Phishing-Welle: Sparkasse und DRV im Visier von Betrügern

Sicherheitsdienste warnen vor manipulierten Apps, Anlageportalen und E-Mails, die Bankkunden, Rentenversicherte und Unternehmen täuschen sollen.

Sicherheitsanalysten beobachten derzeit eine verstärkte Verbreitung von betrügerischen Applikationen, die gezielt unter dem Deckmantel legitimer Software in Umlauf gebracht werden. Diese gefälschten Anwendungen fordern Nutzer unter verschiedenen Vorwänden zur Registrierung sowie zur Eingabe sensibler Daten auf.

Experten warnen vor der Installation solcher Programme, die oft über manipulierte Download-Plattformen oder irreführende Werbeanzeigen beworben werden.

Massive Bedrohung durch manipulierte Domains

Besonderes Augenmerk liegt aktuell auf mehreren spezifischen Internetadressen, die als hochgradig riskant eingestuft wurden. Eine Applikation mit der Bezeichnung Fake-egovph.app wird explizit als Phishing-Werkzeug identifiziert.

Mit einem Vertrauenswert von lediglich 10 von 100 möglichen Punkten raten Sicherheitsexperten dringend von der Eingabe von Passwörtern auf dieser Plattform ab. Die Domain wird bereits von Sicherheitsdienstleistern blockiert.

Ein weiteres Beispiel ist die Webseite Qweas8e.com, die als gefälschte Investitionsplattform fungiert. Die Domain wurde am 16.05.2026 in Hongkong registriert und weist bereits 11 Treffer auf einschlägigen Blacklists auf.

Die Betreiber versprechen unrealistisch hohe Auszahlungen von bis zu 50 US-Dollar pro erfolgreicher Empfehlung über spezielle Links. Nutzer berichten jedoch von massiven Problemen bei der Auszahlung, während Firmendetails vollständig fehlen. Der Vertrauenswert dieser Seite liegt bei nur 1 von 100 Punkten.

Ähnlich verhält es sich mit der am 17.05.2026 in den USA registrierten Domain Wiseapprwwiaisals.vu. Mit 13 Blacklist-Treffern und einem Vertrauenswert von 1 von 100 wird diese Seite von Cloudflare bereits als mutmaßliches Phishing eingestuft. Eine etablierte Reputation oder ein rechtmäßiger Geschäftszweck ließen sich nicht feststellen.

Gezielte Angriffe auf Bankkunden und Rentenversicherte

Neben gefälschten Apps rücken auch klassische Institutionen in den Fokus der Betrüger. Kunden der Sparkasse werden aktuell vor einer neuen Phishing-Welle gewarnt, die auf das pushTAN-Verfahren abzielt.

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Unter dem Betreff „Update dringend erforderlich!“ fordern Kriminelle die Nutzer auf, vermeintliche Aktualisierungen vorzunehmen. Die Verbraucherzentrale rät in diesem Zusammenhang nachdrücklich dazu, ausschließlich die offiziellen Apps des Kreditinstituts zu nutzen und keinen Links in E-Mails zu folgen.

Auch Rentenversicherte stehen im Visier. Hier nutzen die Täter ein nicht existierendes Gesetz als Köder, um an persönliche Informationen zu gelangen. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) stellte klar, dass sie niemals per E-Mail nach sensiblen Daten fragt. Typische Warnsignale seien eine unpersönliche Anrede sowie Drohungen innerhalb der Nachricht. Für Rückfragen verweist die DRV auf ihre kostenfreie Hotline unter 0800 1000 4800.

Betrug im Gesundheitssektor und im geschäftlichen Umfeld

Sogar vor dem Gesundheitswesen machen die Aktivitäten nicht halt. Die Abda – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände warnt vor gefälschten Nachrichten, die im Namen ihres Präsidenten Thomas Preis versendet werden.

Darin werden Apotheken zu Überweisungen aufgefordert. Zudem kursieren Phishing-Briefe der Apobank, die einen QR-Code enthalten, um den Zugriff auf Kontodaten zu erschleichen. Die betroffenen Organisationen raten dazu, keinesfalls zu antworten oder Zahlungen zu leisten.

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Im geschäftlichen Umfeld sind zudem verschiedene E-MAIL-Kampagnen aktiv:

  • Unter dem Titel „Review And Sign Contract Purchase Agreement“ wird ein gefälschter PDF-Kaufvertrag verschickt. Ein Button soll zur Anmeldung führen, dient aber allein dem Diebstahl von E-Mail-Zugangsdaten.
  • Eine „MAILBOX TERMINATION NOTICE“ droht mit der Löschung des Kontos innerhalb von 24 Stunden, um Nutzer auf eine gefälschte Login-Seite zu locken.
  • Nachrichten mit dem Betreff „MAINTAIN CURRENT PASSWORD“ warnen vor einem angeblichen Passwortablauf und führen auf eine manipulierte cPanel-Webmail-Seite.

Sicherheitsexperten betonen, dass legitime Anbieter niemals zur Eingabe von Passwörtern über ungesicherte Links auffordern, die von der offiziellen Struktur abweichen.

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