller Micron hat laut Berichten vom 10. Oktober 2026 bereits über 75 % seiner Produktionskapazitäten für 2027 gebunden; 26 strategische Kundenvereinbarungen sichern dem Unternehmen Zusagen über 32 Milliarden US-Dollar.
Auch Softwarekonzerne reagieren: Microsoft senkt Medienberichten zufolge den enthaltenen OneDrive-Speicher für geteilte Microsoft-365-Konten möglicherweise um bis zu 4 TB.
Weiterhin angespannte Aussichten
Für Endkunden zeichnet sich kurzfristig nur bedingt eine Entlastung ab. Zwar hält IDC vorübergehende Rabatte infolge der hohen Lagerbestände für möglich, geht jedoch davon aus, dass die Preise über dem Vorjahresniveau verharren und dieses nicht wieder erreichen.
Gartner prognostizierte einen Anstieg der PC-Preise um bis zu 17 % im Jahresvergleich. Omdia rechnet für das vierte Quartal 2026 mit einem weiteren Minus von 24 % und für das Gesamtjahr 2027 mit einem Rückgang um 7 %.
IDC wies am 9. Oktober 2026 darauf hin, dass sich die Aussichten für das restliche Jahr 2026 und für 2027 bei einer schwächeren Konjunktur weiter eintrüben könnten. Acer-Chef Jason Chen stellte erst ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sinkende PC-Preise in Aussicht, sobald zusätzliche chinesische Fertigungskapazitäten für Speicher bereitstehen.

