Google blockiert kontaktloses Bezahlen auf Smartphones mit chinesischer Firmware. Betroffen sind Modelle wie Vivo X200 Ultra, Oppo Find X9 Pro und Xiaomi 17 Ultra. Auslöser ist offenbar die Version 26.28.33 der Google Play Services.
Die Software erkennt die chinesische Gerätekennung und deaktiviert den TapAndPay-Dienst für NFC-Transaktionen. Nutzer in Europa und Brasilien können ihre Geräte vorerst nicht mehr im Einzelhandel einsetzen. Ein offizieller Fix steht noch aus.
Als Übergangslösung gilt das Verlassen des Beta-Programms im Play Store oder ein Rollback auf ältere Softwareversionen. Letzteres birgt jedoch Sicherheitsrisiken.
Betrug mit geklonten Apps und manipulierten QR-Codes
Parallel zu den technischen Einschränkungen kursieren neue Betrugsmethoden. In sozialen Netzwerken warnen Nutzer vor geklonten Versionen von Zahlungs-Apps wie PhonePe. Die Fälschungen simulieren eine erfolgreiche Transaktion samt Bestätigungsbildschirm – ohne dass Geld fließt. In Indien nutzte ein Betrüger diese Masche bereits in einem Bekleidungsgeschäft.
Sicherheitsexperten raten Händlern, sich nicht auf das Kundendisplay zu verlassen. Stattdessen sollten Zahlungen in der eigenen Banking-App geprüft oder offizielle SMS-Bestätigungen abgewartet werden.
Auch „Quishing“ breitet sich aus: Kriminelle kleben gefälschte QR-Codes über Originale an Parkuhren oder auf Speisekarten. Die gescannten Codes führen auf täuschend echte Zahlungsseiten, die Kreditkarten- und PayPal-Daten abgreifen.
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Phishing-Welle: KI macht Angriffe gefährlicher
Die Zahl digitaler Angriffe hat im zweiten Quartal 2026 massiv zugenommen. Laut Cisco Talos machen Phishing-Versuche inzwischen über die Hälfte aller Sicherheitsvorfälle aus. Besonders verbreitet ist Device-Code-Phishing: Innerhalb von vier Wochen registrierten Experten rund sieben Millionen Angriffe – fast ausschließlich gegen Microsoft-Nutzer. Deutschland liegt bei Tech-Support-Betrug weltweit auf Platz drei.
Die Angriffe werden zudem technisch raffinierter. Der „Phishing Threat Trends Report“ von KnowBe4 zeigt: 86 Prozent der Attacken sind KI-gestützt. Kriminelle nutzen außerdem kritische Sicherheitslücken wie CVE-2026-42897 in Outlook Web Access und CVE-2026-66066 in Ruby on Rails – letztere mit einem Schweregrad von 9,5.
Wie teuer solche Angriffe werden können, zeigt ein Fall aus Bassum: Ein 53-Jähriger verlor 5.000 Euro, nachdem er auf eine gefälschte Klarna-Mail hereinfiel. Per manipulierte Anrufer-ID gab sich der Betrüger als Bank aus und brachte das Opfer dazu, Transaktionen in seiner Sicherheits-App zu bestätigen. Weil der Mann dabei mitwirkte, zahlt die Bank in der Regel nicht.
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Prävention: Was Nutzer jetzt beachten sollten
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und das BSI raten zu Zwei-Faktor-Authentisierung, Passwort-Managern und VPN in öffentlichen Netzwerken. Bei verdächtigen Abbuchungen hilft die Hotline 1930 für Cybercrime-Meldungen.
Trotz der Risiken treibt die Kreditwirtschaft die Digitalisierung voran. Die EURO Kartensysteme GmbH will die Girocard ab Frühjahr 2027 um In-App-Zahlungen und Vorautorisierungen erweitern. Wiederkehrende Transaktionen bei registrierten Händlern sollen dann ohne erneute Authentifizierung laufen.

