Branchenexperten und Hersteller warnen vor einer dauerhaften Preisrallye bei Arbeitsspeicher und SSDs, die den PC-Markt grundlegend verändern wird.
Auf der ISC 2026 in Hamburg schlug Lenovo am 27. Juni Alarm: Die hohen Preise für DRAM und NAND-Flashspeicher seien die neue Normalität – und könnten vier bis fünf Jahre anhalten. Haupttreiber dieses „RAMageddon“ ist der unstillbare Hunger der Künstlichen Intelligenz nach High Bandwidth Memory (HBM). Giganten wie Samsung, SK hynix und Micron haben ihre Fertigung massiv auf KI-Beschleuniger umgestellt und vernachlässigen die Produktion von Consumer-Speicher.
Preisexplosion um bis zu 130 Prozent
Die Folgen für Endverbraucher sind dramatisch. Marktdaten zeigen: Allein im ersten Quartal 2026 verteuerten sich DRAM-Bausteine um 80 bis 90 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2025. Die Analysten von Gartner rechnen bis Jahresende mit einem Gesamtanstieg von 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Micron-CEO Sanjay Mehrotra spricht von strukturellen Engpässen, die eine schnelle Produktionsausweitung unmöglich machen. Die gesamte Micron-Produktion sei faktisch bis 2030 ausverkauft. Eine leichte Entspannung am Markt erwartet er frühestens 2028. Microsoft bestätigt den Trend: Speicherkosten haben sich bereits um das 2,5-Fache erhöht – und könnten sich bis Mitte 2027 noch einmal verdoppeln.
Hersteller geben Kosten an Kunden weiter
Die steigenden Komponentenpreise zwingen Hardware-Anbieter zu drastischen Maßnahmen. Apple erhöhte am 25. Juni die Preise für Mac, iPad und HomePod um umgerechnet 100 bis 500 Euro. Tim Cook begründete den Schritt mit der „intensiven Nachfrage nach RAM durch die KI-Industrie“. Die Anleger quittierten dies mit einem Kursrutsch von sechs Prozent.
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Auch die Gaming-Branche bleibt nicht verschont:
– Valve: Die neue Steam Machine kostet für das 512-GB-Modell stolze 1.049 Euro. Trotz lautstarker Kundenproteste hält Valve am Preis fest.
– Microsoft: Die Xbox Series S wird ab August voraussichtlich 20 Prozent teurer.
– Handhelds: Hochwertige tragbare Konsolen mit KI-Funktionen kosten regional bereits über 2.700 Euro.
Branchenexperten warnen: Der Markt für Laptops unter 500 Euro könnte bis 2028 komplett verschwinden.
Strategien gegen die Preisflut
Doch es gibt Lichtblicke für Sparfüchse und Bastler. Aktuelle Tests vom 27. Juni zeigen: All-AMD-Systeme bieten derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Mittelklasse-Gaming-PC mit Ryzen 5 7600X (rund 147 Euro) und RX 9070 XT (rund 650 Euro) schlägt die Konkurrenz – die AMD-Karte ist rund 25 Prozent schneller als die vergleichbare Nvidia RTX 5070.
Einige Hersteller setzen auf Altbewährtes: Goodram bringt mit der Rival DDR4 Radiant-Serie neue Speicherriegel im alten DDR4-Standard. Während DDR5 für neue Plattformen gesetzt ist, bieten die 16-GB-Kits für rund 160 Euro einen günstigeren Einstieg.
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Auch Software-Lösungen helfen. Valve bestätigte, dass SteamOS 3.8 nun deutlich mehr Hardware unterstützt – inklusive Nvidia- und Intel-Systeme. Das erlaubt den Bau eigener „Steam Machines“ ohne den teuren Original-Aufpreis. Marvell wiederum präsentierte mit den Structera CXL-Beschleunigern eine Technik, die Daten um das 3,6-Fache komprimiert und so vorhandene Speicherkapazitäten in Rechenzentren besser nutzt.
Wer auf der Suche nach einem Fertig-PC ist, kann zumindest kurzfristig bei Aktionen zugreifen: Corsair gewährt auf seine Vengeance- und i7600-Gaming-PCs Rabatte von bis zu 300 Euro – noch bis zum 19. Juli 2026.

