Eine neue Methode zur Gesundheitsbewertung könnte die medizinische Vorsorge für ältere Menschen maßgeblich verändern. Professorin Eline Slagboom vom Leiden University Medical Center stellt mit dem Score „Personal-MetaboHealth“ ein Instrument vor, das die Vorhersage von Gebrechlichkeit sowie der Mortalität im Zusammenhang mit altersbedingten Erkrankungen erlaubt.
Wie aus einem Fachbericht vom 18. September 2026 hervorgeht, zielt das Verfahren darauf ab, individuelle Risiken frühzeitig zu identifizieren und klinische Interventionen gezielter zu steuern.
Der Score „Personal-MetaboHealth“ beruht auf der Analyse sehr umfangreicher Datensätze. Durch diese breite Datenbasis sei es möglich, spezifische Risikoprofile für eine Vielzahl schwerwiegender gesundheitlicher Entwicklungen zu erstellen.
Dazu gehören neben der allgemeinen Gebrechlichkeit auch der kognitive Verfall sowie die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Krebserkrankungen, kardiovaskulären Leiden und Ateminsuffizienz. Damit deckt das System wesentliche Bereiche der geriatrischen und internistischen Diagnostik ab.
Skalierbarkeit und klinische Anwendung
Ein wesentliches Merkmal des neuen Scores ist seine praktische Umsetzbarkeit im Gesundheitswesen. Nach Angaben der Forscher ist das System so konzipiert, dass es skalierbar und kostengünstig eingesetzt werden kann.
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Diese Faktoren gelten als entscheidend für eine breite Anwendung in der medizinischen Praxis. Insbesondere in Interventionsstudien mit älteren Erwachsenen könne der Score bereits jetzt effektiv integriert werden, um den Erfolg präventiver Maßnahmen oder therapeutischer Ansätze messbar zu machen.
Die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung solcher Vorhersagemodelle bildet unter anderem die Untersuchung genetischer Faktoren. Professorin Eline Slagboom führte dazu Analysen bei Familien durch, die sich durch eine außergewöhnlich hohe Lebenserwartung auszeichnen. Diese Personen gehören zu den obersten 10 Prozent ihrer jeweiligen Generationen in Bezug auf ihre Lebensspanne.
Im Rahmen dieser Forschungen wurden spezifische Genvarianten identifiziert, die in Signalwegen des Immunsystems und in Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. Diese Erkenntnisse über die genetische Steuerung von Alterungsprozessen fließen in die methodische Ausgestaltung von Diagnostikinstrumenten wie dem neuen MetaboHealth-Score ein.
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Präsentation auf Fachkongress in Frankfurt
Die offizielle Vorstellung der Ergebnisse und der Funktionsweise von „Personal-MetaboHealth“ ist für den Herbst geplant. Professorin Eline Slagboom wird den Score am 23. September 2026 in Frankfurt am Main präsentieren. Der Rahmen hierfür ist der gemeinsame Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG).
Die Zusammenführung der beiden Fachgesellschaften unterstreicht die interdisziplinäre Bedeutung des Thema. Experten erwarten, dass Instrumente zur Risikostratifizierung wie der vorgestellte Score dazu beitragen können, die Versorgung im immer stärker belasteten Pflegesektor und in der klinischen Geriatrie durch präzisere Prognosen zu optimieren.
Durch die frühzeitige Erkennung von Risiken für Ateminsuffizienz oder kognitive Beeinträchtigungen könnten Behandlungsstrategien eingeleitet werden, bevor eine akute Verschlechterung des Zustands eintritt.

