Perplexity SPACE: Sichere Sandbox für autonome KI-Assistenten

Google AI Mode ermöglicht Einkäufe, Perplexity startet sichere KI-Agenten. Mittelstand zögert trotz hoher Testbereitschaft.

Die Technologie entwickelt sich vom bloßen Suchwerkzeug zum aktiven Arbeitshelfer, der Aufgaben selbstständig erledigt.

Google AI Mode: Einkaufen und Gestalten per Sprachbefehl

Google gab am Mittwoch bekannt, dass sein AI Mode nun mit Instacart, Canva und YouTube zusammenarbeitet. Nutzer können direkt über die KI-Oberfläche Lebensmittel in den digitalen Einkaufswagen legen, Designvorlagen finden oder Videoplaylists verwalten.

Der Dienst, der zunächst nur in den USA verfügbar ist, baut auf Integrationen auf, die bereits auf der Google I/O vorgestellt wurden. Das System unterstützt jetzt paralleles Surfen im Internet und zeigt in Echtzeit an, ob Produkte im Laden vorrätig sind. Seit dem Start des AI Mode Anfang 2025 arbeitet Google konsequent daran, die KI vom Informationslieferanten zum handlungsorientierten Assistenten zu machen.

Perplexity SPACE: Sichere Umgebung für KI-Agenten

Perplexity AI brachte am Dienstag eine neue Infrastruktur namens SPACE an den Start. Sie nutzt die AWS-Firecracker-MicroVM-Technologie, um eine abgeschottete Umgebung für KI-Agenten zu schaffen. Der sogenannte „Computer“-Agent kann dort Code ausführen, im Internet surfen und Dokumente analysieren – ohne Sicherheitsrisiken für das System des Nutzers.

Jede dieser Sandbox-Umgebungen verfügt über 2 vCPUs und 8 GB Arbeitsspeicher. Das System unterstützt mehr als 400 OAuth-Integrationen und erstellt eine neue Umgebung in nur 60 Millisekunden. Allein in der Woche vor der Ankündigung wurden über 1,25 Millionen solcher Sandboxen erstellt. Einen Tag später führte Perplexity zudem eine „Deep Research“-Funktion im Freemium-Modell ein.

Branchenbeobachter sehen darin eine strategische Neuausrichtung: Perplexity wandelt sich vom Suchmaschinenanbieter zum Entwickler eigenständig handelnder KI-Systeme. Erste Nutzer berichten, dass sie mit diesen Werkzeugen jeden Morgen rund eine Stunde Arbeitszeit einsparen.

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Wagniskapital fließt in KI-Mitarbeiter

Das Interesse der Investoren an KI-Tools, die tief in bestehende Arbeitsabläufe eingreifen, wächst rasant. Am Mittwoch führte Sequoia Capital eine 45-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde für das Startup Sable an. Dessen KI-Agent Aidan ist speziell für Vertriebsteams entwickelt worden: Er steuert den Browser, analysiert Bildschirminhalte, führt Produktdemos durch und übernimmt die Kundenbetreuung.

Einen Tag zuvor sicherte sich das Startup Mio eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt einen KI-„Stabschef“, der direkt in Slack arbeitet. Das Tool ist mit Notion, GitHub und HubSpot verbunden, erstellt Besprechungsunterlagen und beantwortet Fragen zum Unternehmen. Erste Daten zeigen: Nutzer sparen durchschnittlich 8,2 Stunden pro Woche.

Mittelstand zögert trotz hoher Nutzungsbereitschaft

So rasant die technische Entwicklung voranschreitet, so verhalten fällt die tatsächliche Integration in vielen Unternehmen aus. Eine Umfrage unter 942 Kleinunternehmern vom April 2026 zeichnet ein differenziertes Bild: Zwar haben 74 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen KI-Tools getestet oder setzen sie bereits ein. Doch 82 Prozent der Befragten nennen erhebliche Hürden für eine vollständige Einführung.

Die größten Hindernisse sind Datenschutzbedenken (33 Prozent) und Misstrauen gegenüber der Genauigkeit von KI-Ergebnissen (31 Prozent). Dennoch: 52 Prozent derjenigen, die KI bereits integriert haben, berichten von einem messbaren Return on Investment. Fast die Hälfte dieser Nutzer spart vier oder mehr Stunden pro Woche. ChatGPT bleibt die meistgenutzte Plattform – doch Claude verzeichnet laut Studie das stärkste Wachstum im Jahresvergleich.

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