Mit täuschend echten E-Mails und manipulierten Verifizierungsfunktionen wollen sie an Passwörter und Kontozugriffe gelangen.
Die Masche ist perfide: Die Betrüger versenden Nachrichten, die offiziellen Login-Warnungen von X zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie fordern die Empfänger auf, ihre Kontodaten über einen Link zu verifizieren oder das Passwort wegen eines angeblichen unbefugten Zugriffs zurückzusetzen.
Woran erkennt man echte Mails?
Der entscheidende Hinweis liegt in der Absenderadresse. Offizielle Mitteilungen von X kommen ausschließlich von den Domains @X.com oder @e.X.com. Alles andere ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Betrug.
Doch die Angreifer haben noch eine zweite, raffiniertere Masche entwickelt: Sie nutzen den käuflichen blauen Verifizierungshaken. Mittlerweile kann jeder gegen Bezahlung das begehrte Symbol erhalten – und genau das machen sich Kriminelle zunutze.
Prominente als Zielscheibe
Ein aktuelles Beispiel: Das japanische Unternehmen Arashi Co., Ltd. warnt vor einem gefälschten Account, der sich als Künstler Jun Matsumoto ausgibt. Trotz des blauen Hakens handelt es sich nicht um das offizielle Profil. Auch im Umfeld des Krypto-Unternehmens Ripple mehren sich die Warnungen vor Identitätsdiebstahl auf sozialen Plattformen.
KI macht Phishing gefährlicher
Seit April 2026 wurden über eine Million Phishing-E-Mails registriert, die eine neue Technik namens „Text-Salting“ einsetzen. Dabei fügt künstliche Intelligenz unsichtbare oder harmlose Textblöcke in die Nachrichten ein. Ziel: Die automatisierte Spam-Erkennung soll ausgetrickst werden. Besonders betroffen sind Gmail und Google Workspace.
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Noch perfider: Beim Finanzdienstleister Robinhood gelang Angreifern am vergangenen Wochenende die Kompromittierung des internen Benachrichtigungssystems per HTML-Injection. Weil die Mails über offizielle Systeme kamen, bestanden sie alle gängigen Sicherheitsprüfungen wie DKIM, SPF und DMARC. Für den Endverbraucher wird die Unterscheidung zwischen echt und fake so fast unmöglich.
Die Welle schwappt überall hin
Die Betrugsmasche beschränkt sich nicht auf soziale Medien. Das Kraftfahrt-Bundesamt warnt vor gefälschten Schreiben, die eine laufende Fahrleistungserhebung als Vorwand nutzen. Auch mehrere Bankhäuser melden vermehrte Phishing-Versuche.
Sicherheitsforscher von Kaspersky haben zudem gefälschte Online-Shops für E-SIM-Karten entdeckt, die komplett von KI erstellt wurden. Parallel verbreitet sich „Quishing“: Kriminelle platzieren schädliche QR-Codes an öffentlichen Ladesäulen oder in Briefen, die ahnungslose Nutzer auf gefälschte Bankseiten locken.
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Krypto-Wallet im Visier
Nutzern der Wallet MetaMask droht derzeit eine besonders hinterhältige Attacke. Gefälschte Sicherheitswarnungen locken sie zu einer Zwei-Faktor-Authentisierung – in Wahrheit wollen die Angreifer die sogenannten Seed-Phrases stehlen. Wer diese Preis gibt, verliert den Zugriff auf seine Kryptowährungen für immer.
Die gute Nachricht: Laut Marktanalysen von Scam Sniffer sind die Verluste durch Krypto-Phishing 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 83 Prozent auf etwa 84 Millionen Dollar gesunken. Doch die Angreifer werden professioneller.
Sicherheitsexperten raten: Klicken Sie niemals auf Links in unaufgeforderten Nachrichten. Rufen Sie offizielle Webseiten immer direkt über den Browser auf. Bei Verdacht auf Betrug: Konten und Bankverbindungen umgehend sperren lassen.

