Phishing-Alarm Juni: 14-facher Anstieg, 82% KI-generiert

Polizei und BaFin warnen vor KI-gesteuerten Betrugsmaschen auf sozialen Plattformen und in WhatsApp-Gruppen. Der Schaden durch Cyberkriminalität steigt rasant.

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KI-gesteuerte Angriffe auf allen Kanälen

Die Polizei Bielefeld warnt Mitte Juni vor einer Häufung von Betrugsversuchen auf sozialen Netzwerken. Kriminelle nutzen Plattformen wie TikTok, WhatsApp und Kleinanzeigen für ihre Angriffe. Die Täter agieren hochgradig automatisiert – und setzen zunehmend auf KI-generierte Phishing-Kampagnen.

Die Masche ist immer ähnlich: Mal locken sie mit einer angeblichen Spende, mal mit einem Freundschaftsdienst. Auch fingierte Verkaufsangebote auf kleinanzeigen.de sind im Umlauf. Erste Opfer haben bereits finanzielle Verluste erlitten.

Unseriöse Aktientipps in WhatsApp-Gruppen

Parallel warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor dubiosen Angeboten in WhatsApp-Gruppen. In Foren wie dem sogenannten „IK Kern-Austauschkreis N77“ verbreiten Unbekannte unerlaubte Aktienempfehlungen. Das ist klassischer Anlagebetrug.

Die Zahlen sind alarmierend: Branchenanalysen zeigen einen 14-fachen Anstieg bei Phishing-Aktivitäten im laufenden Jahr. Schätzungsweise 82 Prozent dieser Angriffe werden mittlerweile durch Künstliche Intelligenz generiert.

1,8 Milliarden Euro Schaden – und es wird schlimmer

Das Ausmaß der Cyberkriminalität erreicht neue Dimensionen. Der Gesamtschaden durch Phishing liegt aktuell bei rund 1,8 Milliarden Euro. Besonders lukrativ für Kriminelle ist das sogenannte „Pig Butchering“ – eine Form des Anlagebetrugs. Seit 2020 hat diese Masche weltweit zu Verlusten von etwa 75 Milliarden Dollar geführt. Laut Interpol übersteigen die globalen Verluste durch Telefonbetrug inzwischen die Marke von 400 Milliarden Euro.

Einzelschicksale zeigen die finanzielle Wucht dieser Maschen. In Indien verlor ein 71-Jähriger über WhatsApp rund 13 Millionen Euro. In den USA wurde ein Rentner um 250.000 Dollar betrogen.

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Lovescam in Hessen: Tankstellenbetreiber verhindert Schlimmeres

In Ranstadt (Hessen) entging eine Frau Ende Mai nur knapp einem hohen Schaden. Sie sollte Gutscheinkarten im Wert von fast 1.000 Euro für einen sogenannten Lovescam-Betrug kaufen. Ein aufmerksamer Tankstellenbetreiber schritt ein. Die Polizei konnte 850 Euro sicherstellen – ein Teilbetrag war bereits an die Täter geflossen.

Ermittlungserfolge: 127.271 Bitcoin beschlagnahmt

Trotz der zunehmenden Professionalisierung der Betrüger verzeichnen die Behörden Erfolge. Im Rahmen der „Operation Atlantic“ identifizierten Ermittler rund 20.000 betrügerische Krypto-Wallets. Das US-Justizministerium beschlagnahmte Bestände von 127.271 Bitcoin – im Gegenwert von etwa 15 Milliarden Dollar.

Internationale Kooperationen führten zu operativen Schlägen gegen die Infrastruktur. Bei einer Großrazzia in Dubai nahmen Beamte 275 Personen fest. Die Ermittler betonen: Die technologische Aufrüstung der Täter erfordert ständige Wachsamkeit der Nutzer.

Frist für Heilberufsausweise läuft ab

Abseits der Betrugswarnungen weist die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auf eine wichtige Sicherheitsänderung hin. Bestimmte elektronische Heilberufsausweise (eHBA) der Generation „G2“ von Anbietern wie SHC, D-Trust und medisign werden zum 30. Juni 2026 gesperrt. Betroffene Mediziner müssen ihre Ausweise rechtzeitig tauschen. Sonst können sie keine qualifizierten elektronischen Signatureen für E-Rezepte oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mehr leisten.