Phishing-Welle: 7 Millionen Angriffe zielen auf Microsoft-Nutzer

Internationale Warnungen vor Betrug mit Geschenkkarten und falschen Amtspersonen. Ältere Menschen sind überproportional betroffen, Verluste in Millionenhöhe.

Von Europa bis Asien häufen sich Betrugsfälle mit Geschenkkarten und digitalen Zahlungsmitteln. Besonders Senioren stehen im Fokus der Täter.

Polizeibehörden in Europa, Nordamerika und Asien haben diese Woche dringende Warnungen vor einer Welle betrügerischer Aktivitäten herausgegeben. Die Maschen sind vielfältig: gefälschte Investment-Angebote, falsche Amtspersonen und manipulierte Zahlungssysteme. Besonders ältere Menschen geraten ins Visier der Kriminellen.

Falsche Gewinnversprechen: Polizei warnt vor Geschenkkarten-Betrug

Am heutigen Sonntag hat die Polizei im Landkreis Leer eine öffentliche Warnung ausgesprochen. Mehrere Anzeigen gingen ein, nachdem Betrüger ihren Opfern schnelle Gewinne oder lukrative Investitionen versprachen. Die Täter forderten Geldüberweisungen oder den Kauf von Apple-Geschenkkarten, um angebliche Gewinne freizuschalten. In Leer blieben die Versuche bislang erfolglos – anders als in Ludwigshafen: Dort verlor ein 83-jähriger Mann 19.000 Euro, nachdem ein Täter per Fernwartungssoftware Kontakt aufnahm und einen Gewinn von 60.000 Euro versprach.

In Großbritannien warnt die Polizei derweil vor einer perfiden Post-Betrugsmasche. Gefälschte Bankbriefe behaupten, der Empfänger sei selbst Opfer von Betrug geworden. Die Schreiben fordern zur Rückgabe der physischen Bankkarten auf und erwähnen die National Crime Agency, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Zudem wird zur Verschwiegenheit gedrängt. Die britischen Behörden stellen klar: Seriöse Banken fragen niemals nach PINs oder verlangen Überweisungen auf ein sogenanntes Sicherheitskonto.

Nordamerika: Fake-Anrufe von Behörden und falsche Technik-Hotlines

In den USA und Kanada imitieren Betrüger zunehmend offizielle Telefonnummern. Erst am Freitag warnte das Sheriff-Büro von Morris County vor Anrufern, die sich als Polizisten ausgeben und ein angebliches Haftbefehlsverfahren wegen versäumter Jury-Pflicht behaupten. Die Opfer sollen Geldstrafen über Bitcoin, Geschenkkarten oder Banküberweisungen zahlen, um einer Verhaftung zu entgehen.

Ein ähnlicher Fall in North Carolina endete mit einem fünfstelligen Verlust über einen Krypto-Geldautomaten. In Montgomery County reagieren die Behörden nun mit physischen Warnhinweisen direkt an Bitcoin-Automaten.

Besonders drastisch ist der Fall einer 73-jährigen Frau aus Traverse City, Michigan. Sie verlor 42.000 Dollar, nachdem ein Pop-up mit einer angeblichen Technik-Warnung auf ihrem Computer erschien. Personen, die sich als Mitarbeiter eines Technologieunternehmens und der US-Notenbank Federal Reserve ausgaben, brachten sie dazu, Geschenkkarten im Wert von 6.000 Dollar zu kaufen und weitere 36.000 Dollar zu überweisen.

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Seoul geht gegen illegale Geschenkkarten-Kredite vor

Die Polizeibehörde der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hat am heutigen Sonntag eine Großrazzia gegen illegale „Geschenkkarten-Kreditgeschäfte“ angekündigt. Diese Angebote locken mit kleinen Sofortkrediten, verlangen aber die Rückzahlung in Form von Geschenkkarten mit höherem Wort. Nach Angaben der Stadtverwaltung können die effektiven Jahreszinsen mehrere tausend Prozent erreichen.

Drei spezialisierte Ermittlungseinheiten wurden eingesetzt. Für Hinweise, die zur Strafverfolgung der Täter führen, sind Belohnungen von bis zu 200 Millionen Won (rund 139.000 Dollar) ausgelobt.

Senioren besonders gefährdet: Betrugszahlen explodieren

Die Statistiken zeigen einen besorgniserregenden Trend. Bei einer Präsentation Ende Juli in Wood County, Ohio, berichteten Ermittler, dass Senioren drei- bis fünfmal häufiger Ziel von Betrügern werden als jüngere Menschen. Zwischen 2020 und 2024 hat sich die Zahl der Betrugsfälle mit Schäden über 10.000 Dollar vervierfacht. Bei Schäden über 100.000 Dollar stieg die Zahl sogar um das Siebenfache.

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Cyber-Sicherheit: Phishing dominiert die Bedrohungslage

Auch die technische Seite der Betrugswelle ist alarmierend. Im zweiten Quartal 2026 entfielen mehr als die Hälfte aller Cyber-Sicherheitsvorfälle auf Phishing-Angriffe. Sicherheitsanalysten von Cisco Talos registrierten innerhalb von vier Wochen sieben Millionen Fälle von Device-Code-Phishing – 99 Prozent davon zielten auf Microsoft-Nutzer ab.

Experten haben zudem kritische Sicherheitslücken identifiziert, darunter eine Schwachstelle in Outlook Web Access (CVE-2026-42897) und eine Verwundbarkeit im Web-Framework Ruby on Rails (CVE-2026-66066). Als Schutz empfehlen die Behörden offizielle Sicherheitsanwendungen und Funktionen wie die Passkey-Synchronisierung, die kürzlich in Microsoft Edge Version 151.0.4129.59 integriert wurde.