Pentagon zwingt KI-Firma Anthropic in Ultimatum

Das US-Verteidigungsministerium stellt den KI-Entwickler Anthropic vor eine brutale Wahl: Entweder die firma entfernt bis Freitagabend ethische Sperren in ihrer KI Claude – oder sie verliert Millionendeals und ihren Zugang zu geheimen Militärnetzen. Ein Machtkampf um die Kontrolle über Kriegs-KI eskalierte diese Woche in Washington.

Ethische rote Linien gegen militärische „Vollzugriff“-Forderung

Im Zentrum des Konflikts stehen selbst auferlegte Sicherheitsvorkehrungen von Anthropic. Das Unternehmen verbietet den Einsatz seiner KI Claude für die Entwicklung vollautonomer Waffensysteme und für Massenüberwachung der eigenen Bevölkerung. Das Pentagon fordert nun „uneingeschränkten Zugang für alle rechtmäßigen Zwecke“.

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Verteidigungsminister Pete Hegseth überbrachte das Ultimatum am Dienstag persönlich an Anthropic-Chef Dario Amodei. Sollte das Unternehmen nicht einlenken, droht die Einstufung als „Risiko für die Lieferkette“. Das wäre ein wirtschaftliches Todesurteil, da andere Rüstungsfirmen dann keine Anthropic-Produkte mehr nutzen dürften. Als letztes Druckmittel schwebt der Defense Production Act im Raum – ein Gesetz, das die Regierung zur Kooperation zwingen könnte.

Wettlauf um die KI-Vorherrschaft im Pentagon

Der Konflikt verschärfte sich nach Berichten über Claudes Rolle bei der Gefangennahme des venezolanischen Führers Nicolas Maduro. Während die Details umstritten sind, brachte der Vorfall den Streit zum Überkochen.

Gleichzeitig erhöht die Konkurrenz den Druck: Elon Musks firma xAI hat den Forderungen des Pentagons bereits zugestimmt. Deren KI Grok darf nun in geheime Militärsysteme integriert werden. Das Pentagon vergab im Sommer 2024 Großaufträge an vier KI-Firmen, darunter Anthropic, Google, OpenAI und xAI. Doch nur Anthropic erhielt zunächst die Freigabe für klassifizierte Netzwerke.

Die US-Militärstrategie setzt voll auf KI. Projekte wie KI-gesteuerte Drohnenschwärme und automatische Gefechtsführung machen leistungsstarke Modelle wie Claude unverzichtbar. Das Pentagon will zur „KI-zuerst-Kriegsführungsmacht“ werden.

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Grundsatzfrage: Wer setzt die ethischen Grenzen?

Das Ultimatum stellt eine fundamentale Frage: Dürfen Technologieunternehmen dem Militär ethische Grenzen vorgeben? Das Pentagon argumentiert, dies sei undemokratisch und behindere rechtmäßige Operationen. Die Verantwortung liege beim Kongress, nicht bei Auftragnehmern.

Anthropic hingegen sieht seine Sicherheitsprinzipien als unverhandelbar. Ein Sprecher betonte „vertrauensvolle Gespräche“, um nationale Sicherheitsaufträge „verantwortungsvoll und zuverlässig“ zu unterstützen. Doch trotz des als höflich beschriebenen Treffens wich CEO Amodei nicht von den Kernprinzipien ab.

Die Entscheidung von Anthropic wird wegweisend für die gesamte Branche sein. Sie beeinflusst, wie KI-Firmen künftig mit Regierungen und Militärs zusammenarbeiten. Bis Freitag, 17 Uhr Ortszeit, muss das Unternehmen wählen: Prinzipientreue mit hohem finanziellen Risiko oder Kapitulation vor den Forderungen des mächtigsten Militärs der Welt.