Juli die Phishing-Plattform „Kratos“ lahmgelegt. Über 200 Server wurden unschädlich gemacht, der mutmaßliche Entwickler in Indonesien festgenommen.
Kratos funktionierte als Baukasten für Kriminelle. Damit ließen sich täuschend echte Microsoft-Authentifizierungsseiten erstellen – inklusive Umgehung der Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA). Die Plattform stahl Sitzungs-Cookies und machte so den zweiten Sicherheitsfaktor wertlos.
Seit 2024 spülte der Dienst über 300.000 Euro in die Kassen der Betreiber. Rund 1.800 Akteure nutzten Kratos für monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen. Die Zahl der Opfer in über 30 Ländern geht in die Hunderttausende.
Carsten Meywirth vom BKA spricht von „Pionierarbeit“ und einem „deutlichen Signal gegen die Organisierte Kriminalität im digitalen Raum“.
Google und Apple schließen kritische Lücken
Doch nicht nur kriminelle Netzwerke bereiten Sorgen. Auch die Hersteller selbst müssen Sicherheitslöcher stopfen. In der Google Gemini AI unter Android 16 entdeckten Forscher eine Schwachstelle, die den Sperrbildschirm per Multi-Touch-Geste umgeht. Angreifer mit physischem Zugriff konnten so Nachrichten über WhatsApp oder SMS versenden – ohne PIN. Google rollt seit dem 19. Juli einen Patch aus.
Apple zog nach: iOS 26.5.2 schließt 25 Sicherheitslücken, darunter zwei Zero-Day-Schwachstellen (CVE-2025-43529 und CVE-2025-14174). Parallel veröffentlichte Apple eine öffentliche Beta von iOS 27. Die verspricht satte Performance-Sprünge: App-Starts sollen um bis zu 30 Prozent schneller laufen, das Laden von Fotos um bis zu 70 Prozent.
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Quishing und Smishing explodieren
Die Angreifer verlagern ihre Taktiken rasant. Im ersten Quartal 2026 stiegen Quishing-Angriffe (Phishing über QR-Codes) um 146 Prozent. Im zweiten Quartal legte Smishing (Betrug per Kurznachricht) um 162 Prozent zu. Insgesamt machen Betrugsmaschen inzwischen 46 Prozent aller Malware-Entdeckungen aus.
Besonders perfide: Der Banking-Trojaner Hook v3 verfügt über 107 Fernsteuerungskommandos und nutzt vermehrt NFC-Overlays für Angriffe. In Indien verhaftete die Polizei einen 18-jährigen Entwickler, der 121 schädliche APK-Dateien für kriminelle Banden erstellt hatte. Die Apps waren auf über 21.000 Geräten installiert und ermöglichten betrügerische Transaktionen in Millionenhöhe.
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Windows-Notfall-Update und EU-Zwang für Google
Die Update-Welle betrifft nicht nur Mobilgeräte. Microsoft musste am 20. Juli ein außerplanmäßiges Update (KB5121767) für Windows 11 ausliefern. Auf Dell-Rechnern kam es zu massiven Leistungsabstürzen und Überhitzungen – ausgelöst durch einen Konflikt zwischen einem Intel-Treiber und dem vorherigen Sicherheits-Update.
Experten raten: Berechtigungen für KI-Assistenten auf dem Sperrbildschirm kritisch prüfen, Betriebssysteme und Apps stets aktuell halten. Denn die nächste regulatorische Änderung zeichnet sich bereits ab: Der Digital Markets Act (DMA) zwingt Google, Android bis Juli 2027 für KI-Lösungen von Drittanbietern zu öffnen. Ein neues Einfallstor für Angreifer?

