Google bringt Sprachsteuerung für Gmail. Und das BSI warnt: Die Angreifer sind schneller.
GMX: KI hilft beim Schreiben und Zusammenfassen
Der deutsche E-Mail-Anbieter GMX hat neue KI-Funktionen in die Beta-Phase geschickt. Die Werkzeuge passen die Tonalität von Entwürfen an – etwa für professionelle oder direkte Nachrichten. Dazu gibt es eine integrierte Grammatikprüfung und Übersetzungen für Englisch, Französisch und Spanisch.
Anzeige: KI-Phishing-Angriffe sind heute in 54 Prozent der Fälle erfolgreich. Gefälschte Anwaltsschreiben, Smishing und kopierte Finanzportale – die Methoden werden raffinierter. Mit unserem kostenlosen Sicherheits-Check erkennen Sie Betrug sofort. Sicherheits-Check per E-Mail anfordern
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verarbeitung eingehender Post. Die KI erstellt Zusammenfassungen langer E-Mails oder übersetzt sie in Kurzform. Für Premium-Kunden gibt es zusätzlich eine KI-gestützte Suche.
GMX betont die Datensouveränität: Die Verarbeitung läuft auf eigenen Servern. Die Daten fließen nicht ins externe KI-Training.
Google Gemini Flows: Posteingang per Sprache steuern
Parallel dazu hat Google unter dem Namen Gemini Flows neue Funktionen für Gmail vorgestellt. Nutzer steuern den Posteingang mit natürlicher Sprache. Das System identifiziert wichtige Kontakte, erkennt Aufgaben in Nachrichten und erstellt personalisierte Briefings. Aktuell ist die Verarbeitung auf 2.000 E-Mails pro Monat begrenzt.
Sicherheitsexperten von Bitdefender sehen jedoch neue Risiken. KI-gestützte Postfächer seien anfällig für Prompt Injection. Angreifer könnten durch manipulierte E-Mail-Inhalte die Kontrolle über die KI-Funktionen des Empfängers übernehmen.
BSI: KI verändert die Bedrohungslage fundamental
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) legte im Juni 2026 eine Analyse vor. Demnach verändert KI die Cybersicherheitslage grundlegend. Die Behörde beobachtet, dass KI-Systeme Schwachstellen zunehmend autonom erkennen und in Angriffe umsetzen. Attacken werden schneller, skalierbarer und einfacher.
Aktuelle Marktstudien untermauern das: Bereits 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen künstliche Intelligenz. Die Erfolgsquote dieser Kampagnen liegt bei 54 Prozent – klassische Methoden erreichen nur 12 Prozent.
Das Bundeskriminalamt verzeichnete für 2025 über 380.000 Phishing-Fälle in Deutschland. Der Bitkom beziffert den Gesamtschaden auf rund 289 Milliarden Euro.
Android 17 und neue Schutzmechanismen
Als Reaktion rüsten Hard- und Softwarehersteller auf. Mit Android 17 führt Google neue Schutzfunktionen ein: einen biometrischen Diebstahlschutz über „Mein Gerät finden“ und eine Funktion, die Einmal-Passwörter für drei Stunden vor unbefugtem Zugriff verbirgt. Auch die KI-gestützte Live-Erkennung verdächtiger Aktivitäten wurde optimiert.
OpenAI hat mit der Daybreak-Suite neue Tools für Unternehmen vorgestellt. Sie sind auf automatisierte Bedrohungsanalysen und Incident Response spezialisiert.
Anzeige: Betrifft Sie das? Immer mehr Verbraucher erhalten gefälschte Zahlungsaufforderungen oder werden auf kopierte Finanzportale gelockt. Die kostenlose Checkliste zeigt Ihnen die 5 wichtigsten Warnsignale – und was Sie im Ernstfall tun können. Checkliste anfordern
Strategische Allianz für europäische KI-Souveränität
Um die europäische Souveränität bei KI-Lösungen zu stärken, gaben Sirma und Schwarz Digits Ende Juni 2026 eine Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Kombination der Enterprise-KI-Plattform von Sirma mit der STACKIT-Cloud-Infrastruktur. Durch Rechenzentren in Deutschland und Österreich sollen Compliance und Datensouveränität für europäische Unternehmen sichergestellt werden.
Eine Studie der Beratungsunternehmen Aithos und EQS zeigt den Nachholbedarf: Bisher erreichte kein gängiges KI-Modell ein vollumfänglich akzeptables Compliance-Niveau hinsichtlich des AI Acts oder der DSGVO.

