Der Technologiekonzern Google hat eine Warnung vor vier neuen, hochspezialisierten Betrugsmethoden veröffentlicht, die sowohl Privatnutzer als auch Unternehmen ins Visier nehmen. Die Maschen nutzen gezielt das Vertrauen in offizielle Google-Dienste aus, wobei insbesondere manipulierte KI-Übersichten, gefälschte Formulare und betrügerische Kalender-Einladungen im Fokus der Angreifer stehen.
Manipulation von KI-Übersichten und Suchergebnissen
Ein besonders besorgniserregender Trend ist der Missbrauch von KI-generierten Zusammenfassungen in der Google-Suche. Angreifer platzieren gezielt gefälschte Telefonnummern für Kundendienstleistungen in diesen Übersichten.
In einem dokumentierten Fall verlor ein Mann aus Nevada 768 US-Dollar, nachdem er eine in einer KI-Übersicht angezeigte, vermeintliche Nummer der Reederei Royal Caribbean angerufen hatte, die sich als Betrug erstelle.
Experten raten dazu, Telefonnummern niemals direkt aus KI-Zusammenfassungen zu übernehmen, sondern eine zweite Suche mit dem Zusatz „scam“ durchzuführen, um die Seriosität zu prüfen.
Zusätzlich warnt Google vor der Webadresse „forms.google.ss-o.com“. Hierbei handelt es sich um gefälschte Google Forms, die darauf ausgelegt sind, sensible Nutzerdaten abzugreifen. Auch angebliche Sicherheitsanrufe des Unternehmens werden als Betrug identifiziert; Google betont, dass der Konzern Nutzer niemals unaufgefordert zu Sicherheitszwecken anruft.
Gezielte Angriffe auf die Finanz- und Rechtsbranche
Parallel zu den Angriffen auf Privatpersonen beobachten Sicherheitsanalysten eine Zunahme von Voice-Phishing-Attacken (Vishing) auf spezialisierte Branchen. Den Berichten zufolge nutzen Gruppen mit den Bezeichnungen Falcon, Helix, Pink und Redact diese Methode, um Mitarbeiter in Finanzfirmen zu kontaktieren.
Allein in Deutschland werden pro Quartal Millionen von Online-Konten gehackt – oft, weil herkömmliche Passwörter keinen ausreichenden Schutz mehr gegen moderne Angriffe bieten. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. unhackbar machen. Sicher, bequem und passwortlos: Jetzt Gratis-Report sichern
Die Angreifer geben sich am Telefon als Kollegen oder IT-Support-Mitarbeiter aus, um Zugriff auf sensible Daten zu erhalten. Diese Gruppen werden teilweise dem Cluster UNC6671 zugeordnet. Die geforderten Lösegelder nach erfolgreichen Infiltrationen bewegen sich zwischen 750.000 und 3 Millionen US-Dollar, zahlbar in Bitcoin.
Auch im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) verschärft sich die Lage. Der Sicherheitsdienstleister Fortra meldete für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg der sogenannten „Chameleon SEO Poisoning“-Kampagnen um über 40 Prozent. Dabei werden Suchergebnisse für Bankdienstleistungen so manipuliert, dass echte Nutzer auf Phishing-Portale geleitet werden, während Sicherheits-Scanner durch Cloaking-Techniken lediglich harmlose Seiten sehen.
Neue technische Werkzeuge und Infrastruktur-Missbrauch
Die technische Komplexität der Angriffe nimmt weiter zu. Das Phishing-Toolkit „iAuthFlow v2“, das auf russischsprachigen Plattformen für einen Basispreis von 10.000 US-Dollar angeboten wird, nutzt gestohlene Sitzungsdaten, um dauerhafte Passkeys zu registrieren. Diese überstehen laut Analysen von Abnormal Security sogar Passwort-Rücksetzungen bei Diensten wie Google, Microsoft und iCloud.
Wer sich gegen die wachsende Gefahr von Datendiebstahl und Phishing schützen möchte, sollte den Umstieg auf modernste Sicherheitsverfahren in Betracht ziehen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, warum Experten heute zum kompletten Abschaffen herkömmlicher Passwörter raten und wie die Einrichtung der sicheren Alternative funktioniert. Kostenlosen Passkey-Ratgeber hier herunterladen
Ein weiterer Vorfall betrifft die Plattform Hyperliquid, bei der ein Nutzer rund 550.000 USDC durch eine gefälschte Website verlor, die über eine gesponserte Google-Anzeige beworben wurde. Sicherheitsanalysten von Salus bringen die Infrastruktur hinter diesem Diebstahl mit dem „Inferno-Drainer“-Ökosystem in Verbindung, das bereits für Verluste in Höhe von insgesamt 52,74 Millionen US-Dollar verantwortlich gemacht wird.
Gegenmaßnahmen und behördliche Interventionen
Behörden reagieren bereits auf die wachsende Bedrohung. Die indische Koordinationsstelle für Cyberkriminalität (I4C) hat Google angewiesen, mindestens 57 auf Firebase gehostete Websites und Datenbanken zu entfernen. Diese wurden genutzt, um bekannte Institute wie die SBI oder ICICI Bank zu imitieren.
Sicherheitsexperten von Unternehmen wie Barracuda empfehlen zudem den Einsatz von Phishing-resistenten Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA) wie FIDO2. Nutzer sollten zudem Kalender-Einstellungen so anpassen, dass Einladungen nur von bekannten Absendern automatisch angezeigt werden, da zunehmend präparierte .ics-Dateien mit schädlichen QR-Codes für Betrugsversuche genutzt werden.

