Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Cyberkriminelle setzen zunehmend auf KI-gestützte Angriffe über Messenger und soziale Netzwerke. Aktuelle Fälle bei WhatsApp, Facebook und rund um die WM zeigen: Die organisierte Internetkriminalität wird professioneller.
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Der Freund, der keiner war
Ein 21-Jähriger aus Bielefeld entging am Mittwoch nur knapp einem finanziellen Schaden. Über einen Messaging-Dienst erhielt er eine Zahlungsaufforderung – angeblich von einem Freund. Die Täter hatten sich zuvor Zugriff auf das Konto des Bekannten verschafft und forderten eine Überweisung im hohen dreistelligen Bereich.
Die Polizei rät: Bei solchen Nachrichten einfach kurz anrufen und nachfragen. Persönliche Verifizierung per Telefon schützt vor bösen Überraschungen.
Die Video-Falle im Facebook Messenger
Eine weitere Masche breitet sich derzeit im Facebook Messenger aus. Nutzer erhalten von ihren Kontakten Links zu angeblichen Videos. Wer klickt, landet auf einer gefälschten Anmeldeseite. Gibt man dort seine Zugangsdaten ein, übernehmen die Täter das Profil – und die Nachricht geht an die nächsten Opfer.
Die Lösung: Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Das macht den Diebstahl deutlich schwerer.
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WhatsApp-Kettenbrief: Panikmache ohne Grund
Seit Donnerstag kursiert auf WhatsApp ein Kettenbrief mit einer brisanten Behauptung: Eine KI von Meta solle ab dem Wochenende private Chat-Inhalte mitlesen. Klingt dramatisch – ist aber falsch.
Faktencheck: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt bestehen. Meta AI bekommt nur Daten, wenn Nutzer die KI im Chat direkt ansprechen. Allerdings: Metadaten wie IP-Adressen und Kontaktlisten sind nicht verschlüsselt. Die Kettenbriefe selbst nutzen bewusst dramatische Formulierungen ohne Quellen – das klassische Rezept für schnelle Verbreitung.
KI macht Phishing zur Massenware
Die Zahlen sind alarmierend: KI-gesteuerte Phishing-Angriffe haben sich 2026 vervierzehnfacht. Rund 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails werden mittlerweile mit KI erstellt. Das Ergebnis: fehlerfreie Sprache, hohe Geschwindigkeit und deutlich mehr Erfolg.
Der Gesamtschaden durch Online-Betrug in Europa? Rund 57 Milliarden Euro, so eine aktuelle GASA-Studie.
WM-Fieber als Einfallstor
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika lockt nicht nur Fans – sondern auch Kriminelle. Das Landeskriminalamt Hannover warnt vor WM-Spam, gefälschten Ticketshops und manipulierten Spielplänen mit Schadsoftware. Rund 13.000 verdächtige Domains wurden bereits registriert, fast neun Prozent davon gelten als bösartig.
Falsche Briefe vom Finanzministerium
Auch Behörden und Sicherheitsfirmen werden als Tarnung missbraucht. Das Bundesfinanzministerium warnte am Donnerstag vor gefälschten Briefen mit offiziellem Logo. Die Forderung: 550 Euro zahlen, um angebliche Kontosperrungen zu verhindern.
Parallel dazu verunsichern gefälschte McAfee-Benachrichtigungen Verbraucher. Über Browser-Pop-ups wird eine Schadinfektion vorgetäuscht. Wer anruft, landet in betrügerischen Callcentern. Dort setzen die Täter ihre Opfer unter Druck, Fernwartungssoftware zu installieren.
Die Devise der Sicherheitsexperten: Im Zweifel immer die offizielle Webseite des Anbieters aufrufen – niemals Links aus verdächtigen Nachrichten oder Pop-ups folgen.

