Pharma 4.0: ISPE-Konferenz in Berlin mit Takeda, Roche, BioNTech

Die Pharma 4.0-Konferenz in Berlin zeigt, wie KI und Automation die Arzneimittelproduktion verändern. Branchengrößen wie Takeda und BioNTech sind dabei.

und 11. Dezember zur Pharma 4.0 und Biopharma-Konferenz nach Berlin. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist für Redner am 26. Juni steht das Programm nun fest. Die Veranstaltung, die sowohl vor Ort als auch virtuell besucht werden kann, widmet sich der rasanten digitalen Transformation der globalen Pharmaindustrie.

Schwergewichte der Branche gestalten die Zukunft

Das Programmkomitee der Berliner Konferenz liest sich wie das Who’s Who der Pharmabranche: Takeda, GSK, Roche, Merck und BioNTech sind vertreten. Diese Zusammenarbeit unterstreicht den branchenweiten Fokus auf „Pharma 4.0″ – die Integration intelligenter Technologien und datengesteuerter Prozesse in die Arzneimittelherstellung.

Die eingereichten Redner haben nun wichtige Meilensteine vor sich: Biografische Daten müssen bis zum 17. Juli eingereicht werden, Präsentationsentwürfe bis zum 5. Oktober. Die finalen technischen Unterlagen sind Anfang November fällig – zeitgleich mit der Frist für Hotelbuchungen in der Hauptstadt.

KI und Automation revolutionieren die Biologika-Produktion

Bereits auf der BIO 2026 in San Diego (22. bis 25. Juni) zeichnete sich ab: Künstliche Intelligenz spielt eine Schlüsselrolle in der Biologika-Herstellung. Auftragsentwicklungs- und Fertigungsorganisationen (CDMOs) setzen zunehmend auf durchgängige Outsourcing-Modelle mit automatisierten Plattformen.

FUJIFILM Biotechnologies hat beispielsweise das generative KI-Tool GenkiBot integriert, um Fertigungsabweichungen zu managen. Das Unternehmen nutzt zudem seine modulare Plattform kojoX für ein massives Expansionsprogramm: Ein 3,2 Milliarden US-Dollar (rund 2,9 Milliarden Euro) schweres Projekt in Nordamerika und der Bau einer großvolumigen Single-Use-Anlage in Großbritannien sind Teil der Strategie.

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Auch Lonza treibt die Integration von KI in Biologika-Workflows voran, um die operative Effizienz zu steigern. Branchenanalysten sehen in der Automatisierung den Schlüssel zur Bewältigung des Kapazitätsengpasses – insbesondere da Zell- und Gentherapien spezialisierte Plattformen erfordern.

Zell- und Gentherapien: Noch viel Luft nach oben

Trotz des digitalen Aufbruchs bleiben Herausforderungen. Experten von MilliporeSigma identifizierten auf der BIO 2026 zentrale Schwachstellen: Prozesscharakterisierung, Technologietransfer und analytische Bereitschaft sind die größten Hürden in der Herstellung von Zell- und Gentherapien (CGT). Die aktuellen CGT-Fertigungskapazitäten werden mit der monoklonalen Antikörperproduktion vor 25 Jahren verglichen – ein deutlicher Hinweis auf den nötigen Reifeprozess.

Um diese Lücken zu schließen, investieren Unternehmen in globale Fertigungszentren und Einwegtechnologie. Thermo Fisher hat sein Netzwerk an Bioprocess Design Centers in Asien ausgebaut – mit neuen und erweiterten Standorten in Südkorea, Singapur und Indien, um die Bioproduktion zu beschleunigen.

Regulatorische und wirtschaftliche Hürden

Der Drang nach digitaler Effizienz kommt nicht von ungefähr: Die Pharmabranche sieht sich mit komplexen regulatorischen und handelspolitischen Rahmenbedingungen konfrontiert. Branchenvertreter äußern Besorgnis über mögliche Handelsuntersuchungen zu Arzneimittelpreisen in der Schweiz, die früheren Prüfungen in anderen europäischen Märkten ähneln könnten.

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Die steigenden Kosten der Arzneimittelentwicklung beeinflussen zudem die Deal-Landschaft. Zwar bleibt der Sektor aktiv – etwa durch die milliardenschwere Übernahme von Avidity Biosciences durch Novartis (rund 12 Milliarden US-Dollar). Doch erschweren Arzneimittelpreispolitik und internationaler Wettbewerb die Bedingungen für grenzüberschreitende Partnerschaften.

Die Dezember-Konferenz in Berlin soll als Plattform dienen, diese systemischen Herausforderungen durch verbesserte Koordination und die Einführung von Pharma 4.0-Standards anzugehen. Zu den Schwerpunkten gehören gemeinsame klinische Bewertungen und Frühzugangsmodelle, die die Versorgung mit komplexen Therapien beschleunigen sollen.