Phishing-Welle: 262.663 Angriffe mit gefälschten Uber- und Emirates-Mails

Kriminelle täuschen weltweit mit gefälschten Uber-, Steuer- und Bankmails. Trojaner und MFA-Umgehung verursachen Millionenschäden.

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Raffinierte Phishing-Kampagnen täuschen weltweit Nutzer und stehlen Millionenbeträge. Besonders betroffen sind Verkehrsmarken, Steuerzahler und Bankkunden.

Gefälschte Uber-Mails und Trojaner-Flut

Die aktuellen Kampagnen setzen verstärkt auf bekannte Marken als Köder. Sicherheitsforscher melden eine Welle betrügerischer E-Mails, die angeblich von Uber stammen. Die Zahlen sind alarmierend: Zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 registrierte Kaspersky 262.663 Erkennungen von Phishing-Angriffen mit Transportmarken. Am häufigsten imitiert wurde dabei Emirates (61 Prozent), gefolgt von Uber (37 Prozent).

Die verteilte Schadsoftware besteht vor allem aus Trojanern – sie machen 30,5 Prozent der Erkennungen aus. Spezielle Banking-Trojaner folgen mit 22,5 Prozent. Auch Reiseplattformen geraten ins Visier: Über 5.400 Angriffe wurden dort registriert. Mehr als die Hälfte davon nutzte Trojaner-Infektionen über gefälschte Entschädigungsansprüche oder manipulierte Buchungsseiten.

Behörden als Köder: Von Delaware bis Indien

Die Täter scheuen nicht davor zurück, staatliche Institutionen zu imitieren. Im Delaware County im US-Bundesstaat Pennsylvania warnen Behörden und FBI vor einer Masche, bei der sich Betrüger als lokale Regierungsvertreter ausgeben und Gebühren für Genehmigungen einfordern. Die gefälschten E-Mails tragen offizielle Briefköpfe und Unterschriften – stammen aber von unseriösen Domains wie „@usa.com“.

Ähnliche Muster zeigen sich international. In der indischen Region Bhubaneswar-Cuttack warnt die Polizei vor gefälschten Steuerbescheiden, die über WhatsApp verbreitet werden. Die Täter setzen auf Druck mit angeblichen „ausstehenden Rückerstattungen“ und locken Opfer zum Download schädlicher Dateien. Einmal ausgeführt, installieren diese Malware, die Bankzugangsdaten ausspähen kann.

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Millionenverluste durch ausgeklügelte Betrugsmaschen

Die finanziellen Schäden sind enorm. Die Stadt Pittsburg verlor durch eine Phishing-Aktion rund 913.839 Dollar – das entspricht etwa 800.000 Euro. Zwar konnten über 696.000 Dollar zurückgeholt werden, doch die Ermittlungen erstrecken sich über Dutzende Konten und Verdächtige in den USA und Nigeria.

In Singapur summiert sich der Schaden durch Kurier-Phishing auf über 1,2 Millionen Dollar seit dem 24. Juni 2026. Bei 251 bekannten Fällen gaben sich die Betrüger als Zustelldienste wie DHL, Ninja Van oder SingPost aus und forderten per iMessage angebliche „Zustellgebühren“.

Angriff auf Windows-Nutzer: ScreenConnect als Hintertür

Sicherheitsforscher von Huntress entdeckten zudem eine Kampagne, die sich als Bank of America ausgibt. Sie zielt auf Windows-Nutzer ab: Ein Installer namens „Account Guard“ nutzt mehrstufige Dekodierung und umgeht die Benutzerkontensteuerung (UAC), um das Fernwartungstool ScreenConnect einzuschleusen. Das Programm tarnt sich als „Windows-Sicherheit“ und erschwert seine Deinstallation erheblich.

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Schwachstellen als Einfallstore

Neben sozialer Manipulation nutzen Angreifer auch technische Lücken. Die Ransomware-Gruppe Cl0p attackiert eine kritische Schwachstelle in PTC Windchill (CVE-2026-12569). Obwohl der Hersteller bereits am 17. Juni einen Patch veröffentlichte und die Lücke seit dem 25. Juni im Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) geführt wird, begann Cl0p Mitte Juli mit Datendiebstahl und Erpressung.

Ein weiteres Problem: In 7-Zip Version 24.09 werden „Mark-of-the-Web“-Metadaten nicht an extrahierte Dateien weitergegeben. Dadurch können Schaddateien den Windows-SmartScreen-Schutz umgehen – es sei denn, Nutzer aktivieren manuell die Einstellung „Propagate Zone.Id“.

MFA-Umgehung als wachsende Gefahr

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei der Umgehung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Die Phishing-as-a-Service-Plattform „Greatness“ ermöglicht Angreifern die Übernahme von Microsoft-365-Konten. Über Live-Relay-Techniken und gefälschte Voicemail-Benachrichtigungen verschaffen sich Täter Zugang zu Outlook, Teams und SharePoint – selbst wenn Nutzer zusätzliche Sicherheitsabfragen aktiviert haben.