Perplexity REA: Das KI-Werkzeug baut LibreOffice und Photopea nach

Das quelloffene REA verbindet Analysewerkzeuge mit KI-Agenten; Tests zeigen Erfolge, aber auch übersehene Funktionsaufrufe und Sicherheitsrisiken.

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Perplexity hat das quelloffene Werkzeug REA (Reverse Engineer Anything) als neue Funktion in Perplexity Computer integriert. Über den Befehl /reverse-engineer ermöglicht das System, bestehende Softwareprogramme ohne vorliegenden Quellcode zu analysieren und funktionsähnliche Versionen nachzubilden.

Die Aufgaben mit dem Werkzeug stehen allen Nutzern bis zum 31.10.2026 kostenlos zur Verfügung, wobei das Kontingent auf maximal 10.000 Credits pro Nutzer beschränkt ist. Perplexity-CEO Aravind Srinivas bezeichnete dieses Startguthaben als Bootstrapping-Guthaben.

Technische Anbindung und gezeigte Software-Klone

Das unter der MIT-Lizenz stehende Projekt stammt vom Entwickler morluto und ist auf npm verfügbar, wo die Einrichtung über den Befehl npx rea-agents@latest setup erfolgt. Das Werkzeug stellt keine neuartige Dekompilierungseinheit dar, sondern verbindet über das Model Context Protocol (MCP) bestehende Analysewerkzeuge wie Hopper, Ghidra und IDA mit KI-Agenten wie Claude Code und Codex.

Die Inspektion von Web-, JavaScript- und Electron-Anwendungen erfolgt ohne eine native Engine. Die eigentliche Code-Analyse läuft lokal ab: Stellt ein Agent Fragen zu einer Anwendung, liefert das System den Code, Datei- und Zeilenreferenzen sowie eine Liste noch ungelöster Punkte zurück.

Zur Veranschaulichung der Leistungsfähigkeit wurden fünf Nachbauten bekannter Anwendungen demonstriert:
– Ein Figma-Klon mit Ebenen, automatischem Layout, Login, Cross-Device-Synchronisation und Echtzeit-Kollaboration für mehrere Nutzer.
– Ein Klon von LibreOffice Calc, der Tabellenzellen, mathematische Formeln und automatische Diagramme umfasst.
– Ein Photopea-Klon mit Unterstützung für Ebenen, Masken, Farbkorrekturen und Typografie.
– Ein Nachbau der juristischen KI Harvey zur Vertragsprüfung mit Zitaten, Vertragssuche, Versionsvergleichen und automatischen Kennzeichnungen anhand von Regeln.
– Ein Audacity-Klon mit Werkzeugen für Tonschnitt, Audio-Mischung, Blenden und WAV-Export.

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Hohe Resonanz, Grenzen der Analyse und Risiken

Das Projekt verzeichnete einen rasanten Zuwachs an Aufmerksamkeit. Nachdem REA am 6.10.2026 noch unter 10.000 Stars zählte, kletterte das Projekt auf über 290.000 GitHub-Stars.

Zuvor verzeichnete das Repository nach Angaben eines Kolumnisten von ZDNet Korea am 16.10.2026 rund 280.000 Stars und etwa 70.000 Forks. Ein Forenbeitrag auf Reddit zu dem Tool erzielte rund 14.700 Upvotes.

Gleichzeitig verweist Entwickler morluto darauf, dass keine Garantie für eine vollständige Rekonstruktion des ursprünglichen Quellcodes bestehe. Praktische Tests zeigten gemischte Ergebnisse: Beim Testen des Datenkompressionsprogramms bzip2 wurden die Zielfunktion, ein Aufrufer und 24 aufgerufene Funktionen korrekt erfasst.

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Bei einer Überprüfung des Hilfsprogramms esmtool von OpenMW übersah das System jedoch bei 22 von 50 Funktionen die tatsächlichen Aufrufbeziehungen, markierte das Ergebnis dennoch als vollständig. In einem weiteren Testlauf nutzte ein lokales Modell das Werkzeug in den ersten wirklichen Versuchen überhaupt nicht.

Die enorme Popularität rief zudem Trittbrettfahrer auf den Plan: Sicherheitsmechanismen von Windows Defender identifizierten einen Windows-Installer aus einem gefälschten REA-Repository als Trojaner. Bei dem manipulierten Archiv wurden acht Treffer auf der Plattform VirusTotal sowie 172 Downloads registriert.