Deutsche Sicherheitsbehörden mahnen in der laufenden Reisezeit zu erhöhter Wachsamkeit im Umgang mit digitalen Daten. Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein, das BSI und IT-Sicherheitsunternehmen melden eine Zunahme gezielter Betrugsversuche.
Vorsorge vor der Abreise
Experten raten, bereits vor dem Urlaub digitale Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Reiseunterlagen gehören in Wallet-Apps, wichtige Dokumente wie Reisepässe sollten zusätzlich abfotografiert und per E-Mail ans eigene Postfach gesendet werden. Auch die IMEI-Nummer des Smartphones sollten Urlauber notieren, um das Gerät im Diebstahlsfall eindeutig identifizieren zu können.
Das BSI und der Weiße Ring warnen vor den Folgen von Identitätsdiebstahl. Täter nutzen verstärkt Phishing-Methoden, Datenlecks und gefälschte Websites, was zu unbefugten Kontobewegungen und Inkassoforderungen führen kann. Starke Passwörter, Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) gelten als wirksamer Schutz – besonders bei E-Mail-Konten, Plattform-Accounts und Bankzugängen.
Phishing-Angriffe auf dem Vormarsch
Aktuelle Marktberichte von Cisco Talos zeigen: Phishing-Angriffe machten zuletzt über 50 Prozent aller Sicherheitsvorfälle aus – eine deutliche Steigerung zum Vorquartal. Besonders das sogenannte Device-Code-Phishing breitet sich rasant aus. Innerhalb von vier Wochen registrierten Sicherheitsforscher rund sieben Millionen solcher Angriffe, die überwiegend auf Microsoft-Dienste abzielten.
Zwei kritische Sicherheitslücken sorgen zusätzlich für Alarm: Eine Schwachstelle in Outlook Web Access (CVE-2026-42897) wird bereits aktiv ausgenutzt. Eine weitere Lücke in Ruby on Rails (CVE-2026-66066) erhielt einen Schweregrad von 9,5. Deutschland belegt zudem international einen der vorderen Plätze beim Tech-Support-Betrug. Auch Masche über PayPal oder die Übernahme von WhatsApp-Accounts verursachen regelmäßig finanzielle Schäden im vierstelligen Bereich.
Angesichts der steigenden Zahl von Hackerangriffen auf persönliche Konten wie PayPal oder WhatsApp ist ein gezielter Schutz für Mobilgeräte unerlässlich. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone jetzt entdecken
Sicher unterwegs mit dem Smartphone
Am Urlaubsort empfehlen Experten spezialisierte Reise-Apps für Navigation und Live-Updates. Dabei gilt: Berechtigungen genau prüfen, in öffentlichen WLAN-Netzen ein VPN nutzen.
Ein häufiger Kostenfaktor bleibt die EU-Roaming-Regelung. Die Schweiz fällt oft nicht darunter – das kann teuer werden. Urlauber sollten rechtzeitig Auslandsoptionen prüfen oder automatische Datensicherungen deaktivieren.
Wer sein Android-Gerät auch unterwegs vor Sicherheitslücken schützen möchte, sollte die Bedeutung regelmäßiger Systempflege nicht unterschätzen. Experten erklären in diesem Gratis-Report, wie Sie durch die richtigen Updates Datenverlust und Malware dauerhaft verhindern. Kostenlosen Android-Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Schutz vor Diebstahl und Einbrüchen
Die Polizei warnt auch vor klassischen Diebstählen: Das Smartphone gehört nicht in die Gesäßtasche, sondern in verschlossene Innentaschen oder nach vorne getragene Rucksäcke. Für den Strand oder das Hotel kursieren unkonventionelle Tipps – vom Verstecken von Bargeld in präparierten Wegwerfwindeln bis zum Schuh im Hotelsafe, der beim Packen an die Leerung des Safes erinnert.
Für das zurückgelassene Eigenheim gilt: Rollläden während der gesamten Abwesenheit geschlossen zu halten, signalisiert Einbrechern die Abwesenheit. Besser sind Zeitschaltuhren oder Nachbarn, die das Haus bewohnt wirken lassen. Reisepläne sollten nicht öffentlich in sozialen Netzwerken geteilt werden.
Autofahrer erwartet in Nordrhein-Westfalen ab dieser Woche verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an Unfallschwerpunkten. Im Ausland drohen bei Verstößen teils deutlich höhere Bußgelder als in Deutschland – etwa für Handynutzung am Steuer in den Niederlanden oder Norwegen.

