PC-Markt schrumpft erstmals seit zwei Jahren um 4–5 Prozent

Erstmals seit über zwei Jahren sinken die PC-Auslieferungen weltweit. Apple kann seinen Absatz dank starker Nachfrage steigern.

Der weltweite PC-Markt ist im zweiten Quartal 2026 geschrumpft – und das zum ersten Mal seit über zwei Jahren. Grund sind eine anhaltende Speicherknappheit und steigende Komponentenpreise. Während Branchengrößen wie HP und Dell Federn lassen mussten, konnte Apple deutlich zulegen.

Speicherkrise belastet die gesamte Branche

Zwischen 65 und 68,2 Millionen ausgelieferte PCs – das entspricht einem Rückgang von vier bis fünd Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit endet eine Serie von neun aufeinanderfolgenden Wachstumsquartalen. Hauptverantwortlich ist ein akuter Mangel an Speicherchips, der nach Einschätzung von Marktforschern noch bis ins Jahr 2027 anhalten dürfte.

Die Folgen sind dramatisch: Die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs werden 2026 voraussichtlich um 18,3 Prozent steigen. Der Grund liegt in der hohen Nachfrage nach High-Bandwidth-Speicher (HBM) für Künstliche Intelligenz, die das Angebot an Consumer-DRAM massiv verknappt hat. Allein die Preise für DDR5-Speicher haben sich im Juli auf das 4,5-fache des Vorjahresniveaus verteuert. Die großen taiwanesischen Mainboard-Hersteller wie ASUS und Gigabyte haben ihre Auslieferungsprognosen für 2026 bereits zum zweiten Mal nach unten korrigiert – sie rechnen nun mit weniger als zehn Millionen Einheiten.

Apple trotzt dem Abwärtstrend

Während HP und Dell im zweiten Quartal Einbußen von neun beziehungsweise fünd Prozent hinnehmen mussten, steigerte Apple seine Auslieferungen um 10,1 Prozent. Das Unternehmen profitierte von einem starken Upgrade-Zyklus bei seinen neuesten Smartphones und stabilen Verkaufszahlen im Computerbereich. In den USA erreichte Apple 2025 bereits einen Anteil von elf Prozent am Geschäftskundenmarkt. Auch in China und Indien zeigte sich der Konzern in der ersten Jahreshälfte 2026 robust.

Ganz immun gegen die Lieferketten-Inflation ist aber auch Apple nicht. Das MacBook Neo, das am 4. März zu einem Preis von 599 US-Dollar (umgerechnet rund 550 Euro) auf den Markt kam, wurde im Juni aufgrund gestiegener Speicherkosten auf 699 Dollar (etwa 640 Euro) angehoben. Dennoch erwarten Marktforscher, dass das Gerät Apples Anteil im günstigen Notebook-Segment deutlich steigern wird.

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Für den Herbst 2026 bereitet Apple eine umfassende Auffrischung seiner Mac-Reihe vor. Erwartet werden unter anderem ein einsteigertaugliches 14-Zoll-MacBook Pro mit dem neuen M6-Chip, der im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Auch High-End-Modelle mit 14 und 16 Zoll sowie OLED-Touchscreens stehen in den Startlöchern.

Neue Leasing-Modelle und Führungswechsel

Um trotz steigender Hardwarekosten weitere Verkäufe anzukurbeln, startet Apple am 28. Juli ein Geräte-Leasing-Programm in den USA. In Zusammenarbeit mit dem Fintech-Unternehmen Klarna können Kunden iPhones, Macs, iPads und Apple Watches leasen – mit monatlichen Raten, die niedriger ausfallen als bei herkömmlichen Finanzierungen. Die Laufzeiten betragen 24 Monate für Mobilgeräte und 36 Monate für Tablets und Computer. Ausgenommen sind zunächst das Einsteiger-MacBook Neo und das iPhone 16.

Gleichzeitig steht ein bedeutender Führungswechsel bevor: CEO Tim Cook wird seine Verantwortung im September an John Ternus übergeben. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple Anfang der Woche kurzzeitig wieder zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufstieg – mit einer Marktkapitalisierung von 4,88 Billionen US-Dollar (rund 4,5 Billionen Euro).

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Regionale Unterschiede prägen das Bild

Der US-PC-Markt, der im Schlussquartal 2025 dank kommerzieller Windows-11-Upgrades noch um drei Prozent gewachsen war, wird 2026 voraussichtlich um etwa 13 Prozent einbrechen. Einige Hersteller stemmen sich jedoch gegen den Trend: Acer belegte im zweiten Quartal 2026 den fünften Platz im US-Markt und verzeichnete ein Wachstum von 12,8 Prozent – angetrieben durch starke Chromebook-Verkäufe während sommerlicher Aktionswochen.

In China sanken die Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal um zwei Prozent. Doch sowohl Apple als auch Huawei konnten zulegen: Apples Auslieferungen stiegen in der Region um 23 Prozent – genauso stark wie die von Huawei. Android-Hersteller mussten dagegen ihre Preise erhöhen, um die gestiegenen Speicherkosten auszugleichen.

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