Phishing-Welle: Betrüger nutzen gefälschte Flugbuchungen zur Datenraub

Cyberkriminelle nutzen täuschend echte Reisebestätigungen und manipulierte Microsoft-Seiten, um an Nutzerdaten zu gelangen.

Sicherheitsportale berichten aktuell über eine weitreichende Phishing-Kampagne, bei der Cyberkriminelle gefälschte Flugbuchungsbestätigungen einsetzen, um sensible Nutzerdaten zu entwenden. Die Betrugsmasche zielt darauf ab, die Reisegewohnheiten der Nutzer auszunutzen, indem E-Mails versendet werden, die täuschend echte Bestätigungen für Flugreservierungen imitieren. Experten beobachten dabei eine zunehmende Professionalisierung der Angriffe, die insbesondere während der Hauptreisezeit eine erhöhte Erfolgsquote verzeichnen.

Signifikanter Anstieg der Angriffe im Reisesektor

Analysen von Check Point Research verdeutlichen die angespannte Sicherheitslage in der Branche. Im Mai 2026 verzeichneten die Sektoren Hospitality, Travel und Recreation durchschnittlich 2.291 Cyberangriffe pro Woche, was einer Steigerung von 24 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Parallel dazu stieg die Zahl der neu registrierten Reise-Domains sprunghaft an. Allein im Mai 2026 wurden 47.318 neue Domains in diesem Umfeld registriert – ein Zuwachs von 33 % gegenüber dem Vormonat April und 19 % im Jahresvergleich.

Besonders kritisch bewerten Experten den Umstand, dass eine von 112 dieser neuen Domains als bösartig eingestuft wurde. Viele dieser Webseiten und E-Mail-Kampagnen geben sich als namhafte Plattformen wie Booking.com, Airbnb oder Skyscanner aus, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und sie zur Preisgabe von Login-Daten oder Zahlungsinformationen zu bewegen.

Missbrauch von Microsoft-Diensten zur Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen

Ein technologisch besonders besorgniserregender Aspekt wurde in einer Kampagne identifiziert, die zwischen Ende Juni und Ende Juli 2026 aktiv war. Hierbei missbrauchten Angreifer legitime Microsoft OAuth-Seiten unter der Adresse login.microsoftonline.com. Ziel dieses Vorgehens war der Diebstahl von Authentifizierungs-Token. Durch diesen Mechanismus sind Angreifer in der Lage, die Multifaktor-Authentisierung (MFA) zu umgehen und direkten Zugriff auf Unternehmens- oder Privatkonten zu erhalten.

Die Kampagne richtete sich mit über 200 E-Mails an mindestens 120 Organisationen. Während 98,3 % der Angriffsziele in Nordamerika lokalisiert wurden, zeigt die Branchenverteilung eine klare Priorisierung: Am häufigsten war die Fertigungsindustrie (19,3 %) betroffen, gefolgt vom Rechtswesen (13,9 %), gemeinnützigen Organisationen (10,9 %) sowie Behörden (8,9 %) und dem Gesundheitswesen (6,9 %).

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Breite Phishing-Landschaft über Reisebuchungen hinaus

Neben dem Reisesektor warnen Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer vor weiteren aktuellen Betrugsversuchen. Das FBI meldete vermehrt KI-gestützte Kampagnen, die US-Behörden imitieren. Dabei werden unter anderem gefälschte E-Mails zur Verifikation von Wählerdaten oder irreführende Postsendungen eingesetzt, um Bürger zur Preisgabe von Daten oder zu Zahlungen per Kryptowährungen zu drängen.

In Deutschland fokussieren sich aktuelle Warnungen der Verbraucherzentrale auf Institutionen wie die Sparkasse und ELSTER. Bei der Sparkasse werden Nutzer mit der Behauptung kontaktiert, ihr Benutzerprofil sei noch nicht aktiviert. Ein deutliches Warnsignal ist hierbei die Inkonsistenz in der gesetzten Frist, die im Betreff mit 48 Stunden und im Text mit 24 Stunden angegeben wird. Im Fall von ELSTER wird eine angebliche Datensynchronisation bis zum 4. August 2026 gefordert, wobei Nutzer zum Download einer PDF-Datei über einen externen Link aufgefordert werden. Auch die AOK wird als Deckmantel genutzt: Hier locken Betrüger mit einer vermeintlichen Rückerstattung in Höhe von 324,90 Euro.

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Empfehlungen zur Prävention

Um sich vor diesen Angriffen zu schützen, raten Experten zur genauen Prüfung eingehender Nachrichten. Verdächtige Merkmale sind eine unpersönliche Anrede, fehlerhafte Absenderadressen und ein künstlich erzeugter Zeitdruck oder Drohungen mit Kontosperrungen. Nutzer sollten Links in E-Mails nicht unkritisch anklicken, sondern die offiziellen Webseiten der Anbieter manuell im Browser aufrufen, um den Status ihrer Buchungen oder Konten zu überprüfen. Die Konsistenz von Informationen und die Isolation von Datenanfragen gelten als zentrale Maßnahmen, um Social-Engineering-Versuche rechtzeitig zu erkennen.