Perplexity hat für seine Mac-Anwendung eine neue Funktion namens Hybrid Compute eingeführt, die KI-Aufgaben zwischen Cloud-Modellen und lokal auf dem Gerät laufenden Sprachmodellen aufteilt.
Das Unternehmen kündigte den Rollout an und machte gleichzeitig deutlich, dass die Nutzung lokaler Rechenleistung für Anwender keine zusätzlichen Kosten verursacht: Lokale Token sind kostenlos, ebenso das Einreihen von Aufgaben über das iPhone in die Warteschlange des Mac.
Aufteilung zwischen Cloud und Gerät
Im Kern der neuen Funktion steht die Entscheidung, welche Anfragen in der Cloud und welche lokal verarbeitet werden. Für rechenintensive oder komplexe Aufgaben greift Hybrid Compute auf Cloud-Modelle wie Opus 5 und GPT-5.6 Sol zurück.
Für sensiblere oder einfachere Aufgaben stehen lokale Modelle zur Verfügung, darunter Gemma E4B und Qwen 35B 3.6. Laut weiteren Angaben zu den lokalen Modelloptionen zählen dazu konkret Gemma 4 E4B, Qwen3.6 35B-A3B sowie ein von Perplexity selbst nachtrainiertes Qwen-Modell.
Der Cloud-first-Ansatz bleibt dabei die Grundlogik: Anfragen laufen standardmäßig über die Cloud-Modelle, mit einer lokalen Ausnahme für Daten, die als sensibel eingestuft werden.
Privacy Gate steuert den Datenfluss
Zentrales Element der Architektur ist ein sogenannter „Privacy Gate“, der reguliert, welche Informationen das Gerät überhaupt verlassen. Sensible Informationen und private Dateien werden demnach direkt auf dem Gerät verarbeitet, statt an Cloud-Server übermittelt zu werden.
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Der Privacy Gate kann dabei unterschiedlich reagieren: Er kann sensible Daten maskieren, sie ausschließlich lokal belassen, die Übertragung verweigern oder aktiv um die Zustimmung der Nutzer bitten.
Für die Erkennung sensibler Inhalte kommt ein On-Device-Klassifikator für personenbezogene Daten (PII) zum Einsatz. Dieser maskiert etwa Namen, Adressen und Kontonummern, bevor Informationen weiterverarbeitet werden. Der Klassifikator scannt Anfragen aktiv auf entsprechende Muster, um zu entscheiden, ob eine Verarbeitung in der Cloud überhaupt zulässig ist.
Der PII-Klassifikator wurde gemeinsam mit dem Secure Intelligence Institute entwickelt und ist als Open Source verfügbar. Ergänzend veröffentlichte Perplexity einen offenen Benchmark namens PII-TRACE, mit dem sich die Erkennungsleistung solcher Klassifikatoren überprüfen lässt.
Technische Voraussetzungen und Verfügbarkeit
Hybrid Compute steht Pro-, Max- und Enterprise-Abonnenten von Perplexity zur Verfügung. Voraussetzung ist ein Mac mit Apple-Silicon-Chip und macOS 15. Perplexity nennt dabei 24 Gigabyte Arbeitsspeicher als Minimum, empfiehlt jedoch 32 Gigabyte für einen reibungslosen Betrieb der lokalen Modelle.
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Ein weiteres Merkmal der Funktion ist die geräteübergreifende Nutzung: Anwender können Aufgaben auf dem iPhone starten, die anschließend lokal auf dem Mac ausgeführt werden. Dadurch lässt sich Rechenleistung des Mac auch dann nutzen, wenn der Nutzer primär mit dem iPhone interagiert.
Kostenfreie lokale Verarbeitung als Kernversprechen
Mit der Ankündigung, dass lokal verarbeitete Token keine Kosten verursachen, positioniert Perplexity die Funktion als Möglichkeit, Rechenlast auf die eigene Hardware der Nutzer zu verlagern, ohne dass dafür zusätzliche Gebühren anfallen.
Zusammen mit der Offenlegung des PII-Klassifikators als Open-Source-Projekt und der Veröffentlichung des PII-TRACE-Benchmarks unterstreicht das Unternehmen damit seinen Anspruch, den Umgang mit sensiblen Daten transparenter zu gestalten, während gleichzeitig die Rechenkosten für Nutzer sinken sollen.
Mehr zum Thema bei 9to5Mac: „Perplexity launches privacy-minded ‚hybrid compute‘ AI feature for Mac“

