Phi Silica: Microsoft bringt KI auf ältere Nvidia-Grafikkarten

Microsoft testet ein gebündeltes Update-System für Windows 11 und öffnet die lokale KI Phi Silica für Nvidia-Grafikkarten ab der RTX-30-Serie.

Der Technologieriese will lästige Neustarts drastisch reduzieren und bringt KI-Funktionen auf ältere Grafikkarten.

Microsoft überarbeitet das Update-System von Windows 11 grundlegend. Statt mehrerer separater Neustarts pro Monat sollen künftig alle wichtigen Aktualisierungen – Treiber, Firmware und .NET-Updates – in einem einzigen Durchlauf installiert werden. Parallel dazu öffnet der Konzern seine lokalen KI-Modelle für Hardware ohne spezielle KI-Chips.

Schluss mit dem Neustart-Chaos

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Die neue Strategie steckt noch in der Testphase. Im aktuellen Experimental-Build 26300.8687 erprobt Microsoft ein vereinheitlichtes Update-System, das die bisher verstreuten Aktualisierungskategorien bündelt. Ziel ist ein einziger monatlicher Neustart – statt der bisher oft notwendigen mehreren Unterbrechungen.

Die Änderung adressiert ein jahrelanges Ärgernis von Nutzern: Kaum ist der Rechner nach dem „Patch Tuesday“ wieder hochgefahren, folgt schon der nächste Update-Zwang. Besonders für Berufstätige war das eine Geduldsprobe. Mit dem neuen System soll der monatliche Wartungszyklus deutlich planbarer werden.

KI für alle: Phi Silica kommt auf Nvidia-Karten

Bislang waren lokale KI-Funktionen in Windows 11 vor allem Besitzern von Copilot+-PCs mit speziellen NPUs vorbehalten. Das ändert sich nun. Microsoft erweitert den Support für sein lokales Small Language Model (SLM) Phi Silica auf Systeme mit dedizierten Grafikkarten.

Voraussetzung: Eine Nvidia GeForce RTX 30-Serie oder neuer mit mindestens 6 GB Videospeicher. Damit können Nutzer Texte umschreiben oder zusammenfassen lassen – komplett lokal, ohne Cloud-Anbindung. Wer die Funktionen jetzt schon testen will, benötigt das Windows App SDK 2.2.2-experimental9 und den Entwicklermodus.

Einige NPU-spezifische Features wie die Prompt-Kompression bleiben vorerst den KI-Chips vorbehalten. Die Unterstützung für AMD-Hardware soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Juni-Update bringt Tempo-Vorteile

Bereits heute veröffentlicht Microsoft das Juni-Update KB5094126. Es enthält ein neues Low Latency Profile, das die CPU beim Starten von Anwendungen für ein bis drei Sekunden auf Höchstleistung schaltet. Die Folge: Programme öffnen sich spürbar schneller.

Weitere Neuerungen im Überblick:

  • Multi-App-Webcam-Zugriff: Mehrere Programme können gleichzeitig auf die Kamera zugreifen
  • Geteilter Audio: Zwei Bluetooth-Kopfhörer gleichzeitig verbinden
  • Task-Manager-Upgrade: Anzeige der NPU-Auslastung für KI-Hardware
  • Schnellere Suche: Ergebnisse erscheinen bereits nach zwei eingegebenen Zeichen

Paint mit KI, Kamera mit Zoom

Auch die vorinstallierten Apps erhalten Zuwachs. Microsoft testet im Experimental Channel eine KI-gestützte Bildbearbeitung für Paint sowie Zoom-Verbesserungen für Pixel-Art in der Fotos-App. Die Kamera-App bekommt einen Zoom-Schieberegler und verbesserte Frontkamera-Funktionen. Die Uhr-App erlaubt künftig drei gleichzeitige Timer.

Sicherheitslage: Explosionsartiger Anstieg von Schwachstellen

Die Software-Entwicklungen fallen in eine Zeit wachsender Sicherheitsrisiken. Laut einer Prognose des FIRST Forecasting Teams vom heutigen Montag wird die Zahl der bekannten Sicherheitslücken (CVEs) im Jahr 2026 auf rund 66.000 steigen. Das entspricht einem Anstieg von 46,3 Prozent gegenüber den ursprünglichen Schätzungen.

Haupttreiber: KI-gestützte Bug-Hunting-Tools, die Schwachstellen in Rekordzeit aufspüren. Allein Mozilla meldete im ersten Quartal einen Anstieg der gemeldeten Sicherheitslücken um 164 Prozent. Die gute Nachricht: Der Anteil der als besonders kritisch eingestuften Schwachstellen blieb relativ stabil.