Das KI-Unternehmen Perplexity hat unter dem Namen Teammates eine neue Funktion für persönliche Software-Agenten gestartet. Die Systeme sollen übergeordnete Ziele anstelle einzelner Eingabeaufforderungen verarbeiten und Teile der täglichen Arbeitslast von Nutzern eigenständig ausführen.
Wie Branchenberichte darlegen, handelt es sich dabei um benannte und persistente Einheiten mit festgelegten Zuständigkeiten, die im Hintergrund agieren und wiederkehrende Aufgaben bewältigen.
Isolierte Arbeitsumgebungen und Slack-Integration
Die Agenten verfügen über ein eigenes Gedächtnis, spezifische Werkzeuge und definierte Eskalationsregeln. Jeder Teammate operiert in einer isolierten Umgebung mit separatem Desktop, eigener Browser-Sitzung und individuellen Cookies. Nutzer können diese Desktops einsehen, die Arbeitsschritte überprüfen, Vorgänge manuell übernehmen oder die Zielrichtung anpassen.
Die Systeme übernehmen bestehende Computer-Projekte, Fähigkeiten, Plugins, Connectors und Zugriffsrechte des Nutzers. Dabei laufen Erweiterungen mit denselben Rechten wie das jeweilige Nutzerkonto, während Anmeldedaten verschlüsselt bleiben und für die Agenten nicht einsehbar sind.
Berechtigungen für Projekte und Slack-Kanäle lassen sich separat festlegen. Die Agenten arbeiten proaktiv und ohne neue Eingabeaufforderungen, wenden Nutzerfeedback an und melden sich bei definierten Freigabepunkten, Ausnahmen oder notwendigen Entscheidungen über den Kommunikationsdienst Slack.
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Kooperation und Einsatzgebiete im Betrieb
Teammates können zudem untereinander kooperieren, Aufgaben delegieren und menschliche Kollegen direkt über Slack kontaktieren oder von ihnen Aufträge entgegennehmen. Zu den Einsatzbereichen zählen die Fehlertriage, Qualitätssicherungs-Schleifen, Sicherheitsüberwachung, Datenanalyse sowie das Steuern von A/B-Tests. Für die Aufgabenbewältigung wählt das System aus 19 verschiedenen KI-Modellen aus.
In Demonstrationen zeigte das Unternehmen unter anderem den Einsatz als Rufbereitschaftsingenieur: Der Agent erkannte nach einer Bereitstellung einen sprunghaften Anstieg von HTTP-502-Fehlern, führte diesen auf ein verworfenes Wiederholungsbudget zurück und erstellte eine Code-Änderungsanforderung inklusive Rollback-Plan.
War die Ursache nicht innerhalb von 15 Minuten isoliert, eskalierte das System an einen Menschen. In einem weiteren Beispielfall behob ein Engineering-Agent einen Absturz beim Zurücksetzen von Passwörtern und reichte den Vorgang an einen Prüfagenten für automatisierte Tests auf Desktop- und Mobilgeräten weiter.
Verfügbarkeit, Kosten und Wettbewerbsumfeld
Die Einführung erfolgt zunächst als Vorschauversion im Web für Einzelabonnenten des Max-Tarifs. Native Anwendungen für iOS und Android sollen folgen, ein Veröffentlichungszeitpunkt steht hierfür noch nicht fest. In den Tarifen Enterprise Pro und Enterprise Max ist die Funktion standardmäßig nicht enthalten.
Der reguläre Max-Plan beläuft sich auf 200 US-Dollar pro Monat und beinhaltet 10.000 monatliche Credits, über die der Verbrauch der Agenten abgerechnet wird. Aufwendige oder parallel laufende Aufgaben verbrauchen entsprechend mehr Guthaben.
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Während einer anfänglichen Aktionsphase ist die Nutzung vor dem Verbrauch der Monats-Credits kostenfrei; zudem gewährt das Unternehmen einen Einführungskredit, zu dessen Umfang und Laufzeit keine Angaben vorliegen. Ein separater Preis für Teammates wurde nicht bekanntgegeben.
Nach Angaben von CEO Aravind Srinivas verzeichnete der interne Arbeitsbereich des Unternehmens in den vergangenen 30 Tagen rund 10.000 Teammates, von denen etwa 1.000 am Vortag aktiv im Einsatz waren.
In einem Beitrag auf der Plattform X betonte Srinivas, dass ein echter Agent mehr als ein Spitzenmodell benötige: Er müsse sich an Nutzer sowie Organisationen erinnern, mit Menschen und anderen Agenten kooperieren, selbstständig arbeiten und aus Korrekturen lernen.
Mit diesem Vorstoß bewegt sich das Unternehmen in einem zunehmend umkämpften Markt für arbeitsplatzintegrierte KI-Assistenten. Als direkte Konkurrenzprodukte gelten Branchenberichten zufolge unter anderem die Workspace Agents von OpenAI, Microsoft Copilot Cowork, Grok Bot sowie Claude Cowork von Anthropic.

