Pennsylvania: KI-Werbung muss ab 21. Dezember sichtbar gekennzeichnet sein

Das Gesetz verpflichtet Werbetreibende ab dem 21. Dezember 2026 zu Hinweisen auf wesentlich KI-veränderte Anzeigen und sieht Ausnahmen vor.

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In Pennsylvania müssen Werbetreibende künftig offenlegen, wenn Werbeinhalte durch künstliche Intelligenz erzeugt oder wesentlich verändert wurden. Gouverneur Josh Shapiro unterzeichnete am 22. Oktober 2026 den Artificial Intelligence Deceptive Advertising Act. Das als Senate Bill 806 beziehungsweise Act 99 of 2026 geführte Gesetz passierte zuvor am 7. Oktober 2026 das Repräsentantenhaus des Bundesstaates mit 163 zu 40 Stimmen. Mit der Neuregelung gehört Pennsylvania zu den ersten US-Bundesstaaten, die eine solche Kennzeichnungspflicht für Werbeformate einführen.

Vorgaben für Formate und Platzierung

Die Regelung tritt am 21. Dezember 2026 in Kraft, genau 60 Tage nach der Ausfertigung durch den Gouverneur. Werbetreibenden bleibt bis zu diesem Stichtag Zeit, ihre Kampagnen an die neuen rechtlichen Vorgaben anzupassen. Das Gesetz untersagt den Einsatz von KI-Technologie in der Werbung nicht grundsätzlich, verpflichtet Unternehmen jedoch zu sichtbaren oder hörbaren Hinweisen.

Betroffen sind Anzeigen, die Bilder, Videos, Audios oder Texte enthalten, welche durch KI signifikant modifiziert oder generiert wurden, sofern beim Verbraucher ein falscher Eindruck über Herkunft, Art oder Echtheit der angebotenen Waren und Dienstleistungen entstehen könnte.

Die Transparenzhinweise müssen auf sämtlichen Kanälen geschaltet werden – von klassischen Fernsehspots bis hin zu Printflyern. Das Gesetz verlangt, dass die Kennzeichnung direkt im selben Format und Medium der Anzeige erscheint und bereits bei der ersten Wahrnehmung erkennbar ist.

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Zudem muss der Hinweis dauerhaft oder nur schwer entfernbar eingebunden sein. Das Regelwerk definiert dabei verbindliche Standards für Kontrast, Dauer, Platzierung, Lesbarkeit und Verständlichkeit.

Geltung über Staatsgrenzen hinaus und Ausnahmen

Die Reichweite des Gesetzes beschränkt sich nicht auf lokale Akteure. Auch Werbekampagnen, die außerhalb von Pennsylvania oder im Ausland produziert werden, fallen unter die Kennzeichnungspflicht, sobald sie sich an die Bevölkerung des US-Bundesstaates richten. Nationale Kampagnen müssen entsprechende Hinweise womöglich landesweit integrieren, um Verstöße zu vermeiden.

Gleichzeitig sieht das Gesetz Ausnahmen vor. Inhalte, die offensichtlich fiktiver Natur sind, bleiben ebenso von der Pflicht befreit wie Satire, Parodien, Kommentare, Kritiken und reiner Text.

Branchenbeobachter und Kritiker verweisen jedoch auf Unschärfen in den juristischen Texten. Begriffe wie eine signifikante Modifikation, offensichtliche Fiktion oder das Entstehen einer falschen Verbraucherwahrnehmung sind im Gesetzestext nicht näher definiert.

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Das Büro von Senator Nick Pisciottano, der die Gesetzesinitiative eingebracht hatte, äußerte sich auf Anfragen zur Auslegung nicht. Kritiker befürchten, dass vage Vorgaben vor allem kleine Betriebe belasten, während große Unternehmen mit Rechtsabteilungen solche Risiken leichter abfedern können.

Durchsetzung durch Behörden und rechtliche Abgrenzung

Private Klagerechte sieht die Neuregelung nicht vor. Die Durchsetzung obliegt stattdessen dem Attorney General von Pennsylvania sowie den 67 Bezirksstaatsanwälten des Bundesstaates. Bei Zuwiderhandlung drohen Zivilstrafen von bis zu 3.000 US-Dollar pro Fall, ergänzt um anfallende Anwalts- und Gerichtskosten.

Nach Feststellung der Kanzlei Loeb & Loeb enthält das Gesetz kein Kriterium für Vorsatz oder Fahrlässigkeit, da der Senat einen entsprechenden Nachweis über ein bewusstes Handeln strich. Damit unterscheidet sich das Regelwerk von Vorgaben anderer Bundesstaaten.

In New York greift seit dem 9. Juni 2026 das Synthetic Performer Law mit Strafen von 1.000 bis 5.000 US-Dollar, während in Kalifornien bereits seit dem 1. Januar 2025 Bestimmungen unter der Bezeichnung AB 2602 im Arbeitsgesetzbuch verankert sind.