Behörden und Verbraucherschützer beobachten aktuell eine Häufung koordinierter Betrugsversuche über SMS und E-Mails. Die Kampagnen zielen insbesondere auf Kunden großer Mobilfunkanbieter sowie Nutzer von Paketdiensten und öffentlichen Institutionen ab. Das primäre Ziel der Täter ist der Diebstahl von Bank- und Kreditkartendaten durch gefälschte Benachrichtigungen über angebliche Punkte-Abläufe oder notwendige Datenabgleiche.
Mobilfunkanbieter und Paketdienste im Fokus
Die Arbeiterkammer (AK) Tirol warnt in diesem Zusammenhang vor betrügerischen Nachrichten, die im Namen des Anbieters A1 versendet werden. In diesen SMS und E-Mails fordern die Absender die Empfänger auf, ihre Zahlungsdaten zu erneuern oder Vertragsdaten zu bestätigen.
Ein häufig genutzter Betreff lautet dabei auf die jährliche Datenbestätigung für Business-Pakete. Die Betrüger bauen gezielten Zeitdruck auf, indem sie mit einer unmittelbaren Kontosperrung drohen. Experten raten dazu, solche Nachrichten umgehend zu löschen und keinesfalls auf enthaltene Links zu klicken.
Ähnliche Muster zeigen sich bei Paketdienstleistern. Das Verbraucherschutzforum berichtet über Phishing-Mails im Namen der Deutschen Post, deren Verlinkungen auf manipulierte Webseiten führen, um persönliche Informationen abzugreifen. Auch im Namen von Hermes sind gefälschte Nachrichten im Umlauf. Diese fordern die Zahlung einer geringen Zollgebühr in Höhe von 1.99 Euro.
Als Warnsignal gilt hier unter anderem eine auffällige Absenderadresse sowie die Weiterleitung auf externe Webseiten wie myvnc.com. Eine Überprüfung von Sendungsstatus sollte grundsätzlich nur über die offiziellen Portale oder Apps der Logistikunternehmen erfolgen.
Vorgetäuschte Rückzahlungen durch Finanzamt und Krankenkasse
Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Betrugswelle liegt auf gefälschten Schreiben von Behörden. Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen sowie weitere Experten warnen vor E-Mails mit dem Betreff einer bestätigten Steuererstattung für das Jahr 2025. Darin wird eine Frist bis zum 31.08.2026 für eine angebliche Identitätsprüfung gesetzt.
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Die Empfänger werden aufgefordert, sensible Daten wie die Steuernummer, IBAN und Kreditkartendaten preiszugeben. Es wird klargestellt, dass die Steuerverwaltung ELSTER niemals persönliche Daten per E-Mail anfordert.
Parallel dazu warnt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) vor Nachrichten, die eine angebliche Rückzahlung in Höhe von 2.998 Euro versprechen. Die darin enthaltenen Links führen auf eine täuschend echt wirkende Kopie der ÖGK-Webseite.
Dort werden Nutzer zur Eingabe ihrer Online-Banking-Zugangsdaten verleitet, was den Tätern ermöglicht, unautorisierte Überweisungen durchzuführen. Die Versicherung betont, dass für eine Gutschrift niemals eine Anmeldung im Online-Banking über einen per Mail zugesandten Link erforderlich ist.
Neue Methoden: QR-Codes und Messenger-Betrug
Neben klassischen Links setzen Kriminelle verstärkt auf sogenannte Quishing-Methoden. Die Polizei Konstanz und die Polizei in Neuenkirchen berichten von Fällen, in denen Opfer über gefälschte QR-Codes und die anschließende Freigabe von Transaktionen geschädigt wurden.
Ein betroffener Nutzer verlor dabei einen Betrag im hohen vierstelligen Euro-Bereich durch mehrere Echtzeitüberweisungen. Oft geben sich die Täter am Telefon zusätzlich als Bankmitarbeiter aus, um das Vertrauen zu gewinnen.
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Auch Messenger-Dienste wie WhatsApp sind betroffen. Die Verbraucherzentrale weist auf Nachrichten hin, die eine Deaktivierung des Kontos innerhalb von 24 Stunden ankündigen, sofern keine Bestätigung erfolgt. In Reaktion auf die steigenden Betrugszahlen testet WhatsApp derzeit eine Funktion für die Android-Beta-Version, die mittels Machine-Learning verdächtige Nachrichten von unbekannten Kontakten erkennen soll.
Die Polizei mahnt zur Vorsicht bei Schockanrufen und unangeforderten Nachrichten mit Geldforderungen. So konnte in Celle ein Betrugsversuch über 77.000 Euro verhindert werden, da die Angerufene rechtzeitig reagierte.
Generell gilt die Empfehlung, bei Nachrichten mit Zeitdruck, unbekannten Absendern oder der Aufforderung zur Dateneingabe stets misstrauisch zu bleiben und im Zweifelsfall den direkten Kontakt zum vermeintlichen Absender über offizielle Kanäle zu suchen.

