Inzwischen sind 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails KI-generiert, wie aktuelle Daten von Bitdefender zeigen. Der Gesamtschaden in der EU liegt bei rund 57 Milliarden Euro.
Automatisierung treibt Schadenssummen in die Höhe
KI macht Cyberkriminelle deutlich schneller. Analysen zufolge laufen Angriffe durch KI-Unterstützung etwa 192-mal schneller ab als zuvor. Ein Beispiel: Die chinesische Gruppe Outsider Enterprise soll mit der KI Gemini innerhalb von zwei Wochen rund 2,5 Millionen Spam-Nachrichten an Android-Nutzer verschickt haben. Google reichte Mitte Juni 2026 Zivilklage ein.
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Das FBI bezifferte die weltweiten Verluste durch Cyberkriminalität für das vergangene Jahr auf 19,5 Milliarden Euro. Allein 830 Millionen Euro entfielen auf KI-gestützten Betrug.
Besonders erfolgreich sind derzeit Fake-Job-Angebote. Mit 8,7 Prozent gehören sie zu den fünf häufigsten Scam-Kategorien weltweit. Die Täter locken mit Home-Office-Tätigkeiten oder hohen Gehältern für Nebenjobs. Ziel: Identitätsdiebstahl oder Vorauszahlungen für angebliche Arbeitsmittel. In Deutschland liegt der durchschnittliche Schaden bei Messenger-Betrug bei rund 1.180 Euro pro Fall.
Gezielte Kampagnen gegen Steuerzahler und Streaming-Nutzer
Sicherheitsexperten beobachten verstärkte Phishing-Wellen mit konkreten Bezugspunkten. Gefälschte E-Mails im Namen der Finanzbehörden versprechen Steuerguthaben für 2026 und locken auf gefälschte Login-Seiten. Parallel dazu zielen Betrüger auf Disney+-Abonnenten: Sie drohen mit Kontosperre wegen Zahlungsproblemen und fordern zur Aktualisierung von Kreditkartendaten auf.
Auch staatliche Institutionen dienen als Deckmantel. Das schweizerische Bundesamt für Sozialversicherungen warnte vor E-Mails, die Pensionierten eine Neuberechnung von Ergänzungsleistungen vortäuschen. In Deutschland gaben sich Kriminelle am Telefon sogar als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus – unter dem Vorwand, bei Datenlecks zu helfen.
Hohe Verluste bei Anlage- und Vorschussbetrug
Im Investmentbetrug verzeichnen Behörden teils massive Einzelschäden. Ein 50-jähriger Mann aus dem österreichischen Bezirk Wolfsberg verlor seit dem Frühjahr mehrere hunderttausend Euro an eine fingierte Veranlagungsplattform. Die Täter transferierten die Summen sofort in Kryptowährungen. In Baumkirchen führte eine Phishing-Attacke über eine gefälschte Bank-Webseite zu einem Schaden von über 10.000 Euro.
Die Plattform anwalt24.de warnt zudem vor sogenannten Recovery Scams. Ein angeblicher Compliance Officer namens Steve Clark kontaktiert Geschädigte von früherem Anlagebetrug und verspricht die Rückholung verlorener Kryptowerte. Vorab werden jedoch Gebühren verlangt – eine Auszahlung erfolgt nie.
Auch die Handelsplattform Oranexio steht unter Verdacht. Angezeigte Gewinne seien rein fiktiv, Auszahlungswünsche führen lediglich zu weiteren Forderungen.
Prävention und behördliche Reaktion
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Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) stellt ihre Warnmeldungen zu unerlaubten Geschäftsbetrieben jetzt auch über das Portal Watchlist Internet bereit. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie bereits 35 solcher Warnungen.
Verbraucherschützer raten: Bei unaufgeforderten Kontaktanfragen skeptisch bleiben. Warnsignale sind unrealistische Gewinnversprechen, Zeitdruck und die Aufforderung zu Vorauszahlungen über Gutscheinkarten oder Kryptowährungen.
In Hessen konnte die Polizei kürzlich einen Love-Scam-Fall unterbinden. Eine Frau hatte bereits Gutscheincodes im Wert von 1000 Euro erworben. Ein aufmerksamer Tankstellen-Mitarbeiter verhinderte durch die Alarmierung der Beamten die Übergabe des Großteils der Summe.

