Der weltweite PC-Markt ist im zweiten Quartal 2026 erstmals seit neun Quartalen wieder geschrumpft. Während die Branche unter steigenden Komponentenkosten leidet, legt Apple mit seinen Macs überraschend zweistellig zu.
Markt schrumpft um knapp fünf Prozent
Die Zahlen sind eindeutig: Laut IDC fielen die globalen PC-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Einheiten. Counterpoint Research verzeichnete mit 65 Millionen Geräten einen Rückgang um vier Prozent. Damit endet eine neun Quartale währende Wachstumsphase.
Schuld an der Misere ist vor allem der Speichermarkt. Die Vertragspreise für DRAM schossen im ersten Quartal um 110 Prozent in die Höhe, gefolgt von weiteren 35 Prozent im zweiten Quartal. Bei NAND-Flash-Speicher fiel der Anstieg noch drastischer aus: 126 Prozent im ersten, weitere 44 Prozent im zweiten Quartal. Diese Kostenexplosion belastet die gesamte Hardwareindustrie.
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Während Lenovo, HP und Dell Federn lassen mussten, gelang Apple ein bemerkenswerter Coup. Die Auslieferungen der Mac-Reihe stiegen je nach Analystenhaus zwischen 10,1 und 13 Prozent. Treiber des Wachstums: das MacBook Neo, das zunächst für 599 US-Dollar auf den Markt kam und später auf 699 US-Dollar angehoben wurde.
Auch auf dem indischen Markt zeigt Apple Stärke. Während die Smartphone-Verkäufe dort insgesamt um 13 Prozent einbrachen, war Apple der einzige große Hersteller mit Wachstum. Der Marktanteil der Kalifornier in Indien erreichte zehn Prozent – getragen von den Modellen iPhone 17 und iPhone 16.
Die großen Fünf dominieren
Die Top fünf der PC-Hersteller kontrollierten im zweiten Quartal rund 78 Prozent des Gesamtmarktes:
- Lenovo bleibt mit 16,6 Millionen ausgelieferten Geräten die Nummer eins, verzeichnet aber ein Minus von zwei Prozent. Der Marktanteil liegt zwischen 24,4 und 25,6 Prozent.
- HP büßte acht bis neun Prozent ein und kam auf rund 13 Millionen Einheiten.
- Dell meldet einen Rückgang von fünf bis sechs Prozent.
- ASUS konnte als zweiter Gewinner neben Apple ein Plus von vier Prozent verbuchen.
Das Geschäft mit Privatkunden schwächelt, der kommerzielle Sektor zeigt sich robuster. Unternehmen investieren weiter in neue Hardware – getrieben durch das Ende des Supports für ältere Windows-Versionen und die wachsende Nachfrage nach KI-fähigen PCs.
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Speicherkrise treibt Preise – Ausblick bis 2027
Die Speicherknappheit wird den Markt noch länger beschäftigen. IDC rechnet mit Engpässen bis mindestens 2027. Für das laufende Jahr sagen die Analysten einen Anstieg der durchschnittlichen PC-Verkaufspreise um 18,3 Prozent voraus.
Die steigenden Kosten könnten Unternehmen dazu bewegen, ihre Hardware länger zu nutzen oder verstärkt auf generalüberholte Geräte zu setzen. Besonders drastisch ist die Lage bei günstigen Smartphones: Laut Omdia entfallen bei Einsteigermodellen inzwischen über 60 Prozent der Materialkosten auf Speicher. Bei High-End-Geräten sind es immerhin noch über 30 Prozent. Preisliche Entlastung wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.
Apple plant Einstieg in den Faltmarkt
Ein weiterer Paukenschlag zeichnet sich ab: Apple bereitet sein erstes faltbares Gerät vor, das noch 2026 oder Anfang 2027 auf den Markt kommen soll. Branchenkenner prognostizieren, dass Apple innerhalb des ersten Jahres 25 Prozent des globalen Faltmarktanteils erobern könnte – zulasten etablierter Anbieter wie Samsung.

