Die Ära der 1000Hz-Monitore für E-Sport-Profis ist eingeläutet. In einer konzertierten Aktion haben Philips und Samsung neue Modelle vorgestellt, die erstmals die magische Vierstundenmarke bei der Bildwiederholrate durchbrechen. Damit setzen die beiden Tech-Riesen einen neuen Standard für Geschwindigkeit und Reaktionsschnelligkeit im kompetitiven Gaming.
Dual-Mode-Technologie als Schlüsselinnovation
Der technologische Durchbruch basiert auf einer Dual-Mode-Funktion. Sie erlaubt es Spielern, zwischen zwei Betriebsarten zu wählen: einem hochauflösenden Modus mit bereits extrem hoher Bildwiederholrate und einem Geschwindigkeitsmodus, der die Auflösung senkt, um die volle 1000Hz-Leistung zu entfesseln. Dieser Kompromiss zwischen Bildschärfe und roher Performance zielt direkt auf Spieler in Titeln wie Valorant oder CS:GO, bei denen jeder Millisekunden-Vorteil zählt.
Philips Evnia 27M2N5500XD: 1000Hz per Shortcut
Philips eröffnete das Duell mit der offiziellen Vorstellung des Evnia 27M2N5500XD. Der 27-Zoll-Monitor mit Fast-IPS-Panel und QHD-Auflösung (2560 x 1440) bietet im Standardmodus eine overclockte Rate von 540Hz. Über einen Schnellzugriff schaltet man in den Performance-Modus, der bei HD-Auflösung (1280 x 720) sensationelle 1.000Hz liefert. Ausgestattet mit DisplayPort 2.1, einer Reaktionszeit von 0,3 ms und VESA DisplayHDR 400-Zertifizierung ist das Modell bereits in China erhältlich; ein globaler Rollout steht bevor.
Samsungs Antwort: Der Odyssey G6 mit 1.040Hz
Samsung konterte umgehend mit dem Odyssey G6 (Modell G60H), der die Latte noch höher legt. Das 27-Zoll-Modell erreicht im Dual-Mode bis zu 1.040Hz. Im nativen QHD-Modus läuft es bei 600Hz, für die Rekordgeschwindigkeit wird ebenfalls auf HD herunterskaliert. Als NVIDIA G-SYNC Compatible Monitor sorgt er für rissfreies Spielerlebnis – eine essentielle Funktion bei solch hohen Framerates. Samsung unterstreicht damit seine Ambitionen in der High-End-Gaming-Sparte für 2026.
Der große Kompromiss: Auflösung gegen Geschwindigkeit
Die neue Generation bringt eine grundlegende Wahl mit sich: maximale Schärfe oder maximale Geschwindigkeit. Die Rekord-Raten sind nur bei reduzierter HD-Auflösung (720p) möglich. Für E-Sport-Profis, bei denen das frühe Erkennen von Bewegungen und minimale Input-Lags über Sieg oder Niederlage entscheiden, ist das ein akzeptabler Trade-off. Für Mainstream-Gamer bieten die nativen QHD-Modi zwischen 540Hz und 600Hz bereits ein kaum zu überbietendes Maß an Flüssigkeit bei deutlich besserer Bildqualität.
Neue Ära löst neue Herausforderungen aus
Mit den Vorstößen von Philips und Samsung beginnt ein neues Kapitel in der Display-Technologie. Andere Hersteller wie AOC mit dem Agon Pro AGP277QK werden nachziehen. Doch es bleiben Fragen: Können die Pixel der fortschrittlichen IPS-Panels bei 1000Hz überhaupt schnell genug reagieren, um Bewegungsunschärfen vollständig zu eliminieren? Die Zukunft könnte OLED-Panels mit ihren nahezu verzögerungsfreien Reaktionszeiten gehören.
Die größte Hürde verlagert sich nun jedoch zu den Grafikkartenherstellern. Selbst bei 720p erfordert eine konstante Leistung von über 1.000 Bildern pro Sekunde immense Rechenpower. Eines ist sicher: Die 1000Hz-Barriere ist gefallen und setzt neue Maßstäbe für die Zukunft des Gamings.





