Das Handelsministerium (MofCom) hat dazu Gespräche mit führenden Tech-Konzernen und Chip-Herstellern aufgenommen. Im Fokus stehen Maßnahmen, die westliche Unternehmen daran hindern sollen, an chinesisches geistiges Eigentum und vielversprechende Start-ups zu gelangen.
Beschränkungen für KI-Modelle und Trainingsdaten
Die geplanten Regeln zielen auf zentrale Komponenten der Künstlichen Intelligenz ab. Wie am heutigen Dienstag bekannt wurde, hat das MofCom unter anderem mit Alibaba, ByteDance, Zhipu AI und Moonshot AI beraten. Konkret geht es um die Einschränkung des Exports fortsrittlicher KI-Modelle – insbesondere der sogenannten Modellgewichte und der speziellen Trainingsdaten, die für Hochleistungssysteme benötigt werden.
Diese Komponenten könnten offiziell in den chinesischen Exportkontrollkatalog aufgenommen werden. Der Schritt unterstreicht den wachsenden Willen Pekings, das heimische KI-Ökosystem zu schützen – zumal chinesische Firmen zunehmend Modelle vorlegen, die mit den besten westlichen Entwicklungen mithalten können.
Auswirkungen auf die Chip-Industrie
Die möglichen Kontrollen betreffen auch die Halbleiterbranche. Die Behörden prüfen Einschränkungen für ausländische Chip-Hersteller wie TSMC und Qualcomm – konkret bei der Produktion von Hardware, die auf Designs chinesischer Firmen wie Huawei, Alibaba oder ByteDance basiert.
Durch strengere Endverbraucher-Kontrollen und höhere Hürden für Technologietransfers will Peking sicherstellen, dass kritisches Halbleiter-Know-how im Land bleibt. Beobachter berichten zudem, dass chinesische KI-Chip-Start-ups ihren Fokus zunehmend auf Edge-Geräte verlagern – also Robotik und intelligente Hardware – um Kosten zu senken und die Datensicherheit zu verbessern. Der Wettlauf um die Rechenzentren tritt damit in den Hintergrund.
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Technologische Meilensteine und neue globale Allianz
Die Verschärfung der Kontrollen fällt mit beeindruckenden technologischen Fortschritten zusammen. Erst am 17. Juli 2026 präsentierte Moonshot AI sein Open-Source-Modell Kimi K3 – mit stolzen 2,8 Billionen Parametern. Nur drei Tage später legte Alibaba mit einer Vorschau auf Qwen3.8 nach, das 2,4 Billionen Parameter umfasst. Die vollständigen Modellgewichte sollen bis zum 27. Juli veröffentlicht werden. Beide Unternehmen versprechen eine Leistung auf dem Niveau der internationalen Spitze.
Parallel dazu baut China seine diplomatischen Kanäle aus. Am 16. Juli 2026 wurde in Shanghai die World Artificial Intelligence Cooperation Organisation (WAICO) gegründet – mit 29 Regierungen als Gründungsmitgliedern. Ziel ist die internationale Zusammenarbeit und Regulierung von KI. Allerdings: Keine der G7-Volkswirtschaften ist an Bord. Die chinesische Führung betonte bei der Eröffnung, KI-Entwicklung müsse ein gemeinsames Projekt sein – keine „Solo-Performance“.
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Regionale Verunsicherung: Südkorea wägt ab
Die Aussicht auf strengere Kontrollen und neue Macht blöcke verunsichert die Nachbarn. Südkorea – ein enger Verbündeter der USA – zeigt sich vorsichtig. Vize-Premierminister Bae Kyung-hoon erklärte am 20. Juli, sein Land müsse die KI-Zusammenarbeit mit China sehr genau prüfen. Seoul erwägt derzeit Investitionen von umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro (3,5 Billionen Won) in eigene KI-Modelle und die nötige Rechenzentrums-Infrastruktur.
Chinesische Chip-Hersteller auf Expansionskurs
Trotz des regulatorischen Drucks sucht die chinesische Speicherchip-Branche weiterhin das Wachstum. Der DRAM-Hersteller CXMT treibt seinen Börsengang voran – mit einem angestrebten Volumen von umgerechnet rund 7,8 Milliarden Euro (8,5 Milliarden Dollar) an Shanghais STAR Market. Das Geld soll in neue Kapazitäten und die Entwicklung fortsrittlicher HBM3- und DDR5-Technologien fließen, um den Rückstand auf die internationale Konkurrenz zu verkürzen.

