Der Hardware-Hersteller Pimax hat am 6. Oktober 2026 im Rahmen seiner Frontier-Veranstaltung das neue VR-Headset Crystal Pro vorgestellt. Das Gerät zielt auf den High-End-Bereich des Marktes für PC-basierte virtuelle Realität ab und setzt auf eine Kombination aus hoher optischer Auflösung und drahtloser Übertragungstechnik.
Preislich liegt das reine Headset bei 1.399 US-Dollar, was laut Berichten rund 1.290 Euro entspricht. Für das Paket inklusive des Übertragungsmoduls 60G AirLink veranschlagt das Unternehmen 1.899 US-Dollar beziehungsweise etwa 1.751 Euro.
Das AirLink-Modul soll einzeln für 599 US-Dollar erhältlich sein. Über eine nicht rückzahlbare Reservierungsgebühr von einem US-Dollar gewährt Pimax Preisnachlässe von 20 US-Dollar auf das Headset und 50 US-Dollar auf das Gesamtpaket.
Optische Spezifikationen und Displaytechnik
Die visuelle Darstellung des Crystal Pro stützt sich auf zwei QLED-Panels mit einer Auflösung von jeweils 2.880 mal 2.880 Pixeln pro Auge, was zusammen rund 17 Millionen Bildpunkten entspricht. Die Pixeldichte beziffert der Hersteller auf 35 Pixel pro Grad bei einem horizontalen Sichtfeld von 110 Grad.
Die Hintergrundbeleuchtung arbeitet mit Mini-LED-Local-Dimming über 576 Zonen pro Auge und erreicht eine Helligkeit von 200 nits. Als Linsen kommen asphärische Glaselemente zum Einsatz. Bildwiederholraten werden mit 72, 90 und 120 Hertz angegeben.
Im Vergleich zu Wettbewerbsmodellen fällt die Spitzenhelligkeit geringer aus als etwa bei der Meta Quest 3, die rund 500 nits erreicht. Auch das Sichtfeld von 110 Grad ordnet sich unter den 127 Grad des Vorgängermodells Crystal sowie den 120 Grad der HTC VIVE Focus Vision ein.
Drahtlose Übertragung und Systemanforderungen
Für den autarken Einsatz verfügt das Headset über einen Snapdragon-XR2-Chip, wobei Quellen uneinheitlich von der ersten oder zweiten Generation berichten. Ein Wi-Fi-6E-Adapter gehört zum Lieferumfang, während für verlustfreies PC-VR ein DisplayPort-1.4a-Anschluss bereitsteht, dessen Kabel separat erworben werden muss.
Das optionale 60G AirLink Kit nutzt die 60-GHz-Frequenz mit 2×2-MIMO-Technik über jeweils zwei USB-C-Antennen am PC sowie am Headset. Die Übertragungsrate erreicht bis zu 6 Gbps bei 3 Gbps pro Verbindung. Pimax beziffert die Latenz auf 1,8 bis 12 Millisekunden und nennt eine zusätzliche Latenz von unter 2 Millisekunden.
Da die 60-GHz-Wellen keine Wände, Möbel oder Körper durchdringen können, setzt das System auf eine Infrarot-Strahlausrichtung. In Verbindung mit dem 60G AirLink Gen 3 lässt sich Foveated Streaming über ein Eye-Tracking-System von Omnivision mit zehn Infrarot-Emittern pro Auge bei 120 Hertz nutzen.
Im Headset selbst ist kein Akku verbaut; die Stromversorgung übernimmt ein externer 16.000-mAh-Akku. Als Mindestanforderung für den PC nennt Pimax eine Nvidia RTX 2070, empfohlen werden Grafikkarten ab der RTX 3080 oder RTX 4070.
Tracking, Zubehör und Marktumfeld
Die Positionsbestimmung erfolgt über das Kamerasystem SLAM 2.0 mit vier Kameras, Bewegungssensoren und Infrarot. Alternativ lässt sich das Headset über austauschbare Frontblenden auf Lighthouse-Tracking umrüsten; weitere Module erlauben Vollfarb- oder LiDAR-Passthrough.
Neu vorgestellte Controller verzichten auf Tracking-Ringe, nutzen TMR-Sticks, Griffsensoren und lineare Haptikmotoren bei einem 710-mAh-Akku für bis zu 40 Stunden Laufzeit. Sie lassen sich über ein Verbindungsstück zu einem Gamepad zusammenfügen.
DMAS-2.0-Ohrhörer sind separat verfügbar. Zudem stellte Pimax den kompakten PC Spation in Aussicht, der mit Prozessoren bis zum Ryzen 7 9800X3D und Grafikkarten bis zur RTX 5070 Ti oder RX 9070 XT geplant ist.
Auf dem Markt trifft das Crystal Pro neben der Meta Quest 3 (499 bis 649 US-Dollar) und der HTC VIVE Focus Vision (rund 800 US-Dollar mit 2.448 mal 2.448 Pixeln pro Auge) auch auf den Valve Steam Frame, der im Preisbereich von 1.059 bis 1.299 US-Dollar liegt.
Die Angaben zum Auslieferungsbeginn des Pimax-Geräts sind derzeit uneinheitlich: Während Vorführungen ab dem vierten Quartal 2026 geplant sind, verweisen offizielle FAQs auf einen Versand ab Frühjahr 2027, während Shop-Einträge das Jahr 2027 oder das nächste Jahr nennen. Ein verbindlicher Termin steht noch aus.

