Phia sammelt 35 Millionen Euro für KI-Einkaufsassistent

Das KI-Startup Phia hat eine Serie-A-Finanzierung über 35 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen verzeichnet ein elffaches Umsatzwachstum und will mit seinem persönlichen Shopping-Assistenten den Online-Handel verändern.

Das KI-Startup Phia hat eine Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro abgeschlossen. Das junge Unternehmen will den Online-Handel mit einem persönlichen Shopping-Agenten revolutionieren.

Die Serie-A-Runde wurde vom Risikokapitalgeber Notable Capital angeführt. Beteiligt waren auch Khosla Ventures und der Bestandsinvestor Kleiner Perkins. Für das erst vor zehn Monaten gegründete Unternehmen ist es bereits die zweite große Kapitalspritze binnen kurzer Zeit. Erst im Herbst 2024 hatte Phia acht Millionen Euro in einer Seed-Runde eingesammelt.

Die Gründerinnen, die ehemaligen Stanford-Mitbewohnerinnen Phoebe Gates und Sophia Kianni, verzeichnen mit ihrem Konzept einen rasanten Aufstieg. Seit dem Start verzeichnet Phia ein elffaches Umsatzwachstum. Hunderttausende Nutzer aktivieren den Dienst monatlich, über 6.200 Händler sind bereits Partner.

Ein intelligenter Filter zwischen Kunde und Shop

Phia agiert als eine neue Schicht im E-Commerce. Die Technologie funktioniert als App und Browser-Erweiterung. Sie analysiert das Surfverhalten eines Nutzers in Echtzeit und macht wertorientierte Empfehlungen.

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Der Assistent sucht beispielsweise günstigere Alternativen zum gerade betrachteten Produkt. Das können identische Artikel bei anderen Händlern oder Secondhand-Optionen auf Resale-Plattformen sein. So spart der Kunde nicht nur Geld. Co-Gründerin Kianni, eine bekannte Klimaaktivistin, betont auch den Nachhaltigkeitsaspekt durch die Förderung der Kreislaufwirtschaft.

Das Geschäftsmodell basiert auf Affiliate-Marketing. Phia erhält eine Provision, wenn ein Nutzer über eine Empfehlung kauft. Für die Partnerhändler lohnt sich die Kooperation: Die durch Phia generierten Bestellungen liegen im Durchschnittswert 15 Prozent höher als der Basiswert.

Wettlauf um die KI-gesteuerte Produktsuche

Die hohe Investition spiegelt das große Interesse an KI-Anwendungen im Handel wider. Mit etablierten Geldgebern im Rücken will Phia den Markt für Produktentdeckung aufmischen. Bisher dominieren hier Tech-Giganten wie Google und Amazon.

Der Bereich „agentic AI“ im Handel boomt. Große Technologie- und Handelskonzerne entwickeln eigene Shopping-Assistenten. Phias Spezialisierung auf Mode und der Fokus auf den besten Wert – inklusive Gebrauchtkauf – könnte jedoch ein entscheidender Vorteil sein. Analysten sehen das Potenzial, den Einzelhandel grundlegend zu verändern, ähnlich wie einst das Aufkommen des Internets.

Vom Schnäppchenfinder zum persönlichen Stylisten

Die Vision der Gründerinnen geht weit über Preisvergleiche hinaus. Sie wollen aus Phia einen „ganzheitlichen Shopping-Agenten“ entwickeln. Zukünftige Versionen der Plattform könnten die bestehende Garderobe eines Nutzers, seine Körpermaße und Stilvorlieben einbeziehen.

Das Ziel: maßgeschneiderte Outfit-Empfehlungen geben oder sogar vorschlagen, wann wenig getragene Teile verkauft oder gespendet werden sollten. Die Zukunft des Online-Shoppings liege nicht in statischen Webseiten, so die Überzeugung. Der Einkaufsprozess soll künftig in Phia beginnen – mit proaktiver, intelligenter Beratung von der ersten Idee an.

Der Testjahrgang für KI im Handel

Mit den frischen 35 Millionen Euro will Phia die Produktentwicklung beschleunigen und skalieren. Priorität hat die Verbesserung der KI-Engine für noch intelligentere, schnellere und persönlichere Empfehlungen. Dafür sucht das Unternehmen gezielt Top-Machine-Learning-Talente.

Das kommende Jahr wird zur Bewährungsprobe für Phia und den gesamten Markt der KI-Shopping-Assistenten. Entscheidend wird sein, eine treue Nutzerbasis aufzubauen. Der frühe Erfolg und die massive Finanzierung machen Phia zu einem ernstzunehmenden Mitstreiter im Rennen um die führende KI-Schnittstelle für den Handel von morgen.

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