PCIe Gen 6: ScaleFlux präsentiert 28 GB/s-Controller zur FMS

Neue Controller und Server-Plattformen beschleunigen den Umstieg auf den schnellen PCIe Gen 6-Standard für KI-Rechenzentren.

Chip- und Serverhersteller treiben den Umstieg auf den schnellen PCIe Gen 6-Standard voran. Die neuen Komponenten sollen den wachsenden Datenhunger von Künstlicher Intelligenz und Hyperscale-Rechenzentren stillen. Besonders die Ankündigungen von ScaleFlux und die Einführung der neuen AMD EPYC-Prozessoren der 9006er-Serie markieren einen deutlichen Technologiesprung.

ScaleFlux präsentiert Speicher-Controller der nächsten Generation

Am 28. Juli 2026 kündigte ScaleFlux zwei neue Controller für die Dateninfrastruktur von morgen an. Der FC6116 ist ein PCIe Gen 6 NVMe-SSD-Controller, der sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von 28 GB/s und Schreibgeschwindigkeiten von 25 GB/s erreicht. Das Bauteil unterstützt bis zu 256 TB NAND-Flash und schafft 7 Millionen zufällige Lese-IOPS – bei einer Leistungsaufnahme von unter 9 Watt.

Parallel dazu stellte das Unternehmen den MC600 vor, einen PCIe Gen 6 CXL 3.2 Typ 3-Speichercontroller. Auch dieser kommt mit weniger als 9 Watt aus und unterstützt sowohl DDR4- als auch DDR5-Speichermodule mit Kapazitäten von bis zu 2 TB. Muster der neuen Produkte sollen im vierten Quartal 2026 ausgeliefert werden. Auf der FMS 2026 (4. bis 6. August) will ScaleFlux die Technologien erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. CEO Hao Zhong hält dort am 5. August eine Grundsatzrede.

Server-Ökosystem setzt auf AMD EPYC 9006

Den Umstieg auf PCIe Gen 6 treiben auch die neuen Server-Plattformen mit den AMD EPYC 9006-Prozessoren voran. Die Chips werden im 2nm-Verfahren gefertigt, bieten bis zu 256 Kerne und unterstützen nativ den neuen PCIe-Standard. Mehrere Hardware-Partner haben bereits ihre integrierten Lösungen vorgestellt:

AEWIN präsentierte eine umfassende Server-Palette, darunter den BS28-A10710, einen 2U-Speicher-Server mit Platz für bis zu 16 PCIe Gen 6 E3.S-Laufwerke. Die Serie umfasst zudem 1U- und 2U-KI-Server, die mehrere Grafikprozessoren mit Flüssigkeitskühlung aufnehmen können.

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Supermicro führte seine H15-Server-Familie ein, die auf der EPYC-9006-Serie basiert. In einer aktuellen Demonstration zeigte das Unternehmen ein 48U-Rack mit 168 dieser Prozessoren – insgesamt 43.008 Kerne. Die Produktpalette umfasst Hyper-, CloudDC- und Petascale-Storage-Konfigurationen.

Pegatron stellte auf der AMD AAI 2026 den GS205-2A2 vor, einen 2U-Dual-Socket-Server mit PCIe Gen 6-Unterstützung und Hochgeschwindigkeits-Netzwerkanbindung von bis zu 800 GBit/s.

Datenzentren rüsten schrittweise auf

Während die Gen-6-Komponenten die künftige Leistungsspitze markieren, arbeiten die Hersteller weiter an der Verfeinerung der aktuellen Gen-5-Technologie. Kioxia kündigte kürzlich seine NX1-Serie E1.S PCIe 5.0 NVMe-SSDs an, die eine um 38 Prozent höhere sequenzielle Schreibleistung als die Vorgängermodelle bieten und für den direkten Einsatz mit Flüssigkeitskühlung in hochdichten Umgebungen ausgelegt sind.

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Ebenfalls neu: HighPoint stellte eine Reihe von PCIe Gen 5 Peer-to-Peer (P2P) und GPU Direct-Speicherlösungen vor. Produkte wie der Rocket 1608A nutzen Broadcom-Switches, um eine direkte Kommunikation zwischen Speicher und Grafikprozessoren zu ermöglichen – unter Umgehung der CPU. Das reduziert die Latenzzeiten bei KI-Workloads erheblich.

Die gebündelten Fortschritte zeigen: Die Branche rüstet sich für eine Zukunft, in der die Anforderungen der KI-Infrastruktur die Grenzen aktueller Hardware-Generationen längst sprengen werden. Der Weg zu höherem Datendurchsatz und besserer Effizienz führt dabei unweigerlich über PCIe Gen 6.