Besonders gefährdet: Rentner und Angehörige von Opfern historischer Ereignisse.
Die Täter kombinieren soziale Manipulation mit modernster Technik. Das zeigt eine aktuelle Warnung von Sicherheitsbehörden aus Vietnam. Polizei und Verwaltungsbehörden in Hanoi und der Provinz Hung Yen schlugen diese Woche Alarm.
Falsche Beamte fordern Passwörter
Der bevorstehende Gedenktag für Kriegsinvalide und Märtyrer dient als Aufhänger. Die Betrüger geben sich als Beamte aus – per Telefon oder über soziale Netzwerke. Sie fordern persönliche Daten, Bankinformationen oder Einmal-Passwörter (OTP).
In einigen Fällen drängen sie Opfer zur Installation dubioser Apps außerhalb offizieller Stores. Oder sie verlangen Überweisungen auf private „Spendenkonten“. Die Polizei stellt klar: Staatliche Stellen fragen niemals nach Passwörtern oder fordern zur Installation unbekannter Software auf.
KI-Deepfakes und 2FA-Knacker
Die technische Seite wird raffinierter. Ermittler beobachten einen Anstieg bei KI-generierten Deepfakes und Stimmenimitationen. Täuschend echte „Boss Scams“ – bei denen Führungskräfte imitiert werden – verursachten zuletzt Millionenschäden. Allein ein Fall in Mumbai: rund 1,1 Millionen Euro Schaden.
Parallel dazu gelang den Behörden ein Schlag gegen die Infrastruktur. Das Bundeskriminalamt (BKA) gab am 20. Juli bekannt, gemeinsam mit US-Behörden den Phishing-Dienst „Kratos“ zerschlagen zu haben. Der Dienst erstellte täuschend echte Microsoft-Anmeldeseiten – und umging sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
Angesichts der Millionen gehackten Konten jedes Quartal reichen einfache Passwörter oft nicht mehr aus, um sich vor modernen Phishing-Methoden zu schützen. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. endlich hacker-sicher machen. Passkey-Report jetzt kostenlos anfordern
Seit Ende 2024 nutzten über 1.800 Kriminelle den Dienst für rund 15.000 Kampagnen pro Monat. Die Operation legte über 200 Server still, ein Entwickler wurde in Indonesien festgenommen. Der Umsatz des Dienstes: rund 300.000 Euro. Die Zahl der Opfer weltweit liegt im sechsstelligen Bereich.
Passwort-Manager im Visier
Auch Nutzer von Sicherheitssoftware sind betroffen. Am 20. Juli wurde bekannt: Kunden der Passwort-Manager LastPass und Bitwarden sind Ziel einer Phishing-Kampagne. Über gefälschte Newsletter-Domains werden sie aufgefordert, Sicherheitsrichtlinien auf einer präparierten DocuSign-Seite zu bestätigen. Ziel: die Master-Passwörter.
In der Schweiz warnten Behörden vor einer neuen Variante an öffentlichen Parkuhren. In Zug tauchten gefälschte QR-Code-Aufkleber auf, die auf betrügerische Zahlungsseiten führten. Die Polizei rät: Nur offizielle Apps nutzen und physische Codes kritisch prüfen.
Ob gefälschte QR-Codes oder manipulierte Login-Seiten – Kriminelle nutzen immer raffiniertere Methoden, um an Ihre persönlichen Daten zu gelangen. Ein gratis PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern können. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone entdecken
Prozess gegen Betrügerbande
Während die Prävention läuft, findet in Deutschland die juristische Aufarbeitung statt. Vor dem Landgericht Münster begann am 20. Juli ein Prozess gegen sechs Männer aus dem Ruhrgebiet. Die Angeklagten (19 bis 61 Jahre) sollen als Bande durch Phishing-SMS und Call-ID-Spoofing über 180.000 Euro erbeutet haben. Sie gaben sich als Bankmitarbeiter aus. Bei den Ermittlungen stellte die Polizei rund 90.000 Euro Bargeld sicher.

