PHP-Sicherheitslücken: KI soll Schwachstellen auf Webseiten schneller beheben

Der Minister setzt auf KI für schnellere Abwehr; das BSI meldet Millionen Angriffsversuche auf die PHP-Schwachstelle.

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Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat sich für einen intensivierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz ausgesprochen, um Schwachstellen auf Webseiten schneller zu beheben. Der CDU-Politiker erklärte, man stehe am Beginn eines neuen Zeitalters der Cybersicherheit.

Entsprechende Werkzeuge seien in der Lage, Sicherheitslücken wesentlich schneller sowie präziser aufzuspüren. Im digitalen Raum sei vor allem Geschwindigkeit der entscheidende Faktor.

Nach Angaben des Ministers gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Systeme der Bundesverwaltung im Zuge der jüngsten Sicherheitsvorfälle erfolgreich kompromittiert worden seien. Gleichzeitig prüft das Digitalministerium Berichte über einen möglichen Datenabfluss im Zusammenhang mit einer kürzlich bekanntgewordenen PHP-Schwachstelle. Die am vergangenen Mittwoch herausgegebene Sicherheitswarnung bleibe weiterhin in Kraft.

PHP-Schwachstelle sorgt für weltweite Alarmbereitschaft

Der Vorstoß folgt auf das Bekanntwerden von zwei kritischen Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP, über die schätzungsweise rund 70 Prozent aller weltweiten Webseiten laufen, darunter auch Plattformen auf Basis von WordPress.

Die Lücken ermöglichten es potenziellen Angreifern, ohne vorherige Authentifizierung Schadcode aus der Ferne auf Webservern auszuführen. Aus Sicherheitsgründen hatten Behörden und Unternehmen weltweit vorübergehend Webseiten vom Netz genommen, darunter auch Angebote der Bundesregierung und der Bundesverwaltung.

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Zwar erschien noch am selben Tag ein Update, doch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stuft das Risiko nach wie vor als außerordentlich hoch ein und rief alle Betreiber dazu auf, die Patches zügig aufzuspielen. Viele Internetauftritte basierten weiterhin auf älteren PHP-Versionen.

Seit der Veröffentlichung der Schwachstelle verzeichnete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Angriffsversuche im zweistelligen Millionenbereich. Bislang sei es in Deutschland jedoch weder zu einer großflächigen Ausnutzung noch zu erfolgreichen Attacken mit verifiziertem Datenabfluss gekommen.

Thomas Caspers, Vizepräsident der Behörde, betonte dennoch, dass man keineswegs über den Berg sei. Die Zeitspanne bis zur praktischen Ausnutzung einer Schwachstelle sei in den vergangenen Monaten drastisch zurückgegangen.

Durch KI-gestützte Methoden werde dieser Zeitraum auf null Tage sinken, während Angriffe künftig binnen weniger Stunden ablaufen könnten. Er rechne künftig mit häufigeren Großalarmen und mahnte an, dass KI-Hersteller ihre Modelle gezielt dagegen absichern müssten, für Cyberattacken missbraucht zu werden.

Verkürzte Reaktionszeiten erhöhen den Handlungsdruck

Auch die Cyberagentur des Bundes verweist auf die veränderten Vorwarnzeiten. Daniel Gille, Abteilungsleiter für Schlüsseltechnologien bei der Agentur, hob hervor, dass Angreifer öffentlich gewordene Sicherheitslücken mittlerweile innerhalb von Minuten oder Stunden für zielgerichtete Angriffe analysieren könnten.

In der Vergangenheit habe dieser Prozess noch Wochen oder Monate in Anspruch genommen. Bei der aktuellen PHP-Lücke hätten viele Administratoren ihre Webseiten erst nach vielen Stunden oder mehr als einem Tag wieder online geschaltet. Als Reaktion bereitet die Cyberagentur ein Forschungsprogramm für KI-gestützte sichere Programmierung vor.

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Die Zunahme von Angriffsflächen spiegelt sich auch in Branchendaten wider. Eine Auswertung der Sicherheitsabteilung IBM X-Force zählte bei großen Anbietern wie Microsoft, Oracle und Google Chrome im Zeitraum von Januar bis September 2026 mindestens 10.124 öffentlich registrierte Schwachstellen. Dies entspricht einem Anstieg von rund 578 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wobei mehr als die Hälfte der Fälle nach Branchenstandards als hoch oder kritisch eingestuft wurde.

Um der Bedrohungslage zu begegnen, investiert die Bundesregierung in Maßnahmen für digitale Souveränität, darunter die Einrichtung eines neuen KI-Sicherheitsinstituts in Berlin.