Phishing-Plattform Kratos zerschlagen: BKA stellt 200 Server offline

Banking-Trojaner Hook v3 mit 107 Befehlen entdeckt. BKA legt Phishing-Plattform Kratos lahm. Apple, Samsung und Xiaomi schließen kritische Lücken.

Gleich mehrere neue Bedrohungen setzen Android-Geräte unter Druck – während Sicherheitsbehörden einen Erfolg gegen internationale Phishing-Banden vermelden.

Banking-Trojaner Hook v3: 107 Fernbefehle im Arsenal

Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Die neue Version des Banking-Trojaners Hook ist da. Version v3 verfügt über 107 Fernbefehle – 38 davon sind brandneu. Die Schadsoftware blendet gefälschte NFC- und Kreditkarten-Overlays ein, um Finanzdaten abzugreifen.

Doch das ist nicht alles. Hook v3 nutzt Wireless Debugging für Fernsteuerungsangriffe und bringt sogar Ransomware-Funktionen mit. Die Verbreitung läuft über manipulierte GitHub-Repositories und gezielte Phishing-Kampagnen.

Parallel dazu treibt RedHook sein Unwesen. Diese Malware missbraucht ebenfalls Wireless Debugging und das Shizuku-Framework. Mit 53 Befehlen zielt sie vor allem auf Nutzer in Südostasien ab. Einmal installiert, sichert sie sich durch automatische Starts und Vordergrundprozesse dauerhaft ihren Platz auf dem Gerät.

Android 16-Lücke: Nachrichten ohne PIN versendbar

Android-16-Nutzer mussten diese Woche eine unangenehme Entdeckung machen. Eine Schwachstelle im KI-Assistenten Gemini erlaubte es, SMS- und WhatsApp-Nachrichten über den Sperrbildschirm zu versenden – ohne PIN-Eingabe. Voraussetzung: physischer Zugriff auf das Gerät.

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Google hat den Fehler bestätigt und rollt einen Patch aus. Bis dahin gilt: Entzieht Gemini den Zugriff auf den Sperrbildschirm.

BKA-Schlag gegen Phishing-Plattform Kratos

Im Kampf gegen Cyberkriminalität gelang den Behörden ein Coup. Das Bundeskriminalamt legte gemeinsam mit US-Behörden den Dienst Kratos lahm – eine Phishing-as-a-Service-Plattform. Die Bilanz: über 200 Server offline, ein Entwickler in Indonesien festgenommen.

Kratos wickelte monatlich rund 15.000 Kampagnen ab. Rund 1.800 Täter mieteten den Dienst, um durch Cookie-Diebstahl die Zwei-Faktor-Authentifizierung ihrer Opfer zu umgehen. Der Umsatz seit 2024: etwa 300.000 Euro. Die Plattform operierte in über 30 Ländern.

Apple, Samsung und Xiaomi patchen massenhaft

Die Hersteller reagieren mit geballten Updates:

Apple schloss mit iOS 26.5.2 insgesamt 25 Lücken – darunter zwei kritische Zero-Days (CVE-2025-43529 und CVE-2025-14174). Der Haken: Nutzer berichten von erhöhter Wärmeentwicklung und kürzeren Akkulaufzeiten nach dem Update.

Samsung patcht 20 Galaxy-Modelle. Rund 60 Schwachstellen wurden behoben, fünf davon kritisch.

Xiaomi liefert den Juli-Sicherheitspatch für 41 Geräte von Poco, Redmi und Xiaomi. Auch hier: rund 60 Lücken geschlossen, fünf kritische Fehler erlaubten Code-Ausführung über manipulierte Bilddateien.

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Quishing und Smishing explodieren

Die Angriffswelle zeigt sich in Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg Quishing – Phishing über QR-Codes – um 146 Prozent. Smishing per SMS legte sogar um 162 Prozent zu.

Finanzaufsichtsbehörden warnen zudem vor dem Boss Scam. Hier klonen Kriminelle per KI die Stimme von Führungskräften, um Überweisungen in Millionenhöhe zu autorisieren.

Die wichtigste Verteidigung bleibt simpel: Updates installieren. Microsofts jüngster Patch-Day mit 570 geschlossenen Lücken zeigt, wie intensiv die Bedrohungslage inzwischen ist.