PC-Markt USA: Absatz um 7 Prozent eingebrochen, Preise steigen

US-PC-Auslieferungen gingen im ersten Quartal um 7 Prozent zurück. Acer erwartet bis Jahresende je nach Ausstattung 5 bis 20 Prozent höhere Preise.

Der Absatz von Personal Computern in den USA ist in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich eingebrochen. Marktanalysen zufolge belasten vor allem stark gestiegene Kosten für Speicherkomponenten sowie das Auslaufen von Upgrade-Zyklen die Branche. Branchenexperten prognostizieren für das Jahresende weitere Preiserhöhungen, die sowohl Hardware-Hersteller als auch Endverbraucher treffen werden.

Marktrückgang und veränderte Nachfragedynamik

Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Omdia sanken die US-PC-Auslieferungen (ohne Tablets) im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,0 % auf 15,8 Millionen Einheiten. Dies stellt den stärksten Rückgang seit dem dritten Quartal 2023 dar.

Als Hauptursachen gelten die drastisch gestiegenen Preise für PC-Speicher und Storage-Lösungen. Zudem habe das Ende des Windows-11-Upgrade-Zyklus die Nachfrage bereits im Vorfeld erschöpft, während der kommerzielle Markt kurzfristig rückläufige Tendenzen aufweise.

Diese Entwicklung wird durch Erhebungen von IDC gestützt, die für das zweite Quartal 2026 einen Marktrückgang von 4,9 % ausweisen. Auch hier wird der herrschende Speichermangel als wesentlicher Faktor für die schrumpfenden Absatzzahlen angeführt.

Acer prognostiziert deutliche Preissteigerungen für das Jahresende

Der Chairman von Acer, Jason Chen, gab einen Ausblick auf die Preisgestaltung für das vierte Quartal 2026. Demnach sei je nach Speicher- und SSD-Konfiguration mit einem Anstieg der PC-Preise um 5 % bis 20 % zu rechnen. Chen geht davon aus, dass das Preisniveau Mitte 2027 seinen Höhepunkt erreichen wird, bevor in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit einem Rückgang zu rechnen sei.

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Zur aktuellen Versorgungslage erklärte Chen, dass DDR4- und DDR5-Speicher nicht mehr akut knapp seien und DDR4-Module teilweise sogar im Überangebot stünden.

Engpässe gebe es hingegen weiterhin bei spezifischen Komponenten wie LPDDR5 und DDR5 9600. Die Versorgung mit Prozessoren (CPUs) habe sich stabilisiert, mit Ausnahme von Microsoft-Low-Cost-Lizenzvarianten und bestimmten Einstiegsmodellen. Langfristig erwartet Acer durch neue chinesische Halbleiterkapazitäten eine Entlastung des Marktes ab Mitte 2027.

Kostenexplosion bei Prozessoren, Grafikchips und Leiterplatten

Neben den Speicherkosten steigen auch die Preise für andere Kernkomponenten massiv an. Intel kündigte die dritte CPU-Preiserhöhung seit Ende 2025 an. Ab dem 5. Oktober 2026 sollen die Preise für Prozessoren um etwa 10 % steigen.

Auch AMD informierte Partner über Preisanpassungen im Bereich von rund 10 % für das vierte Quartal 2026. Diese betreffen AI-Beschleuniger, Radeon-Grafikkarten und Mainboard-Chipsätze, während Ryzen-CPUs laut Berichten davon ausgenommen bleiben. Als Grund für diese Schritte werden gestiegene Fertigungsgebühren beim Auftragsfertiger TSMC genannt.

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Zusätzlich verschärft sich die Situation bei den Materialkosten. Berichten zufolge könnten die Kosten für Leiterplatten (PCB) bis zum Ende des Jahres 2026 um bis zu 50 % steigen.

Für den Speicherhersteller Micron erwies sich das Marktumfeld im Geschäftsjahr 2025 derweil als äußerst lukrativ: Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz um 49 % auf 37,4 Milliarden US-Dollar, wobei insbesondere der Bereich High Bandwidth Memory (HBM) stark zum Ergebnis beitrug.

Makroökonomische Belastungsfaktoren für US-Unternehmen

Zusätzlich zu den spezifischen Herausforderungen der Tech-Branche geraten US-Unternehmen durch allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen unter Druck. Neben Handelszöllen belasten gestiegene Kraftstoffpreise und die im September 2026 durchgeführte erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit drei Jahren die Kalkulationen.

Beispiele aus der Industrie verdeutlichen die Lage: So haben sich Kosten für einzelne Bauteile wie Motorhalterungen mehr als verdoppelt, während Unternehmen wie Home Depot berichten, dass Rückerstattungen aus Zöllen vollständig durch gestiegene Energie- und Rohstoffkosten aufgezehrt wurden.