Phishing-Welle gegen WhatsApp: Nutzer verlieren bis zu 1.000 Euro

Eine neue WhatsApp-Betrugswelle lockt per E-Mail auf gefälschte Login-Seiten. Verbraucherschützer warnen vor Datendiebstahl und finanziellen Folgen.

Betrüger zielen derzeit mit einer neuen, großangelegten Phishing-Kampagne auf die Nutzerdaten des Messenger-Dienstes WhatsApp ab. Dabei setzen die Täter auf psychologischen Druck und drohen den Opfern mit einer kurzfristigen Löschung ihres Benutzerkontos, um sie zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen.

Der aktuelle Betrugsversuch erfolgt primär über gefälschte E-Mails, die unter Betreffzeilen wie „MAILBOX TERMINATION NOTICE“ versendet werden. In diesen Nachrichten wird behauptet, dass das WhatsApp-Konto des Empfängers unmittelbar vor der Deaktivierung stehe.

Um dies zu verhindern, müssten die Nutzer innerhalb von 24 Stunden über einen beigefügten Link bestätigen, dass sie das Konto behalten möchten. Dieser Link führt jedoch auf eine manipulierte Login-Seite, die unter der Adresse businesszip–yasminscott873.replit[.]app betrieben wird. Dort eingegebene Passwörter werden direkt von den Hintermännern abgegriffen.

Empfehlungen der Verbraucherschützer und Sicherheitsbehörden

Die Verbraucherzentrale warnt eindringlich davor, auf Links in derartigen E-Mails zu klicken. Experten raten dazu, verdächtige Nachrichten umgehend in den Spam-Ordner zu verschieben und sie zur Dokumentation an die Adresse phishing@verbraucherzentrale.nrw weiterzuleiten.

Auch die Polizei mahnt zur Vorsicht, da Kriminelle immer häufiger versuchen, kompromittierte Konten zu nutzen, um im Namen der Opfer Freunde oder Verwandte um Geldüberweisungen zu bitten.

Zusätzlich zu den E-Mail-Attacken wurden zuletzt auch Betrugsversuche direkt über den Messenger beobachtet. Dabei werden unter anderem gefälschte Bußgeldbescheide verschickt. In diesen Nachrichten werden die Empfänger zur Zahlung einer angeblichen Strafe in Höhe von 29,40 Euro aufgefordert.

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Wer dem Link folgt, riskiert nicht nur den Diebstahl seiner Daten, sondern einen finanziellen Schaden, der laut ersten Schätzungen bei rund 1.000 Euro liegen kann. In Spanien meldete die Guardia Civil bereits mehrere Fälle in Regionen wie Calahorra und Logroño, bei denen Opfer durch ähnliche Angriffe bis zu 2.000 Euro verloren.

Neue Sicherheitsfunktionen bei WhatsApp

Um den steigenden Bedrohungen entgegenzuwirken, hat WhatsApp zuletzt die Einführung verstärkter Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Überarbeitung der Zwei-Schritt-Verifizierung. Nutzer können nun ein alphanumerisches Passwort verwenden, das Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthält, anstatt sich auf eine herkömmliche 6-stellige PIN zu verlassen.

Darüber hinaus weitet das Unternehmen die Unterstützung von Passkeys aus. Diese Technologie, die auf Android bereits seit Oktober 2023 und auf iOS seit Anfang 2024 implementiert ist, ermöglicht nun die Hinterlegung mehrerer Passkeys pro Konto. Für Android-Nutzer ist zudem eine neue Funktion vorgesehen, die bei Anrufen von unbekannten Nummern zusätzliche Kontextinformationen anzeigt, um die Einordnung der Anrufer zu erleichtern.

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Erkennungsmerkmale und Schutzmaßnahmen

Sicherheitsexperten weisen auf typische Anzeichen für ein kompromittiertes Konto hin. Dazu gehören der plötzliche Ausschluss aus der App, ungewollte Profiländerungen oder Berichte von Kontakten über seltsame Nachrichten. In solchen Fällen wird empfohlen, umgehend den Zugriff zurückzufordern, alle verknüpften Geräte zu prüfen und Passwörter zu ändern.

Zum Schutz vor aktuellen Angriffsmethoden, die auch den Einsatz von QR-Codes (QRishing) oder durch künstliche Intelligenz geklonte Stimmen (Vishing) umfassen können, raten Fachleute zur doppelten Verifizierung aller Anfragen über alternative Kommunikationskanäle.

Apple-Nutzer sollten zudem darauf achten, dass ihr Betriebssystem mindestens auf dem Stand von iOS 18.7.8 ist, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Generell gilt die Empfehlung der Sicherheitsbehörden, niemals unter Zeitdruck zu handeln und Codes oder Zugangsdaten unter keinen Umständen an Dritte weiterzugeben.